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Rasim Heydarov Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Öko-Landbau in Aserbaidschan: Potenziale erkennen
Agrarreform fördert die Grüne Bewegung
Die Grüne Bewegung gewann erst mit der Agrarreform von 1995 wieder an Bedeutung. Im Zuge der Neuverteilung von landwirtschaftlicher Nutzfläche erhielten Familien jeweils eine Fläche zwischen 1,5 und zwei Hektar. Jedoch haben die Landwirte mit großen Problemen, wie beispielsweise dem weit verbreiteten Kapitalmangel, hohen Energiekosten und Außenhandelsbarrieren zu kämpfen. Hinzu kommen Probleme, die die landwirtschaftliche Produktion direkt betreffen: der schlechte Zustand der betrieblichen Produktionsfaktoren, die fehlende Kenntnis über Kultursorten und die schlechte Qualität des Saatgutes, mangelhafte Bewässerungssysteme und kaum vorhandene Beratungsmöglichkeiten für Landwirte.
Förderung des ökologischen Landbaus
Unter diesen Bedingungen blieb oft nur die Alternative, zu den traditionellen Methoden zurückzukehren. Da sich nur wenige Landwirte synthetische Dünger oder chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel leisten konnten, lag die Entscheidung für eine Bewirtschaftung nach biologischen Methoden recht nahe und führte in Aserbaidschan zur Entwicklung einer Öko-Landbau-Bewegung. Eine zentrale Rolle spielte die 1998 gegründete Ganja Agribusiness Association (GABA). Durch die von einem internationalen Netzwerk von Organisationen (GABA, Eurasia Stiftung, Avalon Stiftung, CIMMYT, Elkana, etc.) durchgeführten Trainings, Seminare und Konferenzen sollten das "sowjetische" Denken Stück für Stück umgewandelt werden. Außerdem gibt es aufgrund der Bemühungen von GABA seit einem Jahr die Möglichkeit, an der Staatlichen Agrarakademie Aserbaidschans in Ganja den Studiengang "Management ökologischer Landwirtschaft" zu belegen.
Export in die EU noch behindert
Momentan gibt es in Aserbaidschan etwa 332 landwirtschaftliche Bio-Betriebe, inklusive elf Erzeugergemeinschaften. Dem bislang einzigen Zertifizierer "Azekosert" fehlt bislang die internationale Akkreditierung, was den Export von Bio-Waren erheblich behindert. Daher werden die Bio-Produkte momentan in erster Linie in die Saaten der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) exportiert.
Öko-Grünlandfläche dominiert
Der größte Teil der Öko-Fläche besteht aus Grünland (10.744 Hektar), gefolgt von Wildsammlung und Kräuteranbau (8.200 Hektar), Dauerkulturen (705 Hektar), Gemüse (206 Hektar) und Getreide (200 Hektar). Die gesamte Öko-Fläche beläuft sich auf etwa 20.105 Hektar (2006), was pro Betrieb einer Durchschnittsfläche von 60 Hektar entspricht.
In Aserbaidschan gibt es drei große Bio-Verarbeiter. Reyhan Limited mit Sitz in der Gakh Region stellt Produkte aus Wildfrüchten her, z.B. Hagebutte, Weißdorn und Sanddorn. RDR Co. aus Ganja produziert hauptsächlich Säfte und Kompotts aus Bitterorange, Quitte sowie Himbeeren und Brombeeren. Suleyman Agricultural Co-op ist in der Region Shamkir angesiedelt und stellt Säfte, Saucen und Eingelegtes aus Bitterorange her. Neben diesen drei Großverarbeitern stellen einige landwirtschaftliche Betriebe Bio-Trockenfrüchte, Marmeladen, Eingelegtes, Säfte und Kompotts aus Pflaume, Aprikose, Kornelkirsche und Khaki her.
Bio-Betriebe wirtschaften erfolgreicher
Forschungsergebnisse zeigen, dass Bio-Betriebe mehr Umsatz machen als ihre konventionellen Nachbarn. Der Grund mag wohl in der wachsenden Nachfrage auf Seiten der Verbraucher liegen. Auf lokaler Ebene sind Bio-Lebensmittel bislang nur in einem Bio-Laden und in den Bio-Abteilungen von zwei Supermärkten zu finden. Außerdem gibt es einzelne Abnehmer für Bio-Produkte wie beispielsweise Botschaften, große Hotels und Restaurants.
Autor: Amin Babayev, Professor an der Fakultät für Bodenkunde und Biologischen Landbau an der Staatlichen Agrarakademie Aserbaidschans.
- 02 Jul 2008, 2:33 pm
