Trusted Third Parties prüfen vor Ort
Gerade im Global Procurement will sich nicht jedes Unternehmen ein eigenes Qualitätsmanagement vor Ort leisten. Stattdessen können Dienstleister(sog. Third Parties) vor Ort Termine überwachen und Produkte vor dem Versand prüfen. Dieses Expediting soll Risiken minimieren.
Ein Projekt, in dem nichts schiefgeht, kann nur ein simuliertes Projekt sein. Daher ist es Auf-gabe des Projekteinkäufers, entstehenden Schaden möglichst gering zu halten bzw. eventu-elle Risiken rechtzeitig zu erkennen. Gelingt dies nicht oder nur unzureichend, stehen dem Projektteam schlaflose Nächste bevor. Ob beim Personaleinsatz, bei der Finanzierung, dem Bau oder bei Zulieferern: Risiken gibt es viele. Insbesondere bei Großprojekten können Ver-zögerungen durch Zulieferer zu signifikanten Problemen werden, wenn z.B. ein wichtiger Anlagenteil falsch oder in minderer Qualität geliefert wird. Dadurch verzögern sich wichtige Meilensteine, das Geld wird vom Projektfinanzierer nicht rechtzeitig freigegeben und im schlimmsten Fall droht sogar eine Vertragsstrafe.
Zusätzlich kompliziert wird die Angelegenheit durch internationales Sourcing. Beispiel: der Zulieferer in Frankreich hatte das Modul zwar rechtzeitig abgesendet, weil es aber unzurei-chend verpackt war, wurde es auf dem Transport beschädigt und muss neu angefertigt wer-den. Dadurch kommt es zu Verzögerungen wichtiger Teile des Projektes, die Kosten steigen weit über den Preis des Moduls. Auch unzureichendes Qualitätsmanagement in Schwellenländern kann zu peinlichen Situationen führen, wenn die dringend benötigte Ware nicht den europäischen Normen entspricht oder schlichtweg unbrauchbar ist.
Solche Risiken lassen sich durch entsprechende Kontrollen vor der minimieren. Aber nicht immer steht qualifiziertes Überwachungspersonal zur Verfügung. Diese Lücken schließen externe Expediter vom TÜV Hessen. Sie überwachen Liefertermine, die Fertigung und inspi-zieren die zu versendende Ware weltweit vor Verschiffung. Je nach Bedarf können auch Sicherheits- und Gesundheitskoordinatoren (SiGeKo), Bauingenieure oder Qualitätsmanager für einen längeren Zeitraum zur Verfügung gestellt werden, um eine kontinuierliche Überwa-chung sicher zu stellen. Zurückgreifen kann der TÜV Hessen dabei auf seinen umfangrei-chen Experten-Pool aus verschiedensten Bereichen. Diese haben wiederum Zugriff auf akkreditierte und spezialisierte Labore sowie zusätzliche Sachverständige. So kann gewährleis-tet werden, dass die bestellte Ware auch den Ansprüchen und Richtlinien. Nach Inspektion der Ware und der Verpackung wird auf die Frachtkiste das TÜV- Siegel geklebt, dies erleich-tert zusätzlich die Abwicklung der Zollformalitäten.
Hier einige Beispiele für den Einsatz von Expeditern:
Terminüberwachung: Just-In-Time-Produktion benötigt exakte Abläufe. Die Verzögerung der Anlieferung einer Komponente kann die ganze Fertigung zum Stillstand bringen. Der Expediter prüft den Produktionsprozeß beim Vorlieferanten und berichtet über drohende Verspätungen.
Neubau kompletter Fertigungsstraßen: Die aus verschiedenen Ländern stammenden Be-standteile werden bereits vor Verschiffung im Herkunftsland vom TÜV Hessen untersucht: Konformität, Verpackung, Menge usw. (Pre-Load-Survey) werden kontrolliert, sodass sicher-gestellt ist, dass die richtige Ware auch sicher verpackt rechtzeitig ankommt. Auch hier kann mit dem Projektfinanzierer der Geldfluss nach Übergabe des TÜV-Hessen-Zertifikats(Third Party) abgesprochen werden, sodass ein Liquiditätsvorteil entsteht.
Global Sourcing: Vor Verschiffung wird die Ware von den Expeditern untersucht und ggf. eine Probe zur Untersuchung im Labor entnommen. Sofern notwendig, wird auch die Einhaltung europäischer oder z.B. amerikanischer Regelwerke überprüft. Ob Druckgeräte-, ASME- oder Maschinenrichtlinie, der TÜV-Inspektor verfügt über das entsprechende Know-How, damit spätere unangenehme Überraschungen vermieden werden.
Projektplanung: Expediter sind Risk-Manager. Sie sind darin geübt, Risiken zu erkennen, die sonst übersehen werden. Wenn ein Expediter frühzeitig in ein Projekt einbezogen wird, können Schwachstellen erkannt und eliminiert werden. Je früher, desto besser, denn in der An-fangsphase des Projektes können Kostenfaktoren noch wesentlich beeinflusst werden.
Der Einsatz eines „Third-Party“-Expediters kann also unvorhergesehene Kosten reduzieren und im Laufe eines Projekts unnötige Verzögerungen vermeiden. Einige Banken und Projektfinanzierer bestehen mittlerweile darauf, dass eine vertrauenswürdige „Third Party“ eingeschaltet wird. Unabhängig davon ist jedoch auch der entstehende Liquiditätsvorteil nicht zu unterschätzen: wird der Betrag für einen Meilenstein frühzeitig überwiesen, kann dies ein klarer Wettbewerbsvorteil sein. Und das Wichtigste: Je weniger bei einem Procurement-Projekt schiefläuft, umso mehr ruhigen Schlaf bekommt der Einkäufer.
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