Entwicklungszusammenarbeit

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  • Jan Wreesmann
    Jan Wreesmann
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    Entwicklungszusamenarbeit nur eine Wissenschaftliche Aufgabe?
    Hallo,

    vor einiger Zeit habe ich einen Artikel gelesen, der mich nachdenklich gestimmt hat. (Nur aus der Erinnerung wiedergegeben, daher fehlen die Details.) Es ging um die Verringerung von Bodenerosion in der landwirtschaftlichen Produktion. In einem sehr begrenzten Projekt hatten sich mehrere Wissenschaftler Gedanken gemacht, wie man in einer Region die Erosion begrenzen kann. Meine ersten Gedanken, waren einige simple Vorschläge, die ich aus meinem gesunden Halbwissen aus meiner Ausbildung und dem Grundstudium, erdacht hatte. Konnte mir aber nicht vorstellen, dass das alles sein kann. Es stellte sich aber heraus, dass die Doktoren am Ende die gleichen Ideen hatten wie ich.

    Langer Rede langer Sinn:
    Warum muss man eine Gruppe Wissenschaftler beschäftigen, um Ideen zu ersinnen, die in Deutschland jedem Azubi im ersten Jahr beigebracht werden? Zumal dieses Wissen den wenigen Bauern zur Verfügung gestellt wird, die am Projekt teilnehmen.

    Ich bin mir sicher, dass es viele ähnliche Beispiele in der EZ (oder hier doch besser Entwicklungshilfe) gibt, wo Akademiker ein kleines Projekt anschieben und hinterher stolz sind, dass sie irgendwo veröffentlichen können.

    Damit ich nicht missverstanden werde: Ich glaube, dass die Wissenschaft die Grundlage für Entwicklung legen muss. Und gute Ingeneure in nachhaltigen Projekten sind sicherlich das beste Mittel der EZ. Was für mich aber völlig unverständlich ist, ist warum ganze Institute an so banalen Dingen wie Zwischenfruchtanbau in irgendeinem afrikanischen Dorf arbeiten müssen. Hier werden Ressourcen verschwendet!

    Ich denke, dass in vielen Projekten, in denen Wissenschaftler beschäftigt werden, ein praktisch ausgebildeter Meister oder Fachschulabsolvent (gerne auch vergleichbar qualifizierte aus der Welt) mindestens genau so gute Arbeit leisten würde. Und das müssen ja nicht unbedingt nur "westliche" EntwicklungsHELFER sein.

    Gibt es einen Erfahrungsaustausch der einfachen Leute? Kann ein Asiatischer Bauer sein Wissen mit Afrikanischen Bauern teilen? Hat schon mal ein Indonesischer Klempner in einen brasilianischen Brunnen geschaut? Auf der Ebene der Facharbeiter gibt es einen riesigen Schatz an Erfahrungswissen der auch zwischen den Regionen geteilt werden sollte.

    Vielleicht gibt es so etwas ja schon und ich bin der einzige der davon nichts weiß, dann klärt mich auf. Ansonsten freue ich mich über eine lebhafte Diskussion.
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