Entwicklungszusammenarbeit
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Kristian Brakel Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Einstieg in die EZ – wie zählen Praxiserfahrung bzw. Weiterbildung?
Liebe Mitleser,
Ein anderer XING-Nutzer hat sich kürzlich an mich gewandt. Es geht um mögliche Ausbildungsweg und einen guten Einstieg in den EZ-Bereich. Damit auch noch andere als ich dazu ihre Meinung geben, erlaube ich mir seine Fragen hier wiederzugeben. Vielleicht hat ja jemand von Ihnen noch eine Meinung oder Idee.
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Ich beschäftige mich aktuell mit der Frage, wie ein sinnvoller Weg in den EZ-Bereich möglich ist. Es zeichnen sich dabei zwei Wege ab: der erste über ein weiterführendes Studium, der zweite über einen Direkteinstieg. Beide würde ich gerne etwas ausführen:
Kurz zu mir: ich habe fast zehn Jahre Berufserfahrung, bin 34 Jahre und komme aus dem Kommunikations-/Projektmanangement-Umfeld. Ich habe Internationale BWL studiert (Bachelor), volontiert und bin zudem geprüfter PR-Berater. Arbeitseinsätze von insgesamt knapp fünf Monaten in den Bereichen Training/Beratung/Kommunikation waren in China und Äthiopien, allerdings ohne eine nennenswerte EZ-Organisation.
Variante 1: Eine Reihe von Weiterbildungsangeboten sind ja im Forum bereits erwähnt worden. Ich liebäugel mit einem neuen Master-Programm der FH Bonn (
http://www.mba-ngo.de), der zum WS 2009 zum ersten Mal angeboten wird. Ich halte Bonn für einen guten Standpunkt, um Kontakte zu knüpfen und ggf. weiterführende Programme bei Inwent etc. zu besuchen.
Spannend ist auch der Standort Berlin, dort werden Master-Programme von diversen Hochschulen angeboten, z. B.: Intercultural Conflict Management (ASFH), Master of International and Development Economics (HTW) oder Master Nonprofit Management (HWR/HTW).
Mir ist es wichtig, eine praxisorientierte Ausbildung zu bekommen. Mich zieht es nicht in die Forschung.
SLE, DIE oder ETH Zürich kommen für mich angesichts meines BWL-Bachelor-Abschlusses und meiner branchenfernen Berufserfahrung wohl nicht in Frage. GTZ-(Trainee-) oder andere YP-Programme spielen altersbedingt keine Rolle mehr (bin 34 Jahre alt). Angelsächsische/Ausländische Programme sind teilweise interessant, meist aber mit hohen Kosten verbunden; die Wahrscheinlichkeit, dass ich ein Stipendium erhalte, ist eher gering, da mein Wechsel in den EZ-Bereich in meinem CV (noch) nicht klar erkennbar ist.
Variante 2 wäre ein Direkteinstieg durch ein Praktikum und/oder eine kürzere, begleitende Fortbildung o. ä. Ein Sprung ins kalte Wasser, sozusagen. Ggf. hätte ich die Möglichkeit, in einer mir bekannten NGO in Äthiopien für ein Jahr als Consultant tätig zu sein (es geht um Auf- und Ablauforganisation, Training etc.) Ich habe erst kürzlich vier Wochen für diese Organisation vor Ort gearbeitet. Ggf. könnte man sich durch das CiM entsenden und damit teilfinanzieren lassen, parallel beispielsweise das Fernstudium-Angebot der TU Kaiserslautern zum Thema N achhaltige Entwicklungszusammenarbeit (
http://www.zfuw.de) nutzen und es sich praktisch wie akademisch in Addis einrichten (abgesehen von fehlenden Bibliotheken, Recherchemöglichkeiten etc.). Von dort aus würde ich dann versuchen, woanders unter zu kommen. Im schlechtesten Fall komme ich nach Deutschland zurück und belege weitere Kurse.
Nun meine Fragen:
- Wie hoch wird im EZ-Bereich generell ein akademischer/Master-Abschluss angesehen? Ich erinnere mich an den Beitrag hier im Forum, dass Organisationen eher die Praxis interessiere, weniger ein akademischer Abschluss. Oder kommt dies sehr auf die Organisation an?
- Durch eine Fortbildung/einen Master würde ich dokumentieren, dass ich auch theoretisches Hintergrundwissen über die Materie habe. Wie rechnen Sie das gegen Praxiserfahrung im Feld?
- Wie schätzen Sie das Verhältnis von geforderten hard skills/soft skills?
- Für den Weg direkt in die Praxis: wie hoch schätzen Sie den Sinn, vorbereitende Kurse (z. B. Mediation, M&E etc.) zu machen, um die Tools zu lernen, durch die man eine erfolgreiche, standardisierte (und marktübliche) Arbeitsweise dokumentieren kann?
- Wie stark sollte eine gewisse Spezialisierung von Anfang an sein? In Addis wären die Themenschwerpunkte Kinder/Bildung/HIV. Oder wäre man als Consultant eh mit übergreifenden Arbeiten wie Organisationsaufbau, Training etc. beschäftigt?
- Wie stark können Sprachkenntnisse einen generell für eine Region prädestinieren? Könnte ich theoretisch, sofern ich Chinesisch spräche, mich für den asiatischen Raum spezialisieren? Oder hängt der Einsatz vielmehr von den Berufserfahrungen ab?
Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung, bzw. Einschätzung freuen!
Herzlichen Dank für Ihre Zeit und Mühe!
- 18 May 2009, 09:26 am
