Entwicklungszusammenarbeit
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---(not a XING member)development studies
Hallo Friederike,
wenn auch Ausland in Frage kommt: spontan fallen mir die University of Sussex ein, wo es ein größeres Zentrum für Development Studies (genaue Schwerpunkte weiß ich leider nicht) gibt und in Genf das International Institute of Development Studies.
Sonst kann man gerade in GB sehr viel in dem Bereich finden, da müsste man über google an einige interessante Programme kommen.
Viel Erfolg,
Viola
- 27 Jan 2006, 10:10 am
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Friederike Amani PaulThe company name is only visible to registered members.Re: development studies
Vielen lieben Dank für die Antwort!
Sussex liegt momentan bei meinen Präferenzen ganz vorne. Dennoch suche ich noch weiter, denn der Fokus rein auf "development" macht mir ein bischen Sorgen. Denn auch wenn ich mir vorstellen kann eine zeitlang in der EZ tätig zu sein, bin ich mir unsicher ob ich das für immer will. Nachdem ich nun drei Jahre mich mit der EZ aus verschiedenen Perspekiven (Soziologie, Ethnoloige, Politik und Wiwi) auseinander gesetzt habe und auch meine eigenen Erfahrungen gesammelt habe, steht die Frage nach dem Erfolg und der Nützlichkeit bzw. dem Sinn vor mir. Nachdem ich ziemlich idealistisch (durch positive Erfahrungen) an das Thema herangetreten bin, sehe ich viels doch realistischer. Auch die aktuellen Tendenz Entwicklungszusammenarbeit den Kirchen und NGOs zu überlassen machen mir doch Sorgen. Denn auch wenn ich jetzt noch so flexibel bin zu sagen ich beschränke mich nicht auf den Deutschen Arbeitsmarkt, irgendwann will man ja auch mal Familie haben und sich evt niederlassen. Deshalb suche ich momentan noch einen Studiengang der mir noch ein zweites "Standbein" bietet, etwa wie der global studies M.A. in Freiburg. Die Lehre dort ist eine Kombi aus Soziologie, Politik, Wiwi und Anthropologie. Ich meine dass solch eine Kombination einem noch breitere Arbeitsfelder eröffnen kann.
Also wenn Sie, oder jemand anderes von einem solchen Studiengang (world wide) gehört hatte: Bitte melden!
Trotzdem schon mal vielen Dank für die bisherigen Antworten, die haben mich auf jedenfall einen Schritt weiter gebracht.
Danke!
- 27 Jan 2006, 11:02 am
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Bettina SchulteThe company name is only visible to registered members.Re^2: development studies
Hallo Friederike,
sehr interessant deine emails zu lesen, da ich vor zwei Jahren das gleiche Problem hatte wie du und mich damals auch in Freiburg beworben habe, die haben mich jedoch nicht genommen, da mein Backround nicht "soziologisch" genug war.
Ich habe mich dann entschieden Development Stuides (mit Wirtschaftsschwerpunkt) in Copenhagen zu studieren, und zwar an der Copenhagen business School, die Skandinavier sind sehr interdisziplinaer und bieten daher auch an business school sozialwissenschaftliche kurse an. Du kannst jede Art von Kurs nehmen, viele sind interessiert CSR, international trade, FDI in developing countries, private sector development ect zu belegen, ich habe jedoch ganz andere sachen wie "methodologies, capacity management, gender" etc genommen; man studiert auf zwei Sprachen, und in deutschland habe ich die erfahrung gemacht dass viele dozenten noch nicht mal richtig englisch sprechen.
ein weitere vorteil der CBS ist dass die Uni super partnerunis in die ganze welt hat (Asien, Africa, LA), man kann theoretisch 1 jahr in Daenemark studieren, 6 monate im Ausland und dann die thesis irgendwo in der welt und im vergleich zu sussex relativ guenstig, naemlich gar keinen pfennig...schau doch einfach mal unter
http://www.cbs.dk, dann auf master in business, languages and culture und dann auf development studies.
alternative: international development relations, universitaet Aalborg, Daenemark. und natuerlich die soas in london, allerdings sehr teuer.
einen tip gebe ich dir noch en ich damas nicht bedacht habe, sobald du im Ausland studierst, bist du nicht mehr foerderungswuerdig fuer viel programme, wie ASA; Inwent, Carlo Schmidt, DAAD, fuer all diese Stipendien muss mal in Deutschland eingeschrieben sein.
LIeben Gruss und viel Glueck
BEtti
This post was modified on 08 Feb 2006 at 03:38 am.- 08 Feb 2006, 03:37 am
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Friederike Amani PaulThe company name is only visible to registered members.Re^3: development studies
Vielen tausend Dank für die Antwort!!!
Das hört sich ganz nachdem an was ich mir vorstelle!
Die Kombi von Business und social sciences und vor allem auch der zweisprachige Unterricht klingt äußerts spannend! Langsam kommt etwas Licht in die für mich bisher sehr undurchsichtliche Master Welt;-)
Das die Stipendienprogramme wie Carlo Schmidt etc. nur in Dt gelten wusste ich, aber das mit der Finanzierung klappt schon. Und in England kann man sich meines Wissens auch als european student für scholarships etc bewerben, aber die Gebühren dort sind wirklich immens! Frage mich immer wie es kommt, dass an Unis wie SOAS, Sussex oder LSE trotzdem so eine große Konkurenz existiert! Aber wie ich das erfahren habe sind die meisten englischen Studenten schon früh hoch verschuldet. Bin ja mal gespannt wie das in Deutschland in ein paar Jahren ausssieht....
Also erstmal vielen lieben Dank für die Info! Wenn es ok ist würde ich mich wenn ich mich dann dort bewerbe nochmal melden! (momentan hab ich noch eine letzte Klausur zu bestehen;-))
Viele liebe Grüße,
Rike
- 08 Feb 2006, 10:41 am
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Friederike Amani PaulThe company name is only visible to registered members.Re^4: development studies
Hallo Laura,
ich "freu" mich immer wenn ich sehe, dass auch andere Studis mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind. (Wobei freuen hier vielleicht nicht der richtige Ausdruck ist) Ich kann mir gut vorstellen, dass es noch schwieriger ist an (bezahlte) Praktika in der EZ zu kommen wenn man keine Erfahrung in dem Bereich vorweisen kann, was ich wiederum total unschlüssig finde, denn wie soll man praktische Erfahrungen sammeln, wenn man ein Praktikum nur unter dieser Voraussetzung bekommt? Ausserdem finde ich es auch ziemlich unfair, dass selbst Leute mit abgeschlosenem Studium erstmal unbezahlte Praktika machen müssen.
Aber es gibt auch Möglichkeiten sich anderweitig zu finanzieren. Um trotzdem ein bischen finanzielle Unterstüzung zu bekommen kann man zum Beispiel auch über den DAAD etc Stipendien für Praktika bekommen, wenn man schon eine Zusage für eines hat.
Ich denke so einen Aufbaustudiengang in dem Bereich development studies zu machen, wenn man in den Bereich will ist sicher hilfreich, allerdings glaube ich auch, dass vor allem auch die praktische Erfahrung wichtig ist. Deshalb würde ich dir raten dich nach weiterführenden Studiengängen umzusehen, aber trotzalledem zu versuchen Praktika machen. Und wenn das bedeutet, dass du deinen Rucksack nimmst, in irgendein Land reist und dann von dort aus direkt bei den NGOs etc vorbeigehst. Ich glaube nämlich, dass zusätzlich zu praktischen eben auch kulturelle Erfahrungen gefragt sind.
Zweifel an der EZ?Mh, dass ist für mich die andere Seite der Medaille. Auf der einen habe ich die Wunschvorstellung mit meiner Arbeit irgendwann mal "was bewegen" zu können, zu helfen. Auf der anderen Seite bin ich durch meine praktischen Erfahrungen und auch über mein Studium zu dem Schluß gekommen, dass dieses Ziel gar nicht so einfach ist. (Achtung das wird jetzt eine längere Ausführung;-))
Wenn man sich anschaut wie viele Projekte im Sand verlaufen, wie viele Gelder "veruntreut" werden, wie UN und gtz Leute mir ihren dicken Autos durch die Gegend fahren und vor allem was die diversen Entwicklungsstrategien bisher gebracht haben, dann frage ich mich echt ob man damit wirklich "hilft", oder nur sein Gewissen erleichtert? Ist es nicht so, dass seit den 50er Jahren immer wieder neue Strategien entwickelt wurden, erst war die Zauberformel Wachstum und Fortschritt, dann hat man erkannt das reicht nicht, auch die sozialen Aspekte sind wichtig. Dann in den 70ern merkte man, Mensch es bringt den Leuten gar nichts wenn ich denen tolle Infrastrukturprojekte hinsetzte und tolle Flughäfen baue, ertsmal müssen die Grundbedürfnisse befriedigt werden. Die 80er das "Jahrzent der Krise" brachte dann die Erkentniss, was bisher war hat nicht funktioniert hat vielleicht sogar eher die Situation verschlechtert (siehe Schuldenkrise). Also müssen neue Strategien her. Plötzlich kamen Begriffe wie Partizipation und Nachhaltigkeit in Mode und man dachte nun müsse doch alles besser werden. Partizipation ist inzwischen viel umstritten, Nachhaltigkeit wurde nur selten erreicht. Wir das immer so weiter gehen?
Sollten wir nicht inzwischen verstanden haben, dass Entwicklung nur dann geschehen kann wenn der Wille hierfür aus den Ländern selber kommt und wir zwar unterstützen können, aber dabei aufpassen müssen, dass wir nicht versuchen unsere Normen diesen Ländern aufzudrücken. Und dass jeder Versuch Hilfe zu leisten (egal ob finanzielle oder personell) auch automatisch eine gewisse Abhängigkeit hervorruft? Vielleicht wäre es auch wichtiger erstmal bei "uns" zu beginnen, nämlich mit dem Abbau von Handelsschranken, so dass auch solceh Länder eine faire Chance haben auf den Markt zu gelangen und sich selber zu entwickeln. Was bringt mir fair trade wenn es doch sinnvoller wäre die Ursachen zu bekämpfen. ich denke hier besipielsweise an die immensen Subevention von Baumwollanbauern in den USA die es verhindern das Länder wie Burkino Faso , die Baumwolle dreimal so günstig produzieren könnten, eine Chance bekommen.
Oh jeh jetzt habe ich ewig lang vor mich hin geplappert, aber das sind so ein paar meiner Gedanken zu diesem Thema...Vielleicht hat ja jemand hierzu die ein oder andere Idee, oder positivere Ausblicke???
liebe Grüße aus Bayreuth,
Rike
- 09 Feb 2006, 12:12 pm
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Bettina SchulteThe company name is only visible to registered members.Re^6: development studies
Oh jeh, da wurden so viele themen von euch angeschnitten, da weiss man gar nicht wo man anfangen soll. Vielleicht ersteinmal zu den technischen, weniger ideelen Fragen.
Um Praktika bei der EU, UN, WTO, grossen NGOs und den meisten EZ agenturen zu machen, muss man mindestens im 4. Studienjahr oder im Masterstudiengang sein. Eine Moeglichkeit ist das ASA-Programm (
http://www.asa-programm.de), mit dem man fuer 3 Monate in der EZ arbeitet (meistens kleine NGOs) und relativ ok bezahlt wird (Ausschreibungen sind immer im Nowember), die GTZ bietet auch bezahlte Praktika an, allerdings sind die sehr selective. Eine weitere moeglichkeit ist, gerade fuer euch als Wirtschaftserfahrene, ein Praktikum bei einer deutschen Handelskammer im Entwicklungsland (
http://www.ahk.de).(Inwent, ehemals carl duisberg bietet dazu stipendien an). Eine Alternative waeren auch Stiftungen, Friedrich Ebert, Boell etc, diese konzentrieen sich z.T. mehr auf politische Themen (demokratie, labour unions, etc..). Ich war beim Goethe institut, was auch eine spannede Erfahrung war (
http://www.goethe.de), allerdings mehr interkulturelle Ausrichtung (Austellungen, Konzerte), dennoch arbeiten viele GI in Entwicklungslaender mit local NGOs und local Artisten zusammen.
Eines ist glaube ich wichtig,was ich hier gerade bei der UN in New York merke, viele menschen die bei Organisationen in NY, Wien oder Paris stationiert sind, sind nicht nur geographisch von den eigentlichen Problemen entfernt, sondern auch mental. Um wirklich einmal in der EZ zu arbeiten, sollte man auf jeden Fall erfahreungen in work camps, NGOs in den jeweiligen Laendern gesammelt haben. Das Problem ist dass viele Agenturen und Organisationen Studenten einstellen, die an elitaeren Unis studiert haben und vielleicht mal ein Praktikum in Genf gemacht haben, jedoch wenig kulturelle und soziale Erfahrung in Entwicklungslaendern gesammelt haben ( vielleicht koennen dazu Leute von Organisationen hier im Forum stellung nehmen.) EZ-Arbeit ist fuer viele einfach nur ein Karriere Ding um dann spaeter eventuell in die Privatwirtschaft zu gehen um dann das "richtige Geld" zu machen.
Eine Freundin, die seit 10 jahren in der EZ arbeitet hat mich gefargt, warum EZler immer ausserordentlich idealistisch sein muessen, sollte nicht jeder Beruf, also zB Journalisten und Anwaelte idealisten sein? Ist EZ nicht ein nur ein Job wie jeder andere? Ich hab darauf hin noch keine Antwort gefunden, vielelicht ist ein Funken Wahrheit daran!!!
Und auch wenn ich die EZ Geahelter zum Teil sehr unangepasst finde (hier nen tropenzuschlag und dort nen Subsahara zuschlag) darf man nicht vergessen,dass der Lebensstil in vielen laendern nicht gerade immer einfach ist und man natuerlich so versucht zu "entschaedigen". Viele NGOs oder zum Beispiel der DED zahlen wesentlich weniger als GTZ und UN.
Nun, dennoch wuerde ich mich als jemanden bezeichnen der sich nicht so leicht desillusionieren laesst, obwohl ich deswegen oefters belaechelt werde.:) Ich habe mich in meinem Studium viel mit Muslimischen Communities in Europa beschaeftigt (Integration, Euroislam) und Ich glaube irgendwie daran,dass man zumindest auf einem individuellen Level viel erreichen kann. Gestern waren wir mit Interns aus Lebanon, Syrien und Skandinavien bei der Syrischen Vertretung zur UN und haben ganze 3 Stunden ueber den Cartoon-Skandal diskutiert und haben danach eine Paneldiscussion fuer alle 170 interns organisiert und haben viel gelernt. Solche Erfahrungen erfreuen mich jedesmal und erinnern mich daran, warum wir eigentlich gerade alle bei der UN sind.
So, das ist jetzt nur an der Oberfaleche gekratzt und ich koennte noch viel mehr ueber meine Erfahrungen bzgl dem Sinn der EZ erzahlen, aber vielelicht koennen ja auch andere, die schon wesentlich laenger in diesem Bereich arbeiten ersteinmal stellung nehmen, waere sehr interessant.
Euch beiden moechte ich nur entmutigen , es gibt moeglichkeiten und wege und idealismus ist nicht immer das schlechteste......
This post was modified on 09 Feb 2006 at 05:52 pm.- 09 Feb 2006, 5:52 pm
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Tobias DiergardtThe company name is only visible to registered members.development studies
Hallo,
ich habe gerade eure Diskussion gelesen und bin ganz begeistert, so interessante Sachen hier zu finden. Zum einen ist meine Situation bezügl. Weiterbildungssuche mit der von Friederike und Laura vergleichbar, zum anderen läuft das auch nicht ohne ein großes Hinterfragen ab: Ist die EZ wirklich eine Möglichkeit etwas in der Welt zu bewegen oder zumindest ein klein wenig zu verbessern? usw. Ich halte mich nicht für einen Idealisten, habe aber das Gefühl, es ist eigentlich die "Pflicht" eines jeden etwas zur Verbesserung der Weltsituation beizutragen. (Irgendwie klingt das doch wieder ganz idealistisch).
Mir ist aufgefallen, dass eure ganzen Beiträge sehr schnell hintereinander aufgetaucht sind, aber seid einem Monat nix mehr. Bevor ich mir die Mühe mache noch weiter zu schreiben, frag ich Euch erst mal ob ihr das Brett noch verfolgt bzw. irgendwo anders weiter kommuniziert ???
- 11 Mar 2006, 12:05 am
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