Entwicklungszusammenarbeit

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  • Julia Schönhärl
    Julia Schönhärl
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    EZA-Jobs und Kirchenzugehörigkeit in Deutschland
    Meine Bewerbungsphase, in der ich seit knapp drei Monaten stecke hat es wieder und wieder deutlich gemacht: ohne Zugehörigkeit einer christlichen Kirche ist es in Deutschland schwierig einen Job in der EZA finden. Trotz fast 10-jähriger Arbeit in der Brnache.
    Zwar gibt es die staatlichen und säkularen Organisationen, das bleibt unbenommen.
    Aber ich habe mich auch bei einigen Stellen erfolglos beworben auf die ich vom Profil her sehr gut gepasst habe - und wurde nicht mal zum Vorstellungsgespräch eingeladen.
    Die durchaus plausible Antwort bekam ich von einer Personalerin des EED: Wenn Sie keiner Kirche angehören, werden wir Sie für Inlands-Jobs nicht einladen oder auswählen (auch wenn Sie vorher mit uns schon im Ausland waren!).
    Schade. Oder eigentlich mehr als schade, denn im Grunde ist das eine Diskriminierung, die z. B. in England oder Frankreich im Sinne der Gleichberechtigung ausgeschlossen wäre.
    Das Engagement der kirchen-nahen Organisationen in der EZA ist wichtig, es wird gute Arbeit gemacht - auch ohne Missionierungs-Gedanken. Und gerade für solche Jobs muss man doch keiner Kirche angehören!
    Noch dazu wenn man wie ich einen bayerisch/humanistischen Bildungshintergrund hat.
    Hat es damit zu tun, dass gehofft wird, die Mitarbeitenden ordnen sich besser ins (kirchlich-) hierarchische System ein?
    Kann man davon denn ausgehen, ohne jemanden persönlich kennengelernt zu haben?
    Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, auch im Inland (wie ich es im Ausland getan habe) an relevanten Feiern etc. mitzumachen. Aber dafür muss ich nicht mit Siegel und Unterschrift beweisen, dass ich einer Kirche angehöre. Anscheinend doch?
    Ich würde mich über Zuschriften freuen von Personen, die Ähnliches erlebt haben oder welchen "vom Fach" - um den Grund und die Intention besser verstehen zu können.
    Vielen Dank.
    Julia Schönhärl
  • Kristian Brakel
    Kristian Brakel    Group moderator
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    Re: EZA-Jobs und Kirchenzugehörigkeit in Deutschland
    Also ja, das ist natürlich eine Diskriminierung und man muss sich überhaupt fragen, warum die Kirchen in Deutschland soviel Entscheidungsspielraum in vielen Fragen haben. Ein anderes Beispiel ist ja das Tarifrecht, dass ja neulich bei der EKD hochkochte.

    Aber: eigentlich ist es doch logisch, dass ein Arbeitgeber immer BewerberInnen auswählt, von denen er glaubt, dass sie am besten zum Unternehmen und seiner Firmenphilosophie passen. Das ist ja bei weltlichen Arbeitgebern nicht anders - die politischen Stiftungen etwa setzen keine Parteimitgliedschaft vorraus, aber als CDU Mitglied werden Sie vermutlich in der FES keine Karriere machen. Der Unterschied hier ist ja lediglich, dass es legitim ist Kirchenmitgliedschaft abzufragen bzw. diese ja auch im Ausweis vermerkt ist. Das finde ich das größere Problem.

    Welchen Zusammenhang Sie zwischen Ihrer Herkunft aus Bayern und einer Anstellung sehen, ist mir nicht klar.
    This post was modified on 27 Jan 2012 at 03:06 pm.
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  • Kristian Brakel
    Kristian Brakel    Group moderator
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    Re^2: EZA-Jobs und Kirchenzugehörigkeit in Deutschland
    Viele Partner der Kirchen kommen ja auch aus dem kirchlichen Bereich. Mit diesen kann man sicher überzeugender agieren, wenn man selbst einen kirchlichen Hintergrund hat.

    Und wie gesagt, die Kirchen sind ja nun wirklich keine Ausnahme mit so einer Einstellungspraxis. Also bestimmt stellt etwa Medico International niemand an, der politisch eher der CDU geneigt ist. Und wenn man es recht liest, stellt ja auch das BMZ gerade bevorzugt FDPler ein ;)