Fischernetz

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  • Jürgen Götting
    Jürgen Götting
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    Brandungsgerät an Rhein, Ruhr und Elbe etc.
    Hallo zusammen,

    ich wollte mal fragen ob hier auch jemand mit Brandungsgerät an den Fluss geht. Habe gerade meine Brandungscombo wieder aus der Versenkung geholt und stelle fest, dass an der Rolle die Verschraubung für den Rotor gebrochen ist. Muss mir jetzt ne neue Rolle besorgen und die Schnur hats nach 15 Jahren Keller sicher auch mal wieder nötig. Bisher habe ich in der Brandung immer ne 40er Monofile ohne Schlagschnur gefischt. Spiele aber jetzt mit dem Gedanken, mal ne 17er geflochtene mit ner 50er Schlagschnur aufzuspulen, um ne bessere Bisserkennung zu haben und auch den Anschlag besser durchzubringen. Mit welcher Schnur geht ihr im Fluss auf Grund? Mono oder geflochtene? Wie sind eure Erfahrungen?

    Gruß
    Jürgen
  • Karsten Zygowski
    Karsten Zygowski    Premium Member   Group moderator
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    Re: Brandungsgerät an Rhein, Ruhr und Elbe etc.
    Servus Jürgen,

    ich denke mal dass der Rhein zu einem der strömungsreichsten Flüsse neben Weser, Elbe und Oder gehört. Aber ein Brandungsgeschirr benötigt man dort wirklich nicht.
    Wenn ich im Sommer richtig hart in der Strömung fischen muss, nehme ich 140-er Bleie, oder 100-er mit Krallen. Dafür reicht eine normale Heavy-Feeder mit 180g WG aus.
    Entscheidend für die Bisserkennung ist eine sensible Spitze. Wenn ich mein Brandungsgeschirr betrachte, dann ist das nicht für die Angelei passend. Bei uns hast Du in der Strömung folgendes Verhalten der Spitze:
    - langsam runter, ruckartig rauf: Strömung, der Korb / das Blei wandert
    - ruckartig runter, langsam rauf / alternativ ein Zittern: Fisch
    Mit einer klassischen Brandungsrute wirst du die Bisse nicht erkennen.

    Mono oder Geflecht: Glaubenssache! Ich fische ein 12-er Geflecht.
    Warum:
    - Durch den geringeren Durchmesser gegenüber einer Mono habe ich einen geringeren Strömungswiderstand. Dadurch kann ich mit leichteren Gewichten fischen.
    - Die Bisserkennung ist auch auf 50 + Metern sehr gut, ich kann Krabbe von Grundel von Kleinfisch unterscheiden.

    Ich weiß, dass es auch Gründe für Monos gibt. Die werden stärker, wenn die Ruten hart sind und so die Fische schneller ausschlitzen können. Das kommt also auf die Gesamtkombo an.

    Vorne habe ich ca. 1,5 m 40-er Mono die per no-knot-Verbinder mit der Geflochtenen verbunden ist. Sie bildet durchgängig meine Schlaufenmontage in der ich Korb oder Blei einhänge. In der zweiten Schlaufe ist das Vorfach eingeschlauft.

    Ergo: Brandungsrute ist ein Notbehelf. Meiner Meinung nach ist man damit nicht so erfolgreich da die Bisserkennung sehr erschwert wird.

    Karsten
  • Jürgen Götting
    Jürgen Götting
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    Re^2: Brandungsgerät an Rhein, Ruhr und Elbe etc.
    Hallo Karsten,

    ja, daran dachte ich auch schon. Habe mir deshalb als Bissanzeiger nen Einhänger in die Schnur gehängt - so wie früher in der Brandung auch. Aber dennoch denke ich, dass die Mono einfach zu viel Dehnung hat um auf diese Distanz einen Biss zuverlässig anzuzeigen. Eher würde ich damit rechnen, dass irgendwelches Kraut in die Schnur treibt und meinen Bissanzeiger hoch zieht.
    Wie gesagt - ich habe die Brandungsrute nun nach 15 Jahren wieder aus der Versenkung geholt, weil nichts anderes geeignetes mit einem erforderlichen Wurfgewicht da war. Für ne Feederrute ist zur Zeit erstmal kein Geld da. Dachte, ich probier es einfach mal aus. Hat ja in der Brandung auch irgendwie funktoniert. Mit der Rolle hab ich erstmal improvisiert. Hatte von meinem alten Hechtknüppel noch ne alte SLS 2. Habe die mit der Mono von der kaputten Brandungsrolle bespult und erstmal als Notbehelf montiert. Aber ne Dauerlösung ist das nicht. Mein Dealer hier um die Ecke hat gerade die Balzer Tidec III Surf im Angebot. Denke für die paar mal, die ich mit Grundmontage an die Elbe komme, wird die ausreichen. Dafür muss es echt keine Shimano für teuer Geld sein. Bin ja eigentlich Spinnfischer. Den Winter über werde ich vermutlich eh nicht so viel an die Elbe kommen. Eher an die Alster. Und da reichen meine normalen Grundruten mit WG 30-60 g.
    Aber ist eine 12er geflochtene wirklich ausreichend? Ich fische auf meine Jigrute ne 15er geflochtene. Da kommt mir die 12er auf der Brandungsrolle bissel dünn vor. Denke, da muss dann aber wenigstens 10 Meter Schlagschnur vor, oder??
  • Karsten Zygowski
    Karsten Zygowski    Premium Member   Group moderator
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    Re^3: Brandungsgerät an Rhein, Ruhr und Elbe etc.
    Hi,

    die Schlagschnur brauchst du um zwei Effekte zu eliminieren:
    a) Beim Auswurf entstehen sehr hohe Kräfte die eine dünne Schnur zum reißen bringen.
    b) Wenn die Montage auf Grund liegt oder ein Fisch mit ihr wandert können Steine & Muscheln eine geflochtene Schnur schnell kappen.

    Beim Feedern ist die Parabolik der Rute unter Umständen so gut, dass du mit einem runden Wurfstil die Belastungen beim Auswurf kontrollieren kannst. Dazu gehört auch, dass die Schnur sauber und gleichmäßig von der Rolle läuft.

    Ich habe nur zwei Spots, an denen ich eine Muschelbank vor mir habe (beides sind Frischwassereinläufe von Bächen). Dort hat man aber mit Feederkorb und Schlaufenmontage eh die Nase voll, denn irgend eine Muschel beißt immer irgendwo in die Schnur/Korb/Montage. Dort stippe ich lieber.

    Folglich fische ich lieber ohne Schlagschnur da bei mir die Risiken nicht gegeben sind. Das ist aber keine generelle Aussage, hängt halt von Rute, Kombo etc. ab.

    Schnurstärke: 12er, 15er oder 17er bringen Tragkräfte, die für die Fischerei im Süßwasser (außer auf Waller) ausreichen. Eine 12-er Fireline z.B. trägt rund 6,8kg (lineare Belastung, keine Schockbelastung!). Das reicht für meine Barben dicke aus. . Ich habe mit der 0,12er keine Schnurbrüche. Eine 17er liegt bei 10kg, hat aber ca. 50% mehr Wasserwiderstand als die 0,12er.

    Karsten
  • Jürgen Götting
    Jürgen Götting
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    Re^4: Brandungsgerät an Rhein, Ruhr und Elbe etc.
    Nun ja - die Tragkräfte sind ja bei den verschiedenen Schnüren sehr unterschiedlich. Wenn ich meiner schnur glauben darf, hat meine 15er schon eine Tragkraft von 14,5 kg. Auf der kleinen Barsch- und Forellen-Spinnrute hab ich ne 10er mit angeblich 9 kg Tragkraft. Nun ja, das kann man erstmal glauben oder nicht. Wenigstens stehts drauf.

    Worauf sollte ich denn achten, wenn ich doch irgendwann mal ne Feederrute kaufen sollte? 3 Spitzen sollten es schon mal sein, denk ich. Und wie sollte das Wurfgewicht für die Elbe sein? Bisher werf ich Bleie von 80-100 g. Denke, die sollten auch reichen. Also sollte ich eigentlich mit -120g hinkommen, oder lieber 150 g?? Länge ca. 360 ?

    Bei uns in der Außenalster gibts schon ne Menge Muschelbänke. Gestern in der Elbe hatte ich auch 2 Muscheln auf der Schnur sitzen. Mein Zielfisch ist allerdings weniger der Karpfen als viel mehr Aal und Plattfisch.
    Angelst du mit einem Endblei oder mit Laufbleimontage?
  • Karsten Zygowski
    Karsten Zygowski    Premium Member   Group moderator
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    Re^5: Brandungsgerät an Rhein, Ruhr und Elbe etc.
    Moin Jürgen,

    zur Feederrute: Ich selbst halte an den großen Flüssen 390cm als Minimum. Meine sind 4,20m lang, sind Ultimate King of Club Heavy Feeder. Leider gibt es die nicht mehr, Ukltimate ist wieder mal insolvent.
    Die Berkley Cherrywood-Serie hat echte Maßstäbe gesetzt, habe ich mal gefischt, sind sehr gut. Sänger hat in der Spirit-Serie (ich glaube Spirit-One ist aktuell) Ruten die für den Einstieg tauglich sind. Die Balzer Ruten kenne ich nicht.
    Wichtig ist mir die Aktion. Die Rute kann ruhig ein gutes Rückgrat haben, muss aber trotzdem bei Belastung im Drill nachgiebig sein. Viele preiswerte Ruten haben ein sehr steifes Rückgrat und eine weiche Spitze. Das mag ich nicht, birgt die Gefahr des ausschlitzen im Drill. Auch wird der Fisch nicht so schnell ermüdet.
    Drei Spitzen sind i.d.R. bei jeder Feederrute dabei. Sie haben einen kleinen Einfluss auf das Wurfgewicht. Wichtig sind sie um unterschiedliche Strömungs- und vor allem Windverhältnisse abzufangen. Die Ringe in den Spitzen sollten nicht zu klein sein, ansonsten gibt es Probleme mit dem Verbindungsknoten wenn man doch mal eine Schlagschnur verwendet.

    Zur Montage: Insgesamt bevorzuge ich die Schlaufenmontage. Sie ist billig herzustellen und verläßlich. Ich habe mal mit Schlaufenmontage auf der einen Rute und Laufröhrchen auf der anderen Rute experimentiert und bilde mir ein mit der Schlaufenmontage besser zu fangen. Frank Völkle (ist auch hier unterwegs) hat eine klasse Anleitung für die Schlaufenmontage ins Netz gestellt, die ist für den Nachbau der Montage klasse: http://www.weserstrand-bremen.de/angeln/schlaufenmontage/sch...
    Zwei Änderungen habe ich daran:
    - Anstatt eines normalen Karabinerwirbels zur Verbindung mit der Hauptschnur ist bei mir ein No-Knot wegen der geflochtenen Hauptschnur. Ergo binde ich oben eine Schlaufe die in den No-Knot eingehängt wird.
    - Mein Vorfach hat oft noch einen Wirbel um den Drall im Vorfach zu minimieren. Dies passiert wenn man mit Maden in der Strömung fischt oder auch beim Einholen der Montage. Ist einfach ein unschöner Effekt der Zeit kostet.


    Karsten
    This post was modified on 14 Dec 2010 at 11:42 am.
  • Karsten Zygowski
    Karsten Zygowski    Premium Member   Group moderator
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    Re^6: Brandungsgerät an Rhein, Ruhr und Elbe etc.
    Noch ein Nachsatz: die Durchlaufperle mit Karabiner kann ruhig etwas schwächer ausfallen. Wenn es zu einem Hänger kommt, ist meist das Blei / der Korb der Verursacher. Wenn der Karabiner schwach ist, ist dass die gewünschte Sollbruchstelle. Montage und Fisch bleiben somit an der Schnur.
  • Jürgen Götting
    Jürgen Götting
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    Re^7: Brandungsgerät an Rhein, Ruhr und Elbe etc.
    Vielen Dank für deine Tipps, lieber Karsten,

    ich muss mir das mal fürs nächste Frühjahr überlegen. Über den Winter komm ich noch mit meiner Brandungsrute. Nur muss erstmal ne Rolle dran. Habe heute morgen nochmal mein Blei von Sonntag nachgewogen und mit Entsetzen festgestellt, dass es doch ein 150-g -Blei war. Da wäre mir ne 12er geflochtene ohne Schlagschnur echt zu dünn. Da würde ich mich nur trauen, sie an der Spundwand runterzulassen. :o) - Ich denke mal dass ich zur Beruhigung meines Gewissens wohl eher auf ne 17er oder 21er zurückgreifen würde, wenn ich auf ne Schlagschnur verzichten will. Aber Versuch macht klug. Ich werds einfach mal Ausprobieren. Vom Bleigewicht hats auf jeden Fall am Sonntag bei Hochwasser ausgereicht. Mehr muss nicht. Bisher hab ich ein 1,20m Vorfach mit 2 Seitenarmen für die Haken und nen Karabiner für das Endblei montiert. Bei der Montage könnte ich dann bleiben.