Fitness / Wellness
Posts 1-1 of 1
-
Michael Krämer Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Die Faszination des Schneeschuhwanderns...
... Naturerlebnis auf leisen Sohlen in unberührter Winterlandschaft!
Wo liegt der Reiz des Gehens auf Trappers Spuren?
Sicherlich nicht nur nur in der sportlichen Komponente. Stille und der Eindruck unberührter Natur, begleitet nur vom leisen Knirschen des Schnees unter den Schritten, lassen ein längst vergessenes Lebensgefühl erwachen. Wir begegnen der Natur wieder im ursprünglichen Sinne und finden dabei in der Hektik des Alltags eine Ruheoase, in der Kopf und Körper eine Auszeit nehmen kann. Auf Neudeutsch, wir entschleunigen unbewußt, oder auch ganz bewußt!
Im Wandel der Zeit - Vergleich zwischen damals und heute...
Bevor Schneeschuhe erfunden wurden, waren weite Teile der verschneiten Welt unzugänglich. Schneeschuhe vergrößern die Trittfläche bei minimalem Zusatzgewicht. So sinkt man, egal wie hoch der Schnee auch liegt, kaum ein und geht sanft und sicher wie auf Wegen. Ursprünglich aus Zweigen geflochten, später aus unter Dampf gebogenem Holz und mit Tiersehnen oder Därmen bespannt, ist die Erfindung „Schneeschuh" schon mehr als 3000 Jahren alt. Die Eskimos und Indianer Nordamerikas benutzten die Gehhilfen im Winter, um Nahrung zu finden oder um neue Jagdgründe zu erkunden. Später profitierten Trapper, Jäger und Pioniere davon, bis der Schneeschuh schließlich auch in Europa und Asien Einzug hielt, wo er vor allem für Förster, Jäger und Holzarbeiter im Winter von großem Nutzen war. Die ersten Modelle waren überlang, was die Bewältigung weiter Strecken in sehr tiefem pudrigen Schnee erlaubte, das Gehen aber auch sehr anstrengend machte. Heute hat sich der Schneeschuh von einem wichtigen Gebrauchsgegenstand in einen Freizeitartikel verwandelt, der mit dem "Schuh" unserer Vorfahren nur noch sehr wenig zu tun hat. Statt Holzrahmen und Ledergeflecht, liegen die Vorteile des heutigen modernen Sportgeräts in einem leichtem Rahmen mit modernster Bindungstechnik und einer geringeren Größe, die das Gehen im Schnee doch leichter macht.
Wie alles anfing!
In der Anfangszeit meiner "Schneeschuh-Karriere", Anfang der 80ziger Jahre, waren wir noch eine Minderheit in der alpinen Winterwelt und im Vergleich mit den Skitourengehern noch eher Exoten. Wir befanden uns noch in der "Grauzone" der Zeit, zwischen Gebrauchsgegenstand und modernem Outdoorartikel. Oft wurden wir gefragt, was für uns am Schneeschuhgehen so reizvoll wäre, wo die Vorteile lägen, ob es anstrengend sei und noch vieles mehr. Zum Teil konnte man ein wirkliches Interesse hinter den Fragen spüren, aber oft waren auch nur kopfschüttelndes Unverständnis und manchmal bei Schitourengehern auch eine gewisse Überheblichkeit. Doch wenn ich recht überlege, bin ich von Menschen mit einem tiefen und ehrlichen Bezug zur Natur noch nie belächelt worden. Ganz im Gegenteil! Heute sehe ich den einen oder anderen inzwischen selbst auf Schneeschuhen durch die verschneiten und unberührten Wälder ziehen. Gerade dieses intensive Naturerlebnis in einer unberührten Winterlandschaft, mit der Möglichkeit auf eigenen Spuren im Einklang mit der Natur unterwegs zu sein, macht für mich die Hauptfaszination des Schneeschuhgehens aus.
Mit der Natur im Einklang!
Heute ist der Winterteil unserer Ausbildung zum Tiroler Bergwanderführer zu Ende. Die anderen Kursteilnehmer sind schon aufgebrochen und auf der Heimfahrt. Nur wir beiden "Flachländler" bleiben wir in der Nähe des Brenners noch eine Nacht. Nach einem Kaffee beschließen wir bei Vollmond noch eine letzte Tour zu gehen. Eine sternenklare Nacht - aber klirrend kalt. Es hatte viel geschneit in den letzten Tagen. Es macht Spaß, hier im nächtlichen Schnee mit Stefan zu waten. Ruhig ist es. Entspannend ist es. Die Gedanken fließen. Einmal hier- und einmal dorthin. Die frische Luft rötet das Gesicht. "Oben" bleiben wir wie angewurzelt stehen und bestaunen den Mondaufgang hinter dem Patscherkofel - ein bewegender Moment! Heute Abend gibt es nicht das Ziel, sondern es gilt wirklich "Der Weg ist das Ziel". Beim Rückweg ist alles so viel leichter. Wir folgen unserer eigenen Spur - beschwingt und doch tief bewegt...
Ich wünsche allen eine entspannte Adventszeit ganz ohne Hektik, mit Sinnlichkeit und Ruhe...
Herzlichst Ihr
Tiroler Bergwanderführer
Michael Krämer
- 07 Dec 2010, 3:33 pm
