Fraunhofer-Forum

Die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. (FhG) ist die größte Organisation für angewandte Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen in Europa. Namensgeber für die Fraunhofer-Gesellschaft war Joseph von Fraunhofer (1787–1826). Dessen hervorragendste Leistung bestand in der Verbindung von exakter wissenschaftlicher Arbeit und deren praktischer Anwendung für neue, innovative Produkte. Joseph von Fraunhofer war als Forscher, Erfinder und Unternehmer gleichermaßen erfolgreich und wurde deshalb zum Vorbild und Namenspatron der heutigen Fraunhofer-Gesellschaft gewählt.

Die Fraunhofer-Gesellschaft betreibt derzeit mehr als 80 Forschungseinrichtungen, davon 56 Institute, an Standorten in ganz Deutschland. 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, überwiegend mit natur- oder ingenieurwissenschaftlicher Ausbildung, bearbeiten das jährliche Forschungsvolumen von 1,3 Milliarden Euro. Die Institute arbeiten dazu auf praktisch allen anwendungsrelevanten Technologiefeldern, so z. B. in Mikroelektronik, Informations- und Kommunikationstechnik, Life Sciences, Werkstoffforschung, Energietechnik oder Medizintechnik. Rund zwei Drittel ihrer Einnahmen erwirtschaftet die Fraunhofer-Gesellschaft mit Aufträgen aus der Industrie und mit öffentlich finanzierten Forschungsprojekten. Nur ein Drittel wird von Bund und Ländern beigesteuert, auch um damit den Instituten die Möglichkeit zu geben, Problemlösungen vorzubereiten, die in fünf oder zehn Jahren für Wirtschaft und Gesellschaft aktuell werden (Vorlaufforschung). Dabei kommt das so genannte Fraunhofer-Modell zu tragen: Seit 1973 bemisst sich die Höhe der Grundfinanzierung weitgehend erfolgsabhängig nach der Höhe der Wirtschaftserträge. Dieses Prinzip gilt für die Gesellschaft im Ganzen ebenso wie für die einzelnen Institute. Damit wird der Wille umgesetzt, die Fraunhofer-Gesellschaft zum führenden Anbieter der angewandten Forschung zu machen. Gleichzeitig erhalten die Gesellschaft und ihre Institute die Flexibilität, auf sich ändernde Rahmenbedingungen in der Wissenschaft und auf den Märkten autonom zu reagieren.

Die Institute und ihre Leiter tragen selbständig die Verantwortung für Projektergebnisse, für die eigene Bedeutung in der wissenschaftlichen Welt und vor allem für die eigene Finanzierung. Daraus ergibt sich einerseits ein hohes Maß an Eigenständigkeit in der fachlichen Schwerpunktsetzung, in der Allokation der Ressourcen, in der Projektakquisition und im Projektmanagement. In diesem Sinne handeln die Institute und ihre MitarbeiterInnen unternehmerisch und verbinden im Idealfall die Forschung, die Innovation und das Unternehmerische so, dass die Orientierung am Namenspatron Joseph von Fraunhofer erfüllt wird.

Um Deutschland als Wirtschaftsstandort zu sichern und den Arbeitsmarkt zu verbessern, kooperieren die Fraunhofer-Institute zunehmend mit kleinen und mittelständischen Unternehmen, die sich nur selten eigene Forschungslabors leisten können. Zahlreiche Innovationen in Produkten und Verfahren gehen auf Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Fraunhofer-Instituten zurück. Eine der bekanntesten Fraunhofer-Entwicklungen ist das Audiodatenkompressionsverfahren MP3.

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