Hallo Herr Gerber, hallo Frau Heyduck,
ich begrüße es sehr, wenn die Fraunhofer Institute neue Kommunikationsformen ausprobieren, um sich mit potenziellen Mitarbeitern, Kunden, Partnern oder anderen Stakeholdern weltweit auszutauschen.
Ich verstehe Twitter als einen besonders niedrigschwelligen Dienst, der sinnbildlich für die Entwicklung des Echtzeitnetzes steht und mich mit aktuellen Informationen zu bestimmten Inhalten zu dedizierten Themen aus der ganzen Welt versorgen kann. Es ergänzt sehr schön die bestehenden Kommunikationswege und bringt mich mit interessanten Menschen zusammen, die ich wohl nur zufällig in der realen Welt getroffen hätte.
Nun sind Fraunhofer Institute Institutionen und keine realen Menschen. Was können diese mitteilen, das von skizzierten Eigenschaften von Twitter profitiert? Und wer wird sich dafür interessieren?
Gegenwärtig würde ich annehmen, dass insbesondere potenzielle Mitarbeiter ein Interesse an aktuellen Informationen über das laufende Geschehen und die handelnden Personen in den Instituten haben. Zukünftig werden auch potenzielle Kunden und Partner ein Institut durch die generierten Inhalte leichter über Suchmaschinen entdecken und einschätzen können, als durch Vorträge, Pressemitteilungen und Jahresberichte - sofern es den Autoren in den Instituten gelingt, zusätzliche Informationen über ihre Arbeit zu kommunizieren, als dies das auf traditionellem Wege geschieht.
Folgende zusätzliche Informationen könnte ich mir auf für Fraunhofer Institute auf Twitter vorstellen:
- Kurzvorstellung neuer Prototypen als Youtube-Video (wird gerne re-tweeted, wenn es auf eine positive Art überrascht). Muss nicht super professionell sein, "good enough" reicht meistens aus.
- Audio/Video-Streams von Präsentationen geladener Gäste oder von Mitarbeitern "à la TED"
- Kurzinterviews mit neuen Mitarbeitern (vielleicht auch Studenten), woran sie arbeiten, was sie von der Arbeit erwarten
- Kurzinterviews mit Personen, die eine neue Stelle extern antreten und berichten, welche Erfahrungen sie in der Zeit beim jeweiligen FhI gemacht haben
- Hinweise auf EU-Projekt-Zwischenstände, die einen Neuigkeitswert haben und auch für Nichtspezialisten verständlich sind
- Hinweise auf Software oder Demonstratoren zum Ausprobieren
- Hinweis auf die Publikation des Monats, mit PDF-Link und Foto
- Link auf veröffentlichte Dissertationen oder hervorragende Master- oder Bachelorarbeiten
- Fotos von Symposien, Talks oder Betriebsfeiern
- Hinweise auf Ausschreibungen, die die Themengebiete des jeweiligen Instituts abdecken und für mögliche Partner interessant sein könnten
- Fragen an die Community, die durchaus inhaltlicher Natur sein können.
- Stellenausschreibungen
- Hinweis auf kommende Veranstaltungen
- Markante Gedanken aus laufenden Veranstaltungen oder nicht vertraulichen Sitzungen
- und zwischendurch auch immer mal Anekdoten oder witzige Fotos, die zeigen, dass bei Fraunhofer nicht nur smarte sondern auch humorvolle Menschen arbeiten
Überhaupt wird damit zu rechnen sein, dass die Leserschaft auch Fragen stellen oder Anmerkungen öffentlich formulieren wird. Das wird also ebenfalls Teil der Twitter-Kommunikation sein.
Und: In einer globalisierten Forschungswelt sollten alle Informationen auf Englisch formuliert werden. Das ist m.E. auch Kunden aus Deutschland zuzumuten. Die Chance, dass eigene Tweets durch die Welt gehen, ist bei englischsprachigen Beiträgen einfach höher als bei deutschsprachigen. Und letztlich ist es auch ein Signal, dass man prinzipiell alle Menschen auf der Welt erreichen möchte, die sich für das FhI und deren Mitarbeiter und Themen interessieren.
Soweit meine Gedanken zum Einsatz von Twitter. Freue mich auf Feedback und weitere Einsatzmöglichkeiten.
Beste Grüße aus Bonn
A. Schäfer

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Dr. Andreas Schäfer
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