Ein Gruß an alle Forumsteilnehmer,
wirklich spannend wie in diesem Artikelbaum die Themen sich weiter spinnen. Danke an alle Teilnehmer. Hier nun auch mein Beitrag zu den Themen:
Re^1: was muss eine gute Führungskraft eigentlich können
Eine gute Führungskraft muss zu allererst ihre/n Aufgabe/Auftrag erledigen können.
Idealerweise zum Vorteil der Firma. Zum Vorteil der Firma verstehe ich so: eine Firma ist eine Organisation. Organisationen bestehen auf der einen Seite durch ein gemeinsames Ziel (Geschäftsfeld), auf der anderen Seite aus Organisationsmitgliedern (Mitarbeitern). Alles Weitere ergibt sich daraus. Im Zweifel sollte die Organisation überleben, nicht die Organisationsmitglieder (ohne Organisation), nur so besteht die Chance (für die Organisation) neue anzufangen und wieder zu wachsen.
Sicher gibt es Unterschiede zwischen großen Organisationen (Konzerne) und kleineren Organisationen (KMU’s). Ich für meinen Teil kann nur für kleinere Organisationen sprechen.
Für mich als Führungskraft in einer kleineren Organisation war der Teamgedanke wichtig und ich habe es bevorzugt (mit oft) besser qualifizierten (als ich) zusammenzuarbeiten und meine Fähigkeiten auf das Führen der Gesamtaufgabe zu richten (so definiere ich übrigens auch ein Team – verschiedene Spezialisten lösen gemeinsam eine Aufgabe). Das passende Grund-Know-how für alle Bereiche hatte ich, konnte so jedoch ohne Probleme den Rat und die Erfahrung der Spezialisten annehmen und positiv in die Projekte einbringen. Bei diesem Verständnis von Führung waren für mich zwei Seiten wichtig: was kann meine Organisation und was will mein Vorgesetzter (als Unternehmensleiter ersetze ich heute Vorgesetzter durch Kunde!). Ziel meiner Führungsaufgabe war es innerhalb eines bestimmten finanziellen Rahmens, eine bestimmte Leistung in einer bestimmten Qualität abzugeben, so dass auch in Zukunft die geeigneten Ressourcen zur Verfügung stehen. Um diese Aufgabe zu erfüllen war es zwingend notwendig auch auf die Organisationsmitglieder einzugehen. Mein Vorteil war, dass ich in allen Bereichen die Fachsprache und Gedankenstrukturen der jeweiligen Spezialisten verinnerlichen konnte und auch zwischen den Spezialisten (und den Interessen des Projektes) vermitteln konnte. So konnte (fast) immer ein Konsens zwischen allen Bereichen gefunden werden. Im Zweifel habe ich die Entscheidungen so getroffen, wie ich meinte, dass sie der Aufgabe und dem Ergebnis am besten dienten. Die Ergebnisse und das Lob der Teams gaben mir recht.
Re^2: Fuehrung und Motivation
Da ich kein Pausenclown und kein Alleinunterhalt bin/war beschränkten sich meine Motivationsversuche darauf, die natürliche Motivation, die ein gesunder Mensch der seine Arbeitskraft zur Verfügung stellt hat, zu erhalten (sollte diese positive Grundeinstellung zur Arbeit fehlen, kann von einer MIT-arbeit sowieso nicht gesprochen werden). Dies erfordert etwas Fingerspitzengefühl und im Zweifel die Bereitschaft (falls diese motivierte Grundeinstellung aus irgendwelchen Gründen fehlt) zu einer einvernehmlichen Trennung. Da ich meine Organisationsmitglieder für die diversen Projekte jeweils neu zusammenstellen konnte war das verhältnismäßig einfach. Die Leistungsfähigkeit einer Organisation lebt und stirbt mit den schwächsten Gliedern und als Führungskraft gehört es einfach dazu, die Schwächen und Stärken der MA zu erfassen und dann wieder gewinnbringend einzusetzen.
Monetäre Aspekte waren für diesen Bereich eher zweitrangig. Generell gehören zu dem Gehaltsspiel immer zwei, einer der ein Gehalt anbietet und einer der bereit ist, zu diesem Preis zu arbeiten. Wenn eine Vereinbarung zustande gekommen ist, sollte es darüber keine Diskussionen mehr geben, außer die Aufgabe und die Verantwortungen ändern sich. In meinem Berufsleben wurden mir zweimal die Gehälter gekürzt. Das ist eine sehr kritische Geschichte. In der einen Firma habe ich sofort gekündigt, mit dem Erfolg dort später (eigentlich gleich eine Woche später) die Position als Freiberufler mit wesentlich höherer Bezahlung wieder einzunehmen. In der zweiten Firma wurden dafür die erfolgsorientierten Anteile der Bezahlung erhöht, so dass ich mit dieser Senkung keine Probleme hatte.
Weniger Geld für gleiche Arbeit ist wohl nur von sehr wenig Menschen nachvollziehbar! Kein Wunder, wenn sich Mitarbeiter dann von der Mitarbeit verabschieden. Fairerweise erfolgt solch eine Verabschiedung durch eine Kündigung. Ist ein kein Problem für eine Firma, wenn gleiche Leistung für weniger Geld von anderen erbracht werden kann. Oft gibt es aber dann für weniger Geld auch weniger Leistung….
Mit besten Grüßen
Stefan Kaus