Führung -  Wissen aus Studium und Erfahrung

Führung - Wissen aus Studium und Erfahrung

Posts 1-10 of 22
  • Udo Lindner
    Udo Lindner    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    Wie freundlich darf eine Führungskraft sein?
    In schwierigen Zeiten dominieren wieder die "Hardliner". "Soft" ist out. Die 68er sind Schuld, weil sie in den Schulen die Gruppenarbeit eingeführt haben (Henkel) und damit die Schwachen als Bremser der Starken den Fortschritt verhindern.

    Darf man heute als Führungskraft noch freundlich sein?

    Mit meiner eigenen Meinung will ich nicht hinter dem Berg halten: Da meine Mitarbeiter für mich oft mehr tun als meine besten Freunde ist ein freund(schaft)liches Verhalten mehr als angemessen.

    Härte und Konsequenz werden oft verwechselt. Wenn ich meine Mitarbeiter zur Schnecke mache, werden sie auch so ein Tempo entwickeln. Klare Ziele mit Verbindlichkeit und einem offenen und fairen Feedback wirken besser als "management by Rumpelstilzchen".

    Freundlichkeit erhöht die Bindung, senkt Krankenstand und Fluktuation, erhöht die Freude bei der Arbeit, hebt die Lebensqualität...

    (nicht verwechseln mit Sch...freunlichkeit, Scheinheiligkeit, Schleimerei oder anderen Formen nicht authentischer Darstellungen)

    Wie sehen Sie's?

    Sehr freundliche Grüße
    Udo Lindner
  • Ralf Dannemeyer
    Ralf Dannemeyer    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    Re: Wie freundlich darf eine Führungskraft sein?
    Udo Lindner schrieb am 12.04.2005, 16:40:
    Wie sehen Sie's?
     
    Sehr freundliche Grüße
    Udo Lindner

    Lieber Herr Lindner,

    genau so wie Sie. Führungskräfte mit höherer emotionaler Intelligenz sind erfolgreicher. Sie kreieren ein Klima, in dem Ideen, Teamgeist und Visionen wachsen können, verstehen ihre Mitarbeiter und strahlen große Lust und Freude aus.

    Jeder Mensch hat ein hohes emotionales Potential. Leider fehlt vielen der Zugang zu diesem inneren Juwel: Die hohe Verantwortung im Management und das Zeigen von Emotionen wurden viel zu lange als Widerspruch angesehen. Dabei sind es die Meister der guten Beziehungen, die optimistischen und zugleich realistischen Chefs, deren Lust und Begeisterung auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überspringt.

    Das Problem in schwierigen Zeiten: Emotionale Intelligenz und emotionaler Führungsstil brauchen Übung und Konsequenz. Steht's wirtschaftlich schlecht, neigen viele dazu, zu alten, bekannten und schon früher wirkungslosen Rezepten zurück zu greifen - mehr vom selben, sozusagen.

    Das ist schade, aber wohl wahr. Der Erfolg wird die freundlichen Führungskräften jedoch schnell belohnen.

    Herzliche Grüße

    Ralf Dannemeyer
  • Post visible to registered members
  • Gertraud Meinhold
    Gertraud Meinhold
    The company name is only visible to registered members.
    Re^3: Wie freundlich darf eine Führungskraft sein?
    Ingo Schneider schrieb am 18.04.2005, 13:53:
    Aber alles in allem sehe ich das auch so. Wie Tom DeMarco schon feststellte, liegt die Wirkungslosigkeit von Druck darin begründet, dass Menschen unter Druck nicht schneller denken. Ich gehe da noch einen Schritt weiter, wo eine Atmosphäre des Drucks und der Härte regieren, denken die Menschen langsamer. Zumindest dauert es länger, bis ein Ergebnis des Denkens vorliegt. Denn aus Angst vor Konsequenzen werden alle Entscheidungen "wasserdicht" gemacht, bevor sie getroffen oder vorgelegt werden. Und das kostet - Stichwort: Pareto-Prinzip - Zeit, die besser investiert werden könnte.
     
    Hallo,

    interessante Thematik.

    Motivierte Mitarbeiter die sich mit dem Unternehmen identifizieren und optimistisch in die Zukuft blicken.

    liebe Grüße

    Gertraud Meinhold
  • Post visible to registered members
  • Katja Schwab
    Katja Schwab
    The company name is only visible to registered members.
    Re^2: Wie freundlich darf eine Führungskraft sein?

    Als Führungskraft halte ich es sogar für eine Notwendigkeit freundlich in der Art, aber konsequent in der Sache zu sein. Ein Mitarbeiter, der sich angemessen und freundlich behandelt fühlt, wird eher bereit sein, in bestimmten Situationen auch über seine vertragsmässig zementierte Aufgabe hinaus Verantwortung zu tragen. >
    D'accord.

    Ich weiss gar nicht, wieso Freundlichkeit mit Nicht-Führen-Können assoziiert wird. Der entscheidende Punkt ist nicht nur die Art und Weise, sondern auch der Inhalt. Wenn ich mit meinen Mitarbeitern z.B. meinen letzten Beziehungsstreit emotional ernst oder eben auch nicht diskutiere, könnte das möglicherweise einen nachteiligen Effekt auf die Wahrnehmung meiner Führungskompetenz haben.

    Freundliche Sachlichkeit, eine gute Beobachtungsgabe und eine Sensibilität für Stimmungen sind bestimmt gute Voraussetzungen für erfolgreiche Führung.

    Warum vieles von dem oft nicht umgesetzt wird, liegt sicherlich auch darin begründet, dass in ("In schwierigen Zeiten dominieren wieder die "Hardliner") schwierigen Zeiten Kapazitäten und Ressourcen knapp sind, was Druck verursacht, der bewirkt, dass die Menschen nicht nur langsamer denken, sondern auch eben nicht mehr die Energie haben freundlich zu sein.
  • Post visible to registered members
  • Post visible to registered members
  • Post visible to registered members
  • Post visible to registered members