Führung - Wissen aus Studium und Erfahrung
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Brigitte Schünemann(not a XING member)Ziele
Was macht eine Führungskraft, wenn sie die Ziele des Unternehmens nicht kennt?
Was macht eine Führungskraft, wenn sie in einem nach ISO 9000 ff zertifizierten Unternehmen nicht einmal das Handbuch zur Verfügung hat?
Oder meinen Sie, dass es ausreicht, wenn das Ziel einzig und allein darin besteht (selbst wenn es nicht festgeschrieben ist), dass das Unternehmen Umsatz und vor allem Gewinn machen muss. Reicht das für eine ordentliche Führung aus?
Brigitte Schünemann
- 27 Sep 2007, 11:23 am
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Udo Lindner Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re: Ziele
Hallo Frau Schünemann,
erst einmal stellt eine Führungskraft keine Fragen, auf die sie selbst die Antwort kennt. Das machen (fast) nur Lehrer ;-)
Zum zweiten macht eine Führungskraft ,was eine Führungsraft machen soll: sie führt (herbei). Wenn sie keine Antworten herbeiführen kann, dann könnte es sein, dass sie das Unternehmen wechselt, weil ihr die Zeit für ein so "beknacktes" Unternehmen zu schade ist oder sie
macht drittens das, was eine Führungskraft auch auszeichnet: Sie arbeitet auf der Basis von Annahmen über das, was wohl unter professionellen Gesichtspunkten auch aus Sicht eines neutralen Dritten sinnvoll zu tun ist. "Was würde ein echter Profi an meiner Stelle wohl tun?" ist eine gute Leitfrage.
"Ein Jagdhund, den man zum Jagen tragen muss, ist kein Jagdhund" - analog: Eine Führungskraft, die man zum Führen ...
Also: denken, machen, nachdenken. Danach besser machen oder besser denken.
- 27 Sep 2007, 1:48 pm
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Brigitte Schünemann(not a XING member)Re^2: Ziele
Hallo Herr Lindner,
damit stimme ich überein:
Eine Führungskraft hat sowohl eine Bring- als auch eine Holschuld (und sollte sich nicht darauf berufen, dass Informationen, die andere haben, einer Bringschuld entsprechen). Wir diese Holschuld aber nicht gehört, dann...... nützt der beste Jagdhund auch nicht, denn wenn es nur vermeintlich so aussieht, als ob eine Beute vorhanden ist, es sie jedoch in Wirklichkeit nicht gibt, wird er ewig suchen - oder davonrennen.
Brigitte Schünemann
- 27 Sep 2007, 3:19 pm
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Stefan Meinert(not a XING member)Re: Ziele
IMHO sollte eine Führungskraft in der Lage sein, sich die Informationen über die Unternehmensziele, das Qualitätshandbuch und Ähnliches selbst zu besorgen. Ist die Person dazu nicht in der Lage, sollte sie besser einen Job als Sachbearbeiter annehmen.
- 08 Oct 2007, 08:55 am
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Brigitte Schünemann(not a XING member)Re^2: Ziele
von mir ist der Sachverhalt natürlich "einfach" beschrieben worden. Und natürlich haben Sie Recht: eine Führungskraft hat diesbezüglich eine Holschuld. Manchmal jedoch sind die Kriterien nicht ganz so einfach - aber daran wird ja gearbeitet.
Brigitte Schünemann
- 08 Oct 2007, 11:01 am
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Götz Oertel Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^3: Ziele
Hallo zusammen
Ich hätte da mal eine ganz andere Behauptung:
Wenn eine Führungskraft nicht sogar an der Erarbeitung der Ziele mitgearbeitet hat, welchen Wert haben die Ziele dann wohl?
Umsatz und Gewinn sind in meinen Augen übrigens die schwächsten Zielgrößen überhaupt. Diese beiden Größen sagen gar nichts. Sie sind abgeleitete Größen.
Umsatz und Gewinn haben zwei Ursachen: Viele Kunden, die mir jeweils möglichst viel Geld zahlen.
Also stellt sich zum einen die Frage, wie man viele potenzielle Kunden dazu bekommt, die eigenen Leistungen denen aller anderer Alternativen aktiv und bewusst vorzuziehen. Zum anderen müssen sie den Mehrwert meiner Leistungen so hoch einschätzen, dass sie bereit sind, sie mir nicht nur abzunehmen, sondern mir auch noch viel Geld dafür zu zahlen.
Geht man von diesen Prämissen aus, kann es die Situation, dass eine Führungskraft die Ziele nicht kennt, gar nicht geben.
Leider ticken viele Unternehmen nicht so.
Viele Grüße
Götz Oertel
- 07 Dec 2007, 10:51 am
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Brigitte Schünemann(not a XING member)Re^4: Ziele
ganz richtig. Die Führungskräfte müssen bei der "Erarbeitung von Zielen" mit einbezogen werden.
Sie müssen sich aber auch dazu einbringen, wenn man sie auffordert.
Wir haben den Fall, dass die Führungskräfte jetzt gefordert werden, auch die nötige Zeit erhalten, sich mit den bereits vorhandenen Zielen und auch mit dem QM-Handbuch auseinander zu setzen. Diese Dinge existieren bereits seit langem. Dadurch ist natürlich alles etwas schwieriger, jedoch gibt man den Führungskräften mehr Raum, daran mitzuarbeiten. Doch das ist gar nicht so einfach, zumal eben in der Vergangenheit nach oben gelobt wurde, was fachlich gut war. Ob Führungsqualitäten vorhanden waren oder nicht, wurde nicht abgefragt. Nun belasten diejenigen, die keine F.qualitäten haben, die anderen. Und das soll und muss abgeschafft werden.
Dabei ist natürlich auch die Historie im allgemeinen zu betrachten. Führung wurde früher nicht gefordert, jetzt auf einmal. Das ist jetzt ein Prozess, der auf der einen Seite Geduld erfordert auf der anderen Seite auch den Spreu vom Weizen trennt. Wer nicht bereit ist, Führungsverantwortung zu übernehmen, wird das Unternehmen verlassen müssen. Denn ein "Zurückstufen" schädigt mehr als es fördert. Eine Führungskraft, die wegen ihrer fachlichen Qualifikation zurückgestuft wird, also wieder in die Reihen der Arbeitskräfte aufgenommen werden soll, schädigt zu aller Wahrscheinlichkeit nach nur das Arbeits- und Leistungsergebnis. Dabei ist es unhuman, wobei eben eine Kündigung auch unhuman ist. Mag ja sein, dass einige der Führungskräfte, die keine sind, vielleicht sogar froh sind, wenn sie wieder zurück in die Mannschaft gehen können, jedoch befürchte ich, dass das auf Dauer nicht funktioniert. Auf der anderen Seite müssen natürlich auch Arbeitsplätze für diese Zurückstufung vorhanden sein - ggf. ist ja auch ein Wechsel in eine andere Niederlassung möglich. Das ist dann ein mögliches Angebot, aber auch nur dann, wenn dort Arbeitsplätze geschaffen werden können.
Wir sind jetzt in der "Aufräumphase", damit wirkliche Führung entstehen kann.
Brigitte Schünemann
- 07 Dec 2007, 1:32 pm
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Brigitte Schünemann(not a XING member)Re^6: Ziele
Hallo Frau K.,
also ich spreche sie nicht mit vollem Namen an, weil Sie das "Zitieren" nicht wünschen.
Natürlich haben Sie Recht: niemand wird zur Führungskraft geboren.
Daher muss auch Raum gegeben werden, um das Erlernen zu ermöglichen.
Jedoch ist auch Ehrlichkeit notwendig. Wenn erkannt wird, daß der Mensch eben auf dieser Position unglücklich ist oder wird, dann helfen auch Zielvereinbarungen nicht weiter. Es geht hier nicht darum, mit einem Wisch einfach aufzuräumen. Es sind immer harte Entscheidungen, denn es handelt sich um Menschen.
Brigitte Schünemann
- 11 Feb 2008, 12:52 pm
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Götz Oertel Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^6: Ziele
Hallo Frau Koppel,
Ich gebe Ihnen völlig Recht: Führung ist kein operatives Problem und darf daher nicht einfach als losgelöste Middle-Management-Aufgabe mitten im "System" ansetzen.
Das alles ist in meinen Augen eine Facette des Gesamtproblems, dass sehr oft versucht wird, Fehler in der grundlegenden Unternehmensaufstellung/ -politik/ -strategie über operative und taktische Maßnahmen abzufangen.
Das Führungssystem als Solches ist bestenfalls so gut wie die Unternehmensaufstellung. Hier werden die Grundsteine gelegt.
Sind einmal die Grundsteine gelegt, relativiert sich übrigens auch mit guter Wahrscheinlichkeit das Problem der "schlechten" Führungskräfte. Es gibt nämlich dann durchaus die Möglichkeit, mittelfristig eine Aufstellung einzuführen, in der "Führungskraft" zu sein nicht schon ein Vorteil an sich ist. Ebenso wie keine Führungskraft zu sein nicht in jeder Organisation schlechter sein muss. In modernen Organisationen werden Führungskräfte zunehmend zu Coaches, Beratern, Moderatoren, Vermittlern. Der Bereichs- und Abteilungsgott (oder wahlweise Radfahrer) ist auf dem absteigenden Ast. Das gilt übrigens mitunter bis ins Top-Management.
Und bevor wieder die Stimmen kommen, die das Ganze in die Abteilung "nette Märchen zum besseren Einschlafen" stecken: Die Entwicklungen gehen erstaunlicherweise in diese Richtung, weil - richtig angepackt - die Adaptionsfähigkeit und die Performance steigen, nicht aus Sozialromantik.
So gesehen werden die Fühungspersonen des alten Schlags sicher tatsächlich ein paar Probleme bekommen. Die gilt es abzufangen. Dann ist es gerade auch eine Stärke solcher Systeme, dass etwas mehr die individuellen Stärken zum Tragen kommen und nicht die Hierarchie das Handeln bestimmt.
Viele Grüße
Götz Oertel
- 11 Feb 2008, 3:30 pm
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