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  • Zehn Goldene Regeln der Geldanlage! 28 Oct 2009, 11:23 am

    Investieren ist keine Wissenschaft. Aber: Die Wissenschaften haben in den letzten Jahrzehnten Erkenntnisse zusammengetragen, die die Grundlage von rationalem, überlegtem Investieren bilden. Die wichtigsten, gesicherten Erkenntnisse haben wir hier in zehn Goldenen Regeln der Geldanlage zusammengefasst.

    1. Es gibt nur eine Methode, richtig zu investieren

    Investieren ist keine Glaubensfrage. Anleger können nicht unter verschiedenen Anlagestrategien zur langfristigen Geldanlage wählen. Alle seriösen praktischen und akademischen Untersuchungen über Geldanlage zeigen seit Jahrzehnten, dass es nur eine einzige richtige Methode des Investierens gibt: langfristiges, passives und diversifiziertes Investieren in den gesamten Wertpapiermarkt.

    2. Wertpapiermärkte können nicht vorhergesagt werden

    Wirtschaft ist nicht vorhersagbar. Auch Profis können die kurz- und mittelfristige Entwicklung an den Wertpapiermärkten nicht durchgehend korrekt prognostizieren. Nur langfristig – also über 20 bis 30 Jahre und mehr – können relativ gesicherte Aussagen getroffen werden: Aktien stiegen beispielsweise in den letzten 200 Jahren im Durchschnitt 8% real pro Jahr Jeder, der vorgibt die Zukunft zu kennen, sollte von Rechts wegen ein Clownkostüm tragen müssen.

    Diese Erkenntnis hat weitreichende Folgen. Wer sie verinnerlicht, kann 99% aller Informationen zu Wertpapiermärkten als irrelevant ausblenden. Aus diesem Grund haben aktiv gemanagte Fonds keine Existenzberechtigung. Weil Fondmanager die Zukunft nicht kennen können, aber trotzdem enorme Gebühren dafür verlangen, schaffen es 60% bis 90% aller Fonds nach Abzug der Kosten nicht, den Marktdurchschnitt zu schlagen.

    Da wirtschaftliche Entwicklungen generell nicht vorhergesagt werden können, sollte auch unsere Anlagestrategie nie auf kurz- oder mittelfristigen Prognosen irgendwelcher Art basieren.

    Diese grundlegende Einsicht hat zwei schwerwiegende Konsequenzen:

    + Versuchen Sie nicht, den richten Zeitpunkt zum Kaufen oder zum Verkaufen zu finden (engl. market timing). Mit einer Ausnahme: Vermeiden Sie, in offensichtlich überteuerten Aktienmärkten mit großen Summen einzusteigen

    + Versuchen Sie erst gar nicht, die momentan ‚richtigen’ Wertpapiere zu finden (engl. stock picking). Beides hat mit Investieren nichts zu tun, sondern ist reine Spekulation.

    Die einzig rationale Art zu investieren ist der Erwerb und das langfristige Halten der gesamten Anlageklasse. Das kann momentan über einen Indexfonds oder einen Exchange Traded Fund (ETF) auf einen Index erfolgen.

    3. Investieren Sie langfristig

    Da die Wertpapiermärkte kurz- und mittelfristig nicht vorhersagbar sind (siehe Regel 2), muss jede seriöse Investition langfristig ausgelegt sein. Als Faustregel bietet sich an, Geld auf jeden Fall zumindest über zwei Wirtschaftszyklen anzulegen. Das sind im Schnitt zehn Jahre. Anleger mit einem kürzeren Investitionshorizont sollten sich auf risikoarme Wertpapiere wie Staatsanleihen oder gebundene Spareinlagen beschränken.

    4. Wie viel Risiko können Sie eingehen?

    Die wichtigste Frage beim Zusammenstellen eines Portofolios ist das Risiko. Je mehr Risiko Sie eingehen wollen und können, desto höher wird die Rendite sein. Sie sollten nur so viel Risiko eingehen, wie Sie verkraften können. Können Sie einen kurzzeitigen Wertverlust des Portfolios von 10 Prozent verkraften? 20 Prozent? 30, 40 oder gar 50 Prozent? Dann müssen wir davon ein wenig abziehen, da sich gezeigt hat, dass Anleger generell ihre Risikotoleranz überschätzen. Denn wenn Sie beim nächsten Crash das Handtuch werfen und panisch verkaufen, bringt die schönste Portfolioplanung rein gar nichts.

    Wenn wir die Frage nach unserer Risikotoleranz beantwortet haben, ergibt sich das Verhältnis von risikoreichen Wertpapieren (Aktien, Rohstoffe, Immobilien usw.) zu wertstabilen Wertpapieren (Staatsanleihen) fast schon von selbst.

    5. Bleiben Sie bei Ihrem Portfolio

    Stellen Sie Ihr Portfolio einmal gut überlegt zusammen und bleiben Sie für immer dabei. Da wirtschaftliche Entwicklungen nicht vorausgesagt werden können, sollten Sie nicht versuchen, Ihr Portfolio den Marktentwicklungen anzupassen. Der tägliche Blick in den Börsenteil bringt rein gar nichts. Das garantiert nur langfristig eine unterdurchschnittliche Rendite.

    Änderungen am Portfolio sind nur in zwei Fällen möglich: a) wenn das Ende Ihres Anlagehorizonts näher rückt, b) wenn das Risikoprofil Ihres Portfolios nicht mehr Ihrer Situation entspricht oder wenn der letzte Crash gezeigt hat, dass Sie Ihre eigene Risikobereitschaft überschätzt hatten.

    6. Kaufen Sie Anleihen und Aktien

    Anleihen und Aktien bilden das Rückgrad jedes Portfolios. Deshalb muss ein gut diversifiziertes Portfolio zumindest diese beiden klassischen Anlageklassen beinhalten. Beide Anlageformen existieren seit Jahrhunderten: Wenn Sie Anleihen kaufen, verleihen Sie Geld zu bestimmten Konditionen an einen Schuldner. Wenn Sie Aktien kaufen, erwerben Sie damit einen Teil eines Unternehmens. Das bewährte Paar Anleihen und Aktien sollte den Großteil Ihres Portfolios ausmachen, weil beide Anlageklassen sich gegengleich bewegen. Andere Anlageklassen sollten nur in geringem Umfang zur weiteren Streuung und Absicherung in Ihr Portfolio aufgenommen werden.

    7. Halten Sie die Kosten so gering wie möglich

    Die Nebenkosten des Investierens werden von Privatinvestoren permanent unterschätzt. Denn wie beim Zinseszinseffekt wirken sich die Kosten mit zunehmender Haltedauer immer stärker auf die Rendite aus (wir können das den „Kostenkosteneffekt“ nennen). Vor allem die wiederkehrenden Verwaltungskosten von Indexfonds und Exchange Traded Funds sind für langfristige, passive Anleger ein kritischer Punkt bei der Portfoliozusammenstellung.

    8. Ein gutes Portfolio ist einfach

    Kaufen Sie nur Wertpapiere, die Sie zu 100 Prozent verstehen. Dazu kommt: Unkomplizierte Portfolios sind leichter zusammenzustellen und zu managen. Zu viele Portfoliobestandteile machen das regelmäßige Wiederherstellen der Portfoliostruktur (engl. Rebalancing) unnötig kompliziert. Um erfolgreich zu investieren genügt es, ungefähr richtig zu liegen.

    9. Investieren Sie immer Ihr ganzes Geld

    Ein langfristiges Portfolio muss immer zu 100% investiert bleiben. Jeder Versuch, mit dem Kauf von Wertpapieren zuzuwarten oder kurzfristig auszusteigen, beruht auf Prognosen (siehe Regel 2) und hat mit Investieren nichts zu tun. Eine gutes, passives Portfolio hat nie einen Bargeldanteil (Cash-Quote). Das heißt nicht, dass wir keine Geldreserven für unerwartete kleine und größere finanzielle Engpässe auf die Seite legen sollen. Aber diese Fettreserven haben nichts in einem Anlageportfolio zu suchen.

    10. Lassen Sie Ihr Geld für sich arbeiten

    Gute Anlagen sind wie kleine Arbeiter, die sich unermüdlich für Sie abrackern: Bei Aktien arbeitet das ganze Unternehmen in Ihre Tasche. Bei Anleihen bezahlt Sie der Schuldner regelmäßig für das geliehene Geld. Immobilien können vermietet werden. Aber: Die meisten Dinge – Rohstoffe, Gold, Kunstwerke – arbeiten nicht und werfen keine Rendite ab. Wir können nur (wie Spekulanten) auf einen Preisanstieg hoffen. Durch die geringe Korrelation mit Aktien und Anleihen sind Dinge allerdings als Versicherung gegen Kursstürze interessant. Da aber Dinge nicht für uns arbeiten, sollten Sie nur einen geringen Teil des Portfolios ausmachen.

    Diese Recherche stammt von Dr. Thomas Winderl von Portfoliotheorie.com. Ich empfehle Ihnen den sehr interessanten Newsletter von Herrn Dr. Winderl, welchen Sie unter www.portfoliotheorie.com kostenlos abonnieren können.

    Markus Miller
    Gründer, Geschäftsführer und Herausgeber: GEOPOLITICAL.BIZ
    www.geopolitical.de

    Den GEOPOLITICAL.BIZ Orginalbeitrag finden Sie unter folgendem Link: http://www.geopolitical.de/pageID_8761347.html
  • Re: Zehn Goldene Regeln der Geldanlage! 29 Oct 2009, 11:36 pm

    ... auf meinem Weblog in Österreich bei be24 habe ich ein sehr kritisches Feedback bekommen, dass ich hier auch gerne veröffentlichen möchte, aber ich muss sagen ich schätze die - immer sehr kontroverse - Meinung von Herrn Scherf dennoch sehr. Hier seine Anmerkungen zu den 10 Punkten:

    I don't think so. Diese 10 Regeln sind nicht gerade professionell

    Zum Ersten sei zu erwähnen, dass Investieren sehr wohl eine Wissenschaft ist, da dazu der richtige Research und das Verständnis (d.h. Wissen und Erfahrung) zur Materie gehört. Der besagte Dr. Winderl dieser 10 Regeln scheint selbst an der Börse nicht wirklich viel Geld verdient zu haben und ist damit nicht kompetent diese Regeln zu erstellen. Man sollte sich immer an Leute halten, die mit deren Investitionen im Laufe der Jahrzehnte tatsächlich Erfolge und Misserfolge erreichten, bzw. schlussendlich noch immer überlebt haben (d.h. inkl. Crash, usw.) und aktive im Game sind und auf sogar grosse Investmenterfolge verweisen können und davon leben und profitieren.

    Hier kurzer Kommentar (der übliche Scherf "Senf") zu den 10 Regeln die oben angeführt sind:

    1.) Diversifizierung ist wichtig. Ein langfristiger Investmenthorizont ist ebenfalls eine Grundlage. Doch passiv sein ist ein riesiger Fehler den die meisten Investoren machen. Denn wer passiv in den letzten 10 Jahren war, hat z.B. mit dem Dow und vielen anderen Indexen, sowohl als auch mit fast allen Aktien absolut nichts verdient. Der Schlüssel zum Erfolg im Investieren ist es die Trendzyklen auszunützen und Gewinne laufend abzusichern. Nur in ganz wenig einzelnen Fällen zahlt es sich aus etwas zu Kaufen und jahrelang zuzuwarten, wenn z.B. sich in einem Papier oder Index ein Macrotrend entwickelt hat. Dennoch ist es wichtig zwischendurch Gewinne abzusichern. Und gerade die Kursschwankungen an den Börsen gewähren riesige Gewinnmöglichkeiten. Sicherlich wer z.B. in einen Index investiert und vielleicht 30-50 Jahre zuwarten kann, der erzielt somit eine vielleicht sogar attraktive Rendite. Doch wer wirklich mit seinen Investments anständig verdienen will, der muss unbedingt in gewisser Form als Trader agieren und eben Gewinne laufend absichern und sich nach der Regel des "Buy Low and Sell High" oder im Trend "Buy High and Sell Higher" agieren.

    2.) Aktiv gemanagte Fonds können riesige Erträge erwirtschaften und haben sehr wohl eine Existenzberechtigung und man sollte sich nur transparente und seriöse Fonds mit einem langjährigen Track Record aussuchen. Hinsichtlich der Zukunft ist es klar, dass niemand die Zukunft kennt und insbesondere an den Börsen gibt es sogar täglich viele positive und negative Überraschungen. Schon deshalb ist ein aktiv gemanagter Fond wichtig, um entsprechende Disponierungen im Portfolio durchzuführen und um Trends auszunützen und laufend Gewinne abzusichern. Leider gibt es nur ganz wenige Fonds die Qualität und Kompetenz aufweisen. Insgesamt sind nun seit ein paar Jahren ETFs (Exchange Traded Funds) eine sehr gute Investmentalternative, insbesondere wenn jene auf spezifische Indexe ausgerichtet sind, doch keinesfalls kann man passiv sein, sondern muss auch hier laufend beobachten, sowie nach Möglichkeit so günstig wie möglich einsteigen und jede stark überhitzte Phase für Gewinnmitnahmen ausnützen. Darin liegt allerdings das Problem für die meisten Privatinvestoren, denn laufende Beobachtung heisst auch, dass laufend entsprechender Research und somit Einschätzung gemacht wird, um eben einerseits den Zug eines Trends nicht zu verpassen und dann andererseits eben zwischendurch Gewinne mitzunehmen. Es geht nicht unbedingt um Micro Market Timing, aber dennoch um Macro Market Timing und das Verständnis von Zyklen sowie dem Einfluss von geopolitischen Aktivitäten die Märkte zumindest kurzfristig bzw. vorrübergehend beeinflussen können.

    3.) Ein Wirtschaftszyklus ist normalerweise 7 Jahre und man sollte einen Investmenthorizont von ca. 10-15 Jahre haben. Auch wenn es sich um Short-Term Strategien handelt, so erzielen jene meist erst über einen gewissen Zeitraum die ausserordentlichen Renditen. Anleihen sind grossteils dabei jedoch fast zur Gänze zu vergessen, da jene meist nicht einmal die jährliche Inflationsrate tilgen.

    4.) Warren Buffett meint, dass wenn jemand nicht eine 50%ige zwischendurch Verlustrisikobereitschaft hat, jene Person keinesfalls als Investor agieren sollte. 50% Verlustrisiko scheint hoch zu sein, doch wenn man aus der Vogelperspektive agiert und z.B. Aktien bzw. ETFs aussucht die z.B. 500% Kursanstiegspotential haben und man aufgrund von Fundamentaldaten, usw. von jenen Papieren und deren Potential überzeugt ist, dann sind 50% mögliches Verlustrisiko vorrübergehend durchwegs normal, da eben niemand genau den Boden oder das Top in einem Papier vorhersehen kann. Man kauft also ausgesuchte Qualitätspapiere zu einem anscheinend günstigen Zeitpunkt und kann dann ruhig abwarten auch wenn der Kurs für eine gewisse Zeit entsprechend nach unten tendiert, doch wenn aufgrund der Daten, usw. das Kurspotential besteht und man dazu die Überzeugung aufgrund der Fundamentaldaten hat, dann wartet man auf den erwartenden Kursanstieg zu und verkauft die betreffende Position wenn das errechnete Kursziel dann irgendwann erreicht ist bzw. man adaptiert jenes gemäss der laufenden Fundamentaldaten.

    5.) Portfolios müssen jeweils zu gewissen Phasen neu rearrangiert werden, da eben z.B. die Zyklen in jenem oder diesem Papier das Tief bzw. Hoch erreichen und eben entsprechende Gewinne mitgenommen werden müssen um jene abzusichern. Wer z.B. General Motors Aktien seit den 30er Jahren hielt und hielt, statt jene bei den jeweiligen Highs zu verkaufen, steht nach ca. 70 Jahren leer da, ... und es gibt tausende Beispiele von anscheinend sehr guten Firmen deren Aktien im Laufe der Jahren eben Kurszyklen erlebt haben und schlussendlich Jahrzehnte später wegen diesem oder jenen Ereignis noch immer auf selben Ausgangsniveau sind, ... d.h. der Investor muss die Kurszyklen ausnützen und Gewinne zu einem gewissen Zeitpunkt absichern, da ansonsten jene Kursgewinne oft wieder zu nichte werden. Also ein Portfolio muss laufend beobachtet werden und gemäss den Zyklen entsprechend umdisponiert werden, auch wenn niemand die Zukunft kennt, so nimmt man historische Daten her, sowie auch die aktuellen Daten und schätzt Kurszyklen entsprechend ein um davon am besten zu profitieren.

    6.) Anleihen sind eine meist sichere aber fade Investmentform und decken wie erwähnt kaum die Inflationsraten, und daher eher nur für Kapitalbewahrung geeignet. Wer wirklich mit Investments verdienen will, der muss in Aktien bzw. heutzutage vor allem noch besser in ETFs bzw. gehebelte Indexprodukte investieren. ETFs erleichtern es z.B. in einen Sektor oder Index zu investieren, und man braucht dabei nicht einzelne Aktien aussuchen. ETFs sind daher meist sicherer und erzielen insgesamt gute Renditen wenn jene zum richtigen Zeitpunkt gekauft und verkauft werden. Bei einzelnen Aktien kann sich von heute auf morgen alles Mögliche ergeben, sei es Unternehmensnews oder dieses und jenes und das Risiko bei einzelnen Aktien ist ziemlich hoch, daher bieten ETFs oft eine grosse Diversifizierung ohne dass man auf die Performance verzichtet. Insbesondere leveraged ETFs können sehr gute Investmentresultate erbringen,... je nach Zyklus und Macrotrend.

    7.) Man muss auf die Kosten schauen, doch heutzutage sind die Spesen bei Wertpapiertransaktionen meist lächerlich bzw. eben nur ein paar Dollar. Während viele Investmentfonds hohe Spesen aufweisen, so sind die Spesen bei den meisten Index-bezogenen Investmentprodukten und insbesondere bei ETFs meist minimal und geradezu unwesentlich, insbesondere wenn man die Sicherheit der breiten Streuung/Diversifizierung dabei berücksichtigt. Wegen Kosten braucht man also keine Angst haben, Gewinne laufend abzusichern und mitzunehmen, da eben die Kosten selbst bei Wertpapiertransaktionen auf den richtigen Brokerkonten meist nur ein paar Dollar/Euro (ca. 7 Euro pro Transaktion insgesamt) heutzutage ausmachen. Klarerweise sollte man nie in einen Investmentfond investieren, der z.B. fixe Managementgebühren verrechnet, insbesondere wenn jene Gebühren ca. 1% p.a. übersteigen, sondern wenn man schon in Fonds investiert, dann sollte man Fonds aussuchen die nur Performance-orientierte Gebühren verrechnen, d.h. nur wenn der Fond Gewinne erwirtschaftet, dann sollte ein Fond davon profitieren, auch wenn jene Gebühren vielleicht bis zu ca. 20-50% vom erzielten Gewinn ausmachen, ist dieses Fondmodell noch immer mehr gerechtfertigt als ein Fondmodell dass z.B. fixe Managementgebühren und unzählige Spesen ohne Rücksicht auf die Performance verrechnet.

    8.) Ja, man soll nur in etwas investieren, dass man zumindest grundlegend versteht, sei es Aktien und deren unterliegender Betrieb, oder bei Fonds die Strategie des Fonds.

    9.) Wir denken nicht, dass passive Portfolios wirklich zielführend sind, und deshalb ist es unsere Meinung, dass nicht immer das ganze Geld investiert sein soll. Denn insbesondere wenn Downturns kommen will man so viel Cash wie nur möglich haben, um die Mezien und niedrigen Wertpapierpreise auszunützen um einzusteigen. Und wenn die Hausse nach oben schiesst dann sollte man stark investiert sein, doch eben bei überhitzten Märkten wieder aussteigen um eben Gewinne abzusichern. Es ist besser ca. 50% Gewinn zu haben und abzusichern, d.h. auszusteigen, um in der nächsten Phase wieder mit dem angestiegenen Kapital neu zu investieren. D.h., passives Investieren ist grundsätzlich nur eine Wunschvorstellung, denn im Investmentbusiness gibt es keinen Auto-Piloten, d.h. man muss wie in einem Auto lenken, bremsen, usw., obwohl der Motor läuft und sich das Fahrzeug weiterbewegt. Und so ist es beim Investieren, ... es ist wie ein Auto im Verkehr: wir verlassen uns darauf dass der Motor läuft und die Räder rollen, doch wir müssen aufpassen und eben rechtzeitig beschleunigen (Gas geben) und bremsen, sowie vielleicht wenn man keine Automatik hat, eben durch die Gänge durchschalten, sowie man muss lenken/steuern, usw. ... und das ist ein Vergleich zum richtigen Investieren mit einer qualitativen Performance, denn Unfälle müssen vermieden werden.

    10.) Ja, ihr Investment muss für Sie arbeiten, doch jedes Investment sollte diesen Aspekt und auch den Spekulationsaspekt. Nur Investitionen die einen Spekulationsaspekt haben, sind wirklich Investments, die eine entsprechende Performance offierien. Auch Kunstwerke können erstklassige Investitionen sein, sowie Immobilien, ein Business, Aktien, Rohstoffe, usw. ... oft geht es um Angebot und Nachfrage und wenn man nach richtigem/ausreichenden Research mit Erfahrung (aufgrund historischer Daten) das Angebot/Nachfrageverhältnis für die kommenden Jahre entsprechend einschätzen kann, dann kann man eine entsprechende Investmententscheidung treffen. Insbesondere Kunstwerke können gigantische Renditen abwerfen, ... man denke nur an die Werke grosser Künstler der Vergangenheit bzw. sogar der Gegenwart. Wer hätte sich gedacht, dass z.B. ein Original Andy Warhol, Liechtenstein, Pollack, Van Gogh, Hundertwasser, usw. jemals oft viele tausende Prozent Wertzuwachs erhalten würde. Beim Research kommt man jedoch auf die entsprechenden Daten, die das Investmentpotential bei einem Kunstwerk, einer Immobilie, Aktie, ETF, einem Business, usw. zumindest theoretisch ermöglichen, ... und aufgrund dieses "realistischen" Potentials trifft man Investmententscheidungen.

    Hinweis: Dietmar Scherf beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit Aktien und Börse und hat Ende der 80er Jahre den ersten Diskont-Broker Service in Europa etabliert, sowie ist Gründer bzw. Mitbegründer von zahlreichen Unternehmen, sowie agiert als Investor und Manager seines eigenen strikt privaten Private Capital Pool indem er seit zwei Jahrzehnten als Equities Trader aktiv ist.

    Quelle: Weblog von Markus Miller auf be24
    Backlink: http://www.be24.at/blog/entry/630342/zehn-goldene-regeln-der...

    viele Grüsse

    Markus Miller
    www.geopolitical.de
  • Re: Zehn Goldene Regeln der Geldanlage! 02 Nov 2009, 12:04 am

    Aber: Die meisten Dinge – Rohstoffe, Gold, Kunstwerke – arbeiten nicht und werfen keine Rendite ab. Wir können nur (wie Spekulanten) auf einen Preisanstieg hoffen.

    Hierzu gibt es zu bemerken: Rohstoffe, Gold, Kunstwerke arbeiten nicht, OK - Geld arbeitet auch nicht, ja „Geld kann sich auch nicht vermehren“ es hat ja keinen Sex. Aber im produktiven und im Dienstleistungsbereich wird ein Mehrwert geschaffen, der sich im Gewinn niederschlägt, von dem dann auch der Zins und Zinseszins gespeist wird. Zins und Zinseszins sind aber nur ein Unterbegriff des Begriffes „Rendite“, ein weiterer Teil ist die Preisdifferenz, die durch Angebot und Nachfrage reguliert wird. So hatte eine Goldunze vom 01.06.2001 bis zum 01.06.2009 eine Wertsteigerung von 271,89% zu verzeichnen, im gleichen Zeitraum hatte die Silberunze eine Wertsteigerung von 261,27% zu verzeichnen. Also eine Wertsteigerung im Jahresdurchschnitt in Höhe von 32,66% zu verzeichnen. Es hätte also heißen müssen „werfen keine Zinsen ab“, denn Rendite können auch Rohstoffe, Gold, Kunstwerke abwerfen. Was uns im Bereich Silber erwartet sagt uns Torsten Schulte http://refueconsult.eu/Edelmetall/krise07.html , er sollte es wissen. Allerdings empfehlen auch wir nur 15% bis 20% anteilig am Vermögen (im Portfolio) in Edelmetallen zu investieren. Noch größere Renditen sind mit der Anlage in "strategische Metalle" zu erwarten.

    … zu wertstabilen Wertpapieren (Staatsanleihen)…

    Da in der jüngsten Vergangenheit auch Staaten ihre Zahlungsunfähigkeit eingestehen mussten, eine Geldentwertung weltweit noch immer nicht auszuschließen ist, sind gegenwärtig auch Staatsanleihen Risiko-Papiere.

    Und hier finden Sie ein Milchmädchenbeispiel für das Entstehen einer Finanzkrise:
    http://refueconsult.eu/Edelmetall/Kreditkrise%20fuer%20Dummi...
    Schlimm ist nur, dass bereits heute wieder das „Verbriefen“ von Krediten verlangt wird, weil man so notleidende Kredite schön verpackt weiter verkaufen kann.
  • Re^2: Zehn Goldene Regeln der Geldanlage! 08 Nov 2009, 10:50 am

    ich bin leider kein Trader oder erfahrener Anleger (das Geld fehlt hierzu etwas), mache mir nur so meine Gedanken, und denke, dass die eben genannten Aspekte zu Edelmetallen sowohl wie die obigen grundlegenden Punkte zur Aktienanlage, wie auch deren Entgegnungen durch Hrn. Scherf durchdacht werden sollten. Sie haben allesamt ihre Berechtigung.
    Wenn man nun aber die Phasen unseres heutigen Geldwesens mitbetrachtet, so wird plausibel, dass es für jede Anlageform auch die richtigen Zeiten geben könnte:
    nach Wahrungscrash: Aktien, da Schuldenlasten aus dem System sind und daher reale Steigerungsraten wahrscheinlich werden, da die Wirtschaft wieder eine Zeit lang schneller wachsen kann als die Schulden- und Zinslasten im System (was in BRD bis ca. 1993 so war, siehe Moewes) bei eintretender Marktsättigung/anwachsender Staatsverschuldung (die Staaten müssen sich ja verschulden, wenn die Unternehmen und Privaten dies weniger tun) eher in Anleihen und Staatspapiere. Bei deutlich größer werdenden Geldmengenerweiterungsraten (wie seit gut 7 bis 8 Jahren) für möglich halten, dass die offizielle Inflationsstatistik immer weniger die durchschnittlich erlebbare Wahrheit des durchschnittlichen Warenkorbkäufers darstellt, ... hier sollte dann unbedingt in Richtung Sachwerte gedacht werden, da die realen Inflationsraten immer schwerer zu toppen sein werden (in diesem Lichte erscheint die 25%-Rendite-Forderung Ackermanns verständlich).
    (angelehnt an J. Saiger)
    Es ist natürlich außerordentlich schwer, diese Phasen richtig zu deuten. Paul C. Martin empfahl z.B. in "Sachwert schlägt Geldwert" von anno 1983, dass Buch möglichst schnell zu lesen, damit man dem Schuldencrash noch zuvorkommen könne ...
    Meine angeführten Gedanken sind m.E. mit den anderen Punkten stets mitzureflektieren, so wird es wahrscheinlicher, dass man nicht eines Tages mitsamt seiner Strategie vom Anlegertisch gefegt wird, wenn dann "überraschend" die Währung crasht.
    Derzeit würde ich vor Aktien, wie auch vor Anleihen und auch Staatspapieren warnen: Unser heutiges Geldwesen setzt die Realökonomie unter steten Wachstumszwang (siehe z.B. in DIE ZEIT "Verdammt zum Wachsen", in 48/2004 und in DAS PARLAMENT den Artikel v. Schwarzmann "Am Gelde hängt doch alles") ... die globale Wachtumslokomotive der letzten Jahrzehnte, die USA, scheint derzeit allerdings zu kollabieren.
    (Der Gedanke, dass es immer wieder neue "Wachstumslokomotiven" bräuchte, die dann die weltweite Konjunktur unter inkaufnahme von Zahlungsbilanz-Defiziten bis zum Crash zu ziehen hätten, haben Samuelson und Nordhaus in "Volkswirtschaftslehre" so gottgegeben formuliert ... die Frage "Warum eigentlich???" haben Sie dabei nicht gestellt, diese wird dafür in obigem Artikel-Paar (einer absoluten Tabuzone der universitären VWL !!!), vollumfänglich beantwortet.)
    Die gobale Nachfrage der letzten Jahrzehnte wurde zu schätzungsweise 15 bis 20 % nur auf Pump finanziert, dies ist es, was derzeit zusammenbricht, wir stehen also am Beginn einer längeren Konsolidierungsphase, in der die Staaten auch noch unter großen Zinslasten ächzen ... die wahre Inflation dürfte also weiter steigen (während die offizielle Inflationsrate die Leute weiter beruhigen soll), die Märkte weiter absacken: Stagflation (zumindest in den Industriestaaten).
    Wenn man nun die obigen Artikel liest und dies alles in seine Gedanken miteinfließen lässt, so kann dies m.E. gewiss nicht schaden. Man sieht die Dinge dann im ganz großen Rahmen. Prophetie wird dadurch natürlich auch nicht absolut zielsicher, doch die "Problemzonen" unseres heutigen Wirtschafts- und Geldsystems mitzureflektieren könnte durchaus nützlich sein ... und: je mehr Leute dies tun, desto wahrscheinlicher wird eines Tages eine wirklich sinnvolle Systemkorrektur realiter verwirklicht werden können.
  • Re^3: Zehn Goldene Regeln der Geldanlage! 08 Nov 2009, 2:50 pm

    Sehr geehrter Herr Bichlmaier,
    Ich teile Ihre Kritik an unseren Bildungseinrichtungen und den Fersehsendungen in Deutschland.
    Wie ich denen, die immer noch nicht begreifen, dass der Währungskrash noch vor uns liegt, das mit dem Milchmädchenbeispiel erläutere, hatte ich ja schon dargelegt:
    http://refueconsult.eu/Edelmetall/Kreditkrise%20fuer%20Dummi...
    Die Diskussion, der EURO wird die künftige Weltwährung, ist ein Traum, kann ich, ebenso wie Sie, nicht unterstützen.
    Die Goldreserve des EURO ist zu gering, nur Frankreich (Charles de Gaulle) hat sein Gold wieder aus den USA zurück geholt, die deutsche Währungsreserve des Goldes liegt in den USA an Sonsten ist unser EURO-Anteil vorwiegend mit dem Toilettenpapier von US-$-Noten gesichert, 1 US-$ ist aber eine Silbermünze, nicht die Schuldverschreibung einer Banknote, dabei spreche ich noch nicht von den echten staatlichen Schuldscheinen die heute schon als Zahlungsmittel kursieren.
    Ich gehe davon aus, das Brasilien, Indien und China bisher aus historischen Gründen ohne Japan geplant, aber ökonomisch ist diese Erweiterung auch nicht ausgeschlossen, die neue Währung für den internationalen Handel, insbesondere für Rohstoffe wie Erdöl, vorgeben werden. Auf keinen Fall wird es der US-$ bleiben oder der US-Amero werden, auch wenn dieser wieder eine Edelmetalldeckung hat.

    Zur Inflation in Deutschland:
    http://refueconsult.eu/Edelmetall/krise06.html
    hier ist vor allem der Küchenindex, was der persönliche Haushalt spürt, nicht die künstlich geschönte Zahl, bei der Computer, Klavier usw. mit deren Preissenkung die Mathematik der offiziellen Inflation bestimmen.
    Aber all das, was wir einst im Kapitalismusstudium behandelten, trifft in den nächsten Wochen schon zu. Vor dem goßen Chrash kommt eine vorübergehende Deflation. Sie ist schon im Gange im Ausland schon weiter als in Deutschland.
    This article was modified on 09 Nov 2009 at 02:35 pm.
  • Re^4: Zehn Goldene Regeln der Geldanlage! 08 Nov 2009, 7:28 pm

    Sehr geehrter Hr. Preuß,
    zu Euro und mögliche Leitwährung wäre zu sagen,dass es die Notwendigkeit einer Golddeckung hier nicht gibt. Der US-Dollar blieb nach Nixon ja auch Leitwährung, eben wg. seiner machtvoll gesicherten Position als Welthandelswährung. Hier glaube ich, wird auch beim Euro noch versucht werden diesen solide und sanktionsbewehrt in die globale Handelswährungs-Position zu bringen.
    Ich denke, dass Goldgeld durchaus Vorteile gegenüber dem heutigen Geldwesen hat (Werterhalt etc.), die Nachteile dessen sollten aber dabei nicht immer wieder übersehen werden.
    Doch die Goldgeld oder Freigeld-Debatte ist sehr ideologiebefrachtet, hier könnten wir nur diskutieren, wenn Sie in diesem Bereich schon vielbelesen wären, denn bei allen anderen verfängt diese Diskussion leider nur immer wieder in Vorurteilen und falschen Annahmen. Ich selbst versuche seit Jahren auch die Standpunkte der Goldgeldbefürworter offen zu durchdenken.
    Wobei mich die Diskussion natürlich prinzipiell freuen würde, wobei wir uns vom Thema dieser Diskussion natürlich wegbewegen würden, also evtl. eine neue seperat beginnen sollten.
    Mit besten Grüßen,
    Simon Bichlmaier
  • Re^5: Zehn Goldene Regeln der Geldanlage! 08 Nov 2009, 9:38 pm

    Zehn Goldene Regeln .... hmmmmmmmm

    Für mich gibt es nur eine goldene Regel: Verluste vermeiden!

    Ich halte generell jede statische Herangehensweise an eine Portfoliostrukturierung für grundlegend falsch, da sie zumeist auf falschen Grundannahmen fußt.

    Es gibt keine fundierte ex ante Betrachtung. Jedwede Aussage, die Wertentwicklung betreffend, basiert auf Vergangenheitswerten, und obwohl wir wissen, dass diese zutiefst ungleichmäßig sind, gilt die Korrelation und die Volatilität bis heute als wichtigste Parameter. Elliptik ist jedoch für die Renditeverteilung ein Fremdwort.

    Die Zukunft ist ein Random Walk. Alles andere ist eine Vorspiegelung von Wissen. Dies gilt besonders für die Wertentwicklungsaussichten von Gold und anderen Edelmetallen! Ob Gold in 5 Jahren bei 100 steht wie 1977 oder bei 2000 kann niemand vorhersagen.

    Es wird oft die Mischung von Anleihen mit Aktien proklamiert. Doch was passiert, wenn das Undenkbare eintritt und die USA oder ein anderes Industrieland den Schuldendienst nicht mehr leisten kann (ein extrem unwahrscheinliches Szenario). Dann gehen die Aktien, die Anleihen, die Immobilien und die Rohstoffe im Gleichschritt in die Grütze (so geschehen 2008). Und es wird immer wieder passieren. Das Märchen von Aktien kaufen und liegen lassen sollte schleunigst vergessen werden. Selbst Kostolany hat wiederholt seine Aussage relativiert und würde sie so heute sicherlich nicht noch einmal treffen.

    Fakt ist: Wir können Gewinne nicht vorherbestimmen! Wir können nur Verluste durch Risikomanagement unter Zuhilfenahme von Konzepten wie TAA und Overlaymanagement, verhindern. Wenn am Ende dann noch ein kleiner Gewinn übrigbleibt, dann ist das schon mehr, als was der typische Anleger verbucht.

    Ob der Nebendebatte um Gold, Staatsverschuldung, Leitwährungen, Produktivität usw. kann ich nur den Kopf schütteln. Als ob das etwas Neues währe. 3000 Jahre Finanzgeschichte sind geprägt von Booms und Busts. Angefangen mit der Immobilienkrise im Alten Rom bishin zum möglichen Staatsbankrott. Alles schonmal dagewesen ... Gähn.

    Dass Volkswirtschaften Produktivitätssteigerungen brauchen, ist ja nun wohl auch ein alter Hut ... und in der Regel erreichen sie diese auch. Und wenn sie diese nicht erreichen, dann gehen Volkswirtschaften über kurz oder lang bankrott. Das war auch schon alles einmal dagewesen. Ich finde die Phase, in welcher wir uns im Moment befinden, extrem spanndend.

    Die Entwicklung der Volkswirtschaften und besonders des globalen Finanzsystems hat meiner Meinung nur bewiesen, wie robust diese eigentlich sind. Noch vor wenigen Jahrzehnten wäre die gesamte Welt in die Depression geglitten, die wir -vorerst und nur unter Zuhilfenahme von extrem hohen Krediten- verhindern konnten!

    Was ich teilweise wirklich lächerlich finde, ist der ständige Verweis auf die (pseudo) Überschuldung von Wirtschaftssubjekten. Ja, die Gesamtverschuldung der Volkswirtschaften ist angestiegen und ich bin heilfroh, dass es so ist! Das zeugt nur von einem funktionierenden Kreditsystem. Das ist der Motor, oder besser, der Treibstoff einer jeden Volkswirtschaft, denn es ist ja nicht nur der Kredit auf der einen Seite der Bilanz, sondern auch und insbesondere die Werte, die dahinter stehen.

    Ja, viele Banken mussten "gerettet" werden, aber dadurch, dass sie über massive Werte verfügten, wird diese Rettungsaktion für die meisten Steuerzahler zu einem Profit. Ja, CIT hat 58-59 Mrd. Dollar US Schulden, aber ebend auch 61 Millarden Dollar Assets.

    Ich würde mir wirklich eine stärker reflektierte und vor allem weitsichtigere Betrachtung wünschen.

    Wichtig für den normalen Anleger finde ich, nicht in Panik zu verfallen und den Flavor of the Month zu verfolgen (im Moment akut Gold ...) Auch mit einem niedrigen fünfstelligen Portfolio kann man heutzutage ein flexibel agierendes, aktiv gemanagetes Portfolio aufzubauen, welches den meisten Anlegern gerecht wird. Um steuerliche und andere persönliche Belange muss sich dann natürlich separat gekümmert werden.

    Martin Seyfarth

    p.s.

    Ein Hinweis lautete: "Kaufen Sie nur Anlagen, die sie verstehen." Was bitte soll das bedeuten? Das ist für mich der irreführenste Hinweis, den es gibt. Es kann absolut kein Privatanleger eine Aktie verstehen. Jeder bildet sich Wissen über den Aktienmarkt ein. Deswegen werden Anleger immer wieder mit Aktien hohe Verluste erleiden, weil sie ja angeblich wissen, was sie haben.

    Jeder kann den Test für sich machen. Wo geht die, sagen wir, Daimler Aktie morgen hin? Wohin in einem Monat, wohin in einem Jahr? Welche Dividende wird gezahlt werden? Welches Modell wird der Topseller usw. Trilliarden von Aktienanalysten versuchen Jahrein, Jahraus, den Dax vorherzusagen (ein Markt, den wir gefühlt, alle kennen) und noch nie hat auch nur ein Analyst Recht gehabt. Das selbe gilt für Anleihen, Rohstoffe und noch viel mehr für Mischfonds.

    Die Wertentwicklung ist 100%ig Zufall. Leider.
    This article was modified on 08 Nov 2009 at 09:47 pm.
  • Re^6: Zehn Goldene Regeln der Geldanlage! 09 Nov 2009, 01:18 am

    Sehr geehrter Herr Seyfarth;
    Es ist richtig, es ist vieles bereits zum wiederholten Male dagewesen. Diese Finanzkrise ist diesmal sehr global, auch die Reaktion der einzelnen Regierungen mit ihren kreditgestützten Rettungspaketen erscheint recht global.
    Fakt ist jedoch, die USA (Staat, Unternehmen, Bürger) haben erheblich über die eigenen Verhältnisse gelebt. Ihr zeitweiliger Wohlstand war kreditfinanziert, sie lebten auf der Basis der bisherigen politischen Macht die über das Geld reguliert und durch die militärische Macht gesichert wurde, auf Kosten der globalen Völkergemeinschaft.
    Sie gehen davon aus, die Krise ist im Wesentlichen schon im Griff. Dabei sind wir noch gar nicht ganz unten angekommen, weder die Deutschen, noch die US-Amerikaner. Ist Ihnen denn entgangen, dass in Detroit sich gegenwärtig Familien entscheiden müssen, für die Lebenden Essen zu kaufen oder Ihre Toten anonym in einer Straße abzulegen, weil das Geld nicht für beides reicht? Hatten Sie noch nie einen staatlichen Schuldschein von Arnold Schwarzenegger in der Hand?
    Natürlich gibt es Leute die sagen bereits heute wieder, was sind die Menschen doch dumm. Jeden Tag stehen genug Dumme auf, man muß sie nur rupfen. Klar habe ich aus London und Berlin vernommen, man dürfe das Verbriefen von notleidenden Krediten nicht verbieten. Aber ich könnte einen ehemaligen Besitzer eines schuldenfreien Hauses verstehen, wenn er dem Finanzberater der es über Kredit und Geldanlage schaffte, dass er sich heute einen sogenannten M-Schein holen muß um im Winter nicht auf der Straße zu leben, Rache schwört.
    Ich gehöre zu den Vertretern die behaupten, wenn in einer Volkswirtschaft ein BIP von 3 % erwirtschaftet wird, kann auch der Zins im Durchschnitt nicht wesentlich gößer sein. Da Sie anscheinend zu dem Kreis gehören die mindestens 20% erwarten, können Sie entweder zu den Personen gehören, die mit Beteiligungen an Unternehmen mit hohen Innovationen arbeiten, oder das Mehr nur durch Umverteilung zu Lasten Anderer erzielen.
  • Re^5: Zehn Goldene Regeln der Geldanlage! 09 Nov 2009, 01:33 am

    Sehr geehrter Herr Bichlmaier,
    Ich bin kein Goldfanatiker, im Gegenteil ich forciere analog wie Thorsten Schulte (ehemaliger Vice President Deutsche Bank) für 20% bis 30% des Vermögens Silberunzen, am allerwenigsten empfehle ich 1g Goldbarren.
    Ich selbst bin Anhänger der Theorie, die Hauptfunktion des Geldes ist es, allgemein anerkanntes Tauschmittel realer Produkte und Dienstleistungen zu sein. Oder anders ausgedrückt Tauschmittel für gesellschaftlich anerkannter Arbeitsergebnisse. Nicht verkaufbare Überproduktion würde damit herausfallen.
  • Re^6: Zehn Goldene Regeln der Geldanlage! 09 Nov 2009, 07:42 am

    Moin Herr Seyfarth,

    also
    "Es gibt keine fundierte ex ante Betrachtung. "
    klingt schon grenzwertig. Aber gefolgt von
    "Fakt ist: Wir können Gewinne nicht vorherbestimmen! Wir können nur Verluste durch Risikomanagement [!!] unter Zuhilfenahme von Konzepten wie [blablabla], verhindern."
    ist es lachhaft, weil widersprüchlich.

    Ist das nicht das hier:
    http://www.wiwo.de/unternehmen-maerkte/quadriga-aus-fuer-sup...
    ?

    Also ich weiß ja nicht, aber eventuell sollten Sie dann doch etwas besser begründen, was Sie schreiben.

    Schönen Tag
    Lang
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