Großer Besucheransturm im Geraer KuK - Begehbares Herz als Publikumsmagnet

Von Jana Borath Gera.

"Gesund und entspannt in die Feiertage" - so lautet das Motto der 17. Geraer Gesundheits- und Selbsthilfetage, die seit gestern ins Kultur- und Kongresszentrum (KuK) einladen. Alles dort dreht sich um Gesunderhaltung, Vorsorge, Diagnostik, Behandlung und speziell um Entspannung.

Themen, die auf große Resonanz stoßen: Der Ansturm der Interessierten allein gestern war enorm. Zu den ersten Besuchern gehört Christa Tanz: "Ich besuche jedes Jahr die Gesundheits- und Selbsthilfetage und nie bin ich ohne wertvolle Tipps nach Hause gegangen", sagt sie und lässt sich am Stand des sozial-medizinischen Dienstes der Knappschaft sogleich auf Herz und Nieren prüfen: Blutdruck und Cholesterinwerte bestimmt dort Marlies Machhein.

Um Kneipp und Kräuter geht es Nadine Peter, Sandra Schröder, Nadja Langner und Christin Schmidt. Die vier angehenden Erzieherinnen im dritten Lehrjahr repräsentieren mit einem Kneipp- und Heilkräuter-Projekt ihren Ausbildungsberuf sowie die Private Fachschule für Wirtschaft und Soziales, an der sie ihre Ausbildung absolvieren. Besonders freuen sich die Vier auf die jüngsten Besucher, für die sie spezielle Offerten parat halten: Entspannungsübungen und Yoga für Kinder, Massagen und Spiele für und mit den Kleinen.

Als Besucher-Magnet entpuppt sich das begehbare Herz, das man am Stand der Initiative "Gera gegen den Herztod" in Augenschein nehmen kann. "Hier, sehen Sie mal: An dieser Stelle schließen sich bereits die Gefäße", zeigt Charlotte Geisler auf eine große, sichtbar geschädigte Arterie an dem Modell, und führt die beiden staunenden Besucherinnen Jenny und Anita durch das Herz. Hand in Hand arbeitet die Initiative "Gera gegen den Herztod" an ihrem Stand u.a. mit Ernährungsberaterin Michaela Koity, die mit ihren Rezepten sogar die Zehntklässler Kevin, Sebastian und Fabian - bekennende Fast-Food-Fans - begeistert. Die drei Jungs probierten unter anderem selbst gemachten Auberginen-Aufstrich sowie Brotaufstriche aus Frischkäse mit Möhren oder Fischkäse mit Rucola. "Gesundes, das sich schnell und ganz leicht zubereiten lässt", wie Michaela Koity versicherte. Das tat sie so glaubhaft, dass sich die drei Jungs spontan entschieden: "Das probieren wir auch mal selbst aus."

Mit der Firma Poppel und Storch wiederum präsentiert sich in Gera der einzige Thüringer Hersteller von Gesundheitsstühlen. Wobei Geschäftsführer Sandro Storch an seinem von Sitzmöbeln geprägten Stand nicht viele Worte machen muss: Das Probesitzen in und auf Stühlen spricht Bände. Und offenbar so überzeugend, dass der Anbieter bereits gestern zwei seiner Ausstellungsstücke verkauft hat.

Die ersten Weihnachtsgaben in diesem Jahr findet man indes am Stand der Geraer Tagesstätten für psychisch kranke Menschen. Gehäkeltes, Getöpfertes, liebevolle Basteleien und vieles mehr werden dort offeriert. Darüber hinaus gibt Betreuerin Cornelia Gräßer gern Auskunft über die Tagesstätten in der Debschwitzer Straße, der August-Bebel-Straße sowie über die Arbeit in der Wäscherei und im Café "Intakt". "Wir zeigen hier, was psychisch Kranke alles schaffen können - und dass sie ganz gewiss nicht behindert sind."

Noch heute laden die Geraer Gesundheits- und Selbsthilfetage ins KuK ein: von 9 bis 18 Uhr. Toll, mit so vielen Menschen zusammen zu kommen.

Quelle: OTZ vom 04.11.2009