Business in Ireland

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  • Remi Crameri
    Remi Crameri    Premium Member   Group moderator
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    Ein Tscheche bei den As Gaeilge Awards
    Wenn dies kein Abbild des neuen, multikulturellen Irlands ist:

    Der Tscheche Michal Boleslav kam in die Top 50 der As Gaeilge Awards, eine Auszeichnung, die besondere Leistungen von Unternehmen zugunsten der irischen Sprache belohnt.

    Der IT-Spezialist Boleslav schaffte den Einzug in diesen für nicht-Iren sonst schwierig zu erreichenden Zirkel mit dem Aufbau des irischen Internetmagazins http://www.beo.ie.

    Modern Times ;-)

    Gruss
    Remi.
  • Joerg Steegmueller
    Joerg Steegmueller
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    Re: Ein Tscheche bei den As Gaeilge Awards
    Tja, ich kenne mehr erwachsene Deutsche in Deutschland die sich die nicht unerhebliche Muehe machen irisch zu lernen und zu ueben als ich Iren in Irland kenne die freiwillig bereit sind auch nur einen Satz in irisch zu sprechen oder verstehen zu wollen.

    ------------------

    Ohne hier eine emotionale Debatte lostreten zu wollen, muss ich allerdings sagen, dass meiner Meinung nach nichts SCHRECKLICHES dabei ist wenn eine Sprache ausstirbt falls kein Interesse mehr dafuer da ist. Und das gilt auch fuer die irische Sprache.

    Niemand wuerde heute darauf pochen Lateinisch oder Mittelhochdeutsch als offizielle Landes-Sprache erhalten zu muessen obwohl doch sooo viel Kultur damit verbunden ist. In Irland wird das Kulturargument immer erwaehnt wenn es darum geht ob Irisch kuenstlich am Leben gehalten werden soll.

    Wenn es genuegend Interessenten gibt, gibt es keinen Grund die Sprache abzuschreiben, wenn aber as Interesse so minimal ist wie fuer Irisch in Irland (das erzwungene Erlernen in der Schule zaehlt nicht als "Interesse"!) dann waere ein Aussterben der Sprache nur eine normale und natuerliche Entwicklung.

    --Joerg
  • Remi Crameri
    Remi Crameri    Premium Member   Group moderator
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    Re^2: Ein Tscheche bei den As Gaeilge Awards
    Hallo Joerg

    Danke für Deine interessante Antwort.

    Joerg Steegmueller wrote:
    Tja, ich kenne mehr erwachsene Deutsche in Deutschland die sich die nicht unerhebliche Muehe machen irisch zu lernen und zu ueben
    Da kann ich Dir allerdings beipflichten - wobei auch hier nach den Gründen gefragt werden muss: Ist es das Interesse an der Kultur? Der Versuch, sich über die Irische Sprache noch verbundener mit dem persönlichen Traumland zu machen? Heim-/Fernweh? Eine qualifizierte Antwort zu diesem Thema könnte uns hier z. B. mein Moderator-Kollege Tom geben.... ;-)

    als ich Iren in Irland kenne die freiwillig bereit sind auch nur einen Satz in irisch zu sprechen oder verstehen zu wollen.
    Es ist aber festzustellen, dass sich die meisten Iren mit der Irischen Sprache zumindest in ländlicheren Gebieten einigermassen identifizieren. Das Phänomen, das Du beschreibst, tritt normalerweise in mehrsprachigen Ländern eher umgekehrt auf: Die Minderheits-Sprache verweigert hartnäckig in ihrem eigenen Sprachbereich das Anwenden der "Uebermächtigen" Sprache. Auch in Irland in diversen Gaeltacht-Gebieten zu beobachten! Versuch mal, ganz aussen in Leitir Mealláin ein Pint auf Englisch zu bestellen! ;-)

    Uebrigens weiss ich, wovon ich spreche: Ich bin in einem viersprachigen Land aufgewachsen, welches neben zwei "grösseren" Minderheiten (Französisch und Italienisch) noch eine ganz kleine Sprachgemeinschaft (Rätoromanisch, von der nationalen Bedeutung her in etwa dem Irischen gleichzustellen) aufweist. Das Verhalten der einzelnen Sprachgruppen ist ganz ähnlich wie in Irland, teils mit "erzwungenen" Elementen (wie z. B. die Regel, dass alle amtlichen Papiere viersprachig sein müssen), mit einem (oder mehreren) Fernseh- und Radioprogrammen pro Sprachgruppe, usw. Auch versuche ich z. B. in meinem Heimatdorf konsequent nur italienisch zu sprechen, was meiner Frau (deutschsprechend) manchmal ganz mächtig auf den Keks geht - aber ich stehe ganz offen zu diesem etwas kämpferischen Verhalten einer sprachlichen Minderheit.

    Ohne hier eine emotionale Debatte lostreten zu wollen, muss ich allerdings sagen, dass meiner Meinung nach nichts SCHRECKLICHES dabei ist wenn eine Sprache ausstirbt falls kein Interesse mehr dafuer da ist. Und das gilt auch fuer die irische Sprache.
    Als Vertreter einer Minderheitssprache in meinem Land weiss ich nicht, ob ich dies so unterschreiben könnte. Es ist halt immer ein bisschen eine Frage der Optik. Auf Stufe Europa wäre es z. B. auch nicht unbedingt nötig, Neben Englisch noch andere Minderheitssprachen wie z. B. Finnisch, Flämisch, Deutsch oder Isländisch zu pflegen... oder vielleicht doch? ... ;-)

    Gruss,
    Remi.
  • Andreas Schmidt
    Andreas Schmidt
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    Re^3: Ein Tscheche bei den As Gaeilge Awards
    Remi Crameri schrieb:
    Auf Stufe Europa wäre es z. B. auch nicht unbedingt nötig, Neben Englisch noch andere Minderheitssprachen wie z. B. Finnisch, Flämisch, Deutsch oder Isländisch zu pflegen... oder vielleicht doch? ... ;-)
    Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, Deutsch ist die meistgesprochene Sprache der EU, noch vor Englisch und Französisch.

    Ein Merkmal moderner Demokratien ist ja der Schutz von Minderheiten, also auch der Schutz von Minderheits-Sprachen. Sind nicht auch Irisch und Rätoromanisch offizielle Amtssprachen der EU?

    Ich kenne die Einstellung der Iren zur Irischen Sprache leider nicht genau, aber eine Sprache, gerade eine so alte, hat ja immer eigene Symbole, Redewendungen, Metaphern usw., und da wäre es schon schade, wenn das alles einfach ausstürbe.
  • Remi Crameri
    Remi Crameri    Premium Member   Group moderator
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    Re^4: Ein Tscheche bei den As Gaeilge Awards
    Hallo Andreas

    Andreas Schmidt wrote:

    Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, Deutsch ist die meistgesprochene Sprache der EU, noch vor Englisch und Französisch.
    Stimmt, das wusste ich gar nicht! Zumindest wenn man die Muttersprache als Kriterium nimmt. Sonst wäre es Englisch, Deutsch aber wiederum an zweiter Stelle. Weltweit kommt Deutsch übrigens an 12. Stelle. Asche über mein Haupt - wie konnte ich Deutsch nur als Minderheitssprache bezeichnen ;-) !

    Ein Merkmal moderner Demokratien ist ja der Schutz von Minderheiten, also auch der Schutz von Minderheits-Sprachen. Sind nicht auch Irisch und Rätoromanisch offizielle Amtssprachen der EU?
    Bin hier genau Deiner Meinung! (Mit der kleinen Anmerkung, dass Rätoromanisch kaum eine Amtssprache der EU sein kann, da die Schweiz gar nicht Mitglied der EU ist - Irisch ist aber sehr wohl EU-Amtssprache! Gute Gälisch-Uebersetzer können sich übrigens in Brüssel bewerben - es sind immer noch Plätze frei...)

    Ich kenne die Einstellung der Iren zur Irischen Sprache leider nicht genau, aber eine Sprache, gerade eine so alte, hat ja immer eigene Symbole, Redewendungen, Metaphern usw., und da wäre es schon schade, wenn das alles einfach ausstürbe.
    Wie gesagt, über die Feinheiten der irischen Sprache müsste Tom hier referieren. Ich schaue mir zwar gerne GAA-Spiele auf TG4 an, muss aber gestehen, dass ich KEIN EINZIGES WORT davon wirklich verstehen kann. Auch Sportübertragungen auf RNAG sind übrigens sehr unterhaltsam, da kommen nicht mal die brasilianischen Fussballreporter an den Enthusiasmus ran.

    Lieber Gruss,
    Remi.