Hierzu vielleicht passend eine kleine Anekdote, die einem Bekannten von mir an seinem Golf-Schnuppertag passiert ist:
Es begab sich zu einer Zeit, als Golf noch unbefleckt und elitär wahrgenommen wurde. Am Tage des gezielt geplanten Infekts mit dem Golfvirus (G1ZV1 - ZV steht für Zeitvernichtung) fand sich eine Gruppe Ansteckungswilliger auf einem Golfplatz als Inkubationsort in der Nähe von Frankfurt am Main ein. Der illustre Haufen lernte schnell die Basics kennen, die als Voraussetzung für eine erfolgreiche Virusübertragung als notwendig erachtet werden (Setup, Griff, Ballposition, usw.). Als diese Vorbereitungsphase abgeschlossen war, stürmte ein verspätetes männliches potentielles Bazillenmutterschiff die grüne Wiese. Das komplette Fixer-Besteck war schon mit an Bord und von durchaus edler Qualität. Die erste Frage des Pros lautete dann entsprechend: "Oh - Schön, dass sie schon eigenes Material haben. Spielen sie schon Golf?" Die ehrliche Antwort lautet: "Nein - ich bin doch hier, um das zu lernen!" Auf die Nachfrage des Virenvermittlers, wie er denn dann wissen könne, ob er ein Besteck für Rechts- oder Linksinfizierte bräuchte, erntete dieser nur einen sehr leeren Blick. Darüber hatte sich der Infektionswillige noch keine Gedanken gemacht.
Allerdings war der Gute ein Mann der Tat. Noch bevor er dem Virus die Chance gegeben hatte, sein volles Potential zu entfalten, war er bereit die volle Therapiedosis in Form einer Mitgliedschaft im Kreis der Infizierten zu bezahlen: Eine Vollmitgliedschaft mit Platzanteilen sollte es werden. Doch bevor er das Rezept gegenzeichnen wollte, fragte er die Frage aller Fragen vor dem Abschluss: "Gibt es hier auch viele Ärzte und Anwälte im Club? Schließlich will ich hier Business machen!".
Um aber nach dieser kleinen Geschichte noch mal auf den Ursprung des Fadens zurück zu kommen. Golf ist für mich eine schöne Ablenkung vom Alltag und eine gute Chance, um abzuschalten. Wenn sich auf der Runde Gespräche ergeben, die auch berufliche Anknüpfungspunkte nahelegen, dann verlege ich das lieber auf das Getränk danach. Oder noch lieber auf einen gesonderten Termin. Da ich aber neben meinem normalen Job auch noch eine sehr Golf-nahe Dienstleistung anbiete, kommt es schon öfter vor, dass ein konkreter Auftrag nach der Golfrunde erfolgt. Reich geworden bin ich dadurch aber ganz sicher noch nicht. Aber einige Spieler habe ich durch diese Dienstleistung wieder glücklicher gemacht.
Gruß
Michael


