Handball
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Benjamin RohrThe company name is only visible to registered members.Championsleaguespiel Kadetten gegen Montpellier = Historischer Erfolg!
SHL: Sensationeller Sieg gegen Montpellier - Historischer Erfolg
Die Kadetten haben mit dem 31:26 (17:11) Sieg gegen den mit Weltmeistern gespickten französischen Meister Montpellier erneut Schweizer Sportgeschichte geschrieben. Mehrfach mit 10 Toren in Führung zeigten die Kadetten gegen den weltbesten Handballer Karabatic und dessen ebenso erfolgreiche Teamkollegen einmal mehr ein engagiertes, während 50 Minuten begeisterndes Spiel. Gegen den Schluss zollten die Kadetten ihrem beherzten Einsatz Tribut - aber mit 5 Toren gegen ein Klasseteam, einen den Favoriten auf das Final 4 in Köln zu gewinnen, das muss eine Schweizer Mannschaft den Kadetten zuerst mal vormachen. 2`400 begeisterte Zuschauer in der mehr als nur ausverkauften Halle bewiesen zudem, dass in Schaffhausen künftig Top-Spiele mit einem sehr grossen Zuschaueraufmarsch rechnen können. Nach einer erneuten Glanzleistung wie gegen Aalborg und Moskau bewiesen die Kadetten, das die sensationellen Erfolge aus dem Vorjahr kein Zufall waren. Mit diesen Ergebnissen gegen die Weltspitze sind die Kadetten ein ernsthafter Kandidat für die Nomination als Schweizer Mannschaft des Jahres. Der Handball hat in der Schweiz - obwohl im Schatten von Eishockey und Fussball - bewiesen, dass die Kadetten international ganz vorne dabei sind.
Quelle: K-CL-Medienkoordination
Die Schaffhauser Nachrichten schreiben:
Champions League 1/8-Fina Kadetten - Montpellier Agglomeration HB, 31 : 26 (17 : 11)
Kadetten beherrschen französischen Meister
Im Achtelfinalhinspiel der Champions League boten die Kadetten eine hervorragende Leistung und besiegten Montpellier unerwartet mit 31:26 (17:11). Björgvin Gustavsson und der Youngster Florian Goepfert setzten die Hauptakzente.
von Hans Christoph Steinemann
Handball Wer den Schaffhauser Kadetten vor dem Hinspiel gegen Montpellier einen Sieg mit fünf Toren Unterschied prophezeit hätte, wäre kaum ernst genommen worden. Jetzt schaffte der Schweizer Meister die Sensation und schlug die Südfranzosen mit einem Vorsprung, der Hoffnung zulässt fürs Weiterkommen. Ein solcher Erfolg wäre dann die ganz grosse Geschichte im Schweizer Handball. Denn auf höchstem europäischen Niveau muss man rund 15 Jahre zurückblättern, um beim damals grossen Pfadi Winterthur mit Kang, Cho, Schärer und Co. ähnliche Erfolge zu konstatieren.
Dreimal mit zehn Toren
Jetzt sind es die Schaffhauser, die mit einer mannschaftlich sehr geschlossenen Leistung den französischen Serienmeister über weite Strecken des intensiven und auf hohem Niveau stehenden Spiels beherrschten. Als die Schaffhauser in der 45. Minute erstmals mit zehn Toren in Führung gingen (26:16), trauten die Zuschauer in der ausverkauften Eulachhalle ihren Augen kaum. Die Kadetten waren auf dem besten Weg dazu, die Stars aus Montpellier zu deklassieren. Mit 27:17 und 29:19 (53.) hielten sie ihre Führung weiter bei zehn Toren. Danach merkten die Gäste endgültig, dass ihnen ein solches Resultat wohl grösste Schwierigkeiten bereiten würde, den schlicht erwarteten Einzug in den Viertelfinal zu schaffen. In Montpellier war vor allem vom Final-Four-Turnier von Ende Mai in Köln die Rede ... Superstar Nikola Karabatic spielte in der Schlussphase seine Klasse aus, zudem kassierten die Kadetten eine Doppelstrafe in den letzten zwei Minuten, die noch die Gegentreffer vom 31:24 zum 31:26 kosteten. Die Franzosen standen von Anfang an an diesem Abend unter starkem Druck und konnten so nie ihre beste Leistung abrufen. Sicher fehlten ihnen mit den Aufbauern Accombry (links) und Hammed (rechts) verletzungsbedingt zwei wichtige Impulsgeber, die im Rückspiel wieder dabei sein könnten. Aber auch sonst müsste die Equipe mit vier Weltmeistern und ausländischen Profis in der Lage sein, gegen die Kadetten zu bestehen. Mit einer derart starken Leistung der Orangen hatten sie wohl nicht gerechnet, war den Aussagen von Trainer Patrice Canayer in der Medienkonferenz zu entnehmen. «Wir wurden von Schaffhausen dominiert, wir hatten heute grosse Schwierigkeiten, ins Spiel zu kommen», erkannte Canayer an.
Kukucka, Gustavsson, Goepfert
Auf der anderen Seite hatten die Kadetten einen Start ins Spiel hingelegt, der besser kaum hätte sein können. Bis zu Canayers Time-out in der 15. Minute – beim Stand von 8:4 – hatte der isländische Hexer im Kadettentor, Björgvin Gustavsson, hinter der kompakten 6-0-Abwehr schon acht Paraden gezeigt. Bis zum Schluss kam er auf 22 gehaltene Bälle. Und im Angriff spielten die Schaffhauser unter der magistralen Führung von Peter Kukucka (5 Tore) ihre Varianten aus, mit denen sie das 5-1 aushebelten.
Kadetten-Festspiele in Winterthur Gustavsson pariert, Goepfert vollstreckt, und die Fans jubilieren
Von Matthias Meier, Winterthur
Das Festmahl war angerichtet. 2400 Zuschauer in der ausverkauften Eulachhalle wollten sich die Saisonkrönung, ja den bisherigen Höhepunktpunkt der Kadetten-Vereinsgeschichte sehen. 26 Journalisten zwängten sich an die Tische an der Seitenlinie, 35 Fernsehleute waren vor Ort. Dazu kam natürlich die Prominenz: Die FCZ-Verantwortlichen Fredy Bickel und Ancillo Canepa waren da, der französische Konsul vertrat die Franzosen, Popstar Marc Sway erwies den Kadetten die Ehre.
Und sie alle wurden nicht enttäuscht. Die Kadetten rissen die Fans von der ersten Minute an mit, spielten Handball auf einem grandiosen Niveau, kämpften, rackerten sich ab, schwitzten, und das alles mit grossem Erfolg. Von Beginn an gaben die Schaffhauser den Ton an, den grossen Respekt vor dem französischen Weltmeisterteam liessen sie in der Kabine.
Gustavssons Paraden
Dabei wuchs vor allem Goalie Björgvin Gustavsson über sich hinaus – wie schon in fast zuverlässiger Regelmässigkeit bei Grossanlässen. Schon zur Halbzeit hatte der Isländer zwölf Paraden auf dem Konto. In die Pause verabschiedete sich Gustavsson mit einem gehaltenen Penalty gegen Mladen Bojinovic. Nach dem Seitenwechsel machte der Isländer im gleichen Stil weiter und hielt nochmals zehn Bälle. Dazu parierte er die Siebenmeter von Michael Guigou und Vid Kavticnik. Nach jeder Parade brüllte der Mann mit der blonden Mähne ins Publikum, ballte die Faust oder starrte mit funkelnden Augen auf die Kadetten-Bank, wo sie alle aufgestanden waren. «Wir haben immer an den Sieg geglaubt», meinte Gustavsson nach der Partie und fügte gleich hinzu: «Wir haben gezeigt, dass der Schweizer Handball etwas kann.»
Gopeferts Tore
Im Angriff konnten sich die Kadetten vor allem auf die Tore eines Spielers verlassen: Florian Goepfert. Der Basler spielte mit beeindruckender Effizienz. Lange blieb seine Bilanz makellos, erst am Schluss scheiterte er zweimal an Montpellier-Goalie Mickael Robin. «Ich habe wohl noch nie so gut gespielt auf diesem Level», sagte Goepfert nach dem Spiel. Von seinen sieben Toren hatte der Flügel auch eines vom Rückraum erzielt (zum 19:13). Fürs Rückspiel bleiben Goepfert und Gustavsson zuversichtlich. «Mit unseren Emotionen haben wir eine Chance», sagte der Isländer. Goepfert ärgerte sich ein wenig über die Schlussphase, in der die Kadetten ihren Zehn-Tore-Vorsprung zur Hälfte einbüssten. «Schade, dass sie zurückkamen. Aber wir haben trotzdem eine gute Chance im Rückspiel.» Von den Rängen erhielten Gustavsson und Goepfert gebührend Applaus, wobei der Basler seinen eigenen kleinen «Fanklub» hatte. Einige Kollegen aus seinem Heimatort Binningen hatten sich T-Shirts bedruckt mit den Buchstaben seines Nachnamens und schrien nach jedem Treffer Goepferts lauthals seinen Namen.
Karabatics böse Worte
Auch sonst ging das Publikum in der Winterthurer Halle mit jedem Angriff voll mit, hielt den Atem an, wenn ein Kadett zum Abschluss abgehoben hatte, jubilierte, wenn der Ball in den Maschen zappelte. In der einen Ecke spielte die Guggenmusik «Staaner Schränzer» aus Stein am Rhein Festmusik, in der Ecke vis-à-vis blies Sigi Michel in seine Trompete. Und Nikola Karabatic? Der französische Welthandballer war nur vor und nach dem Spiel eine grosse Nummer. Beim Einlaufen nahmen die i-Phones den knapp zwei Meter grossen Schrank von einem Mann ins Visier. Nach der Partie wurde der geduschte Karabatic erneut zum Sujet zahlreicher Handys. Während des Spiels fiel der Aufbauer nur durch ein paar ansatzlose Schüsse auf – und durch ein wüstes Wortgefecht. Karabatic hatte Jurca nach einem Anspiel zu Boden geworfen und diesen danach auf nicht zitierwürdige Weise der Schauspielerei bezichtigt. Die Regie des Abends führte auf jeden Fall Peter Kukucka auf der anderen Seite besser, schneller und effektiver. In der Form, in der er schon im letzten Frühling war, zeigte der Slowake erneut eine Weltklasseleistung. Wenn die Kadetten und ihr phänomenaler Mittelmann ihre Form fürs Rückspiel in neun Tagen konservieren können, dürften sie gute Chancen haben, sensationell in den Viertelfinal vorzustossen.
Kadetten Schaffhausen - Montpellier 31:26 (17:11). – Eulachhalle, Winterthur. - 2400 Zuschauer (ausverkauft). - SR Leifsson/Palsson (Isl). - Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Kadetten Schaffhausen, 3-mal 2 Minuten gegen Montpellier. – Kadetten Schaffhausen: Gustavsson/Quadrelli (für 1 Penalty); Kukucka (5), Goepfert (7), Graubner, Patrail (3), Filip (2), Starczan, Jurca (3), Stojanovic (3), Bucher (1), Ursic (7/2). – Montpellier: Stochl/Robin (ab 44.); Tej (5), Joli (3), Guigou (2), Honrubia, Juricek (3), Nikola Karabatic (5), Kavticnik (2), Luka Karabatic, Bojinovic (6/4). – Bemerkungen: Montpellier ohne Accambray, Hammed und Di Panda (alle verletzt). Stochl hält Penaltys von Patrail (3./1:0) und Ursic (12./5:4/im Nachschuss verwandelt). Gustavsson hält Penaltys von Bojinovic (30./17:11), Guigou (35./19:14) und Kavticnik (46./26:17). Rückspiel am 3. April (17.00) in der Montpellier-Arena
Quelle: Schaffhauser Nachrichten
- 25 Mar 2011, 3:31 pm
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Benjamin RohrThe company name is only visible to registered members.Re: Championsleaguespiel Kadetten gegen Montpellier = Historischer Erfolg!
Champions League 1/8-Fina Montpellier Agglomeration HB - Kadetten, 35 : 27 (21 : 14)
In der zweiten Hälfte auf der Kippe
Die Kadetten haben das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League in Montpellier zwar mit 27:35 verloren. Am Schluss fehlten aber nur drei Tore zum Weiterkommen. Die Schaffhauser durften zeitweise an der Sensation schnuppern.
von Hans Christoph Steinemann
Handball Die Kadetten wussten nach dem mit fünf Toren gewonnenen Hinspiel (31:26), dass sie in dieser super Atmosphäre nochmals eine gleich gute oder eher noch bessere Leistung zeigen mussten, um an die erstmalige Viertelfinalqualifikation in der Champions League zu glauben. Trainer Petr Hrachovec sagte in der Medienkonferenz zu Recht, dass sie vor zehn Tagen in der Eulachhalle am obersten Limit gespielt hätten. Ein bisschen trauerte er auch der vergebenen Chance nach, mit sechs oder sieben Längen Vorsprung nach Südfrankreich zu reisen. Den Knackpunkt am Sonntag sah Hrachovec zwischen der 36. und der 43. Minute, als die Kadetten – nachdem sie nochmals auf drei Tore herangekommen waren (22:19 und 23:20) – zwei Chancen hatten, auf zwei Tore zu reduzieren. Zuerst scheiterte Rares Jurca in dieser an Spannung kaum zu überbietenden Phase an Stochl, danach behielt der unglücklich kämpfende Mait Patrail den Ball zu lange, worauf die ungarischen Schiedsrichter abpfiffen. Zweimal der bullige Tunesier Tej und der nach der Pause starke Weltmeister Guigo (5 Tore) stellten auf 26:20.
Accambrays starke Halbzeit
Das war noch nicht die endgültige Vorentscheidung, denn die Kadetten kamen dank einem von Björgvin Gustavsson abgewehrten Siebenmeter Kavticniks, einem Penaltytreffer von Iwan Ursic sowie einem Durchbruch Jurcas auf 26:22 heran. Und wären mit diesem Skore eine Runde weitergekommen. Doch dieses Resultat hatte nicht lange Bestand, da die kämpferischen und von einem gewaltigen Publikum aufgepeitschten Franzosen schnell wieder vorlegten: Das 30:22 von Superstar Nikola Karabatic, der erneut (wohl aus familiären Gründen) nicht seinen besten Tag hatte, bedeutete aber wohl in der 50. Minute in den Köpfen die Vorentscheidung zugunsten des französischen Meisters. Die acht Tore Differenz hatten von da an bis zum Schluss Bestand. Dass die Kadetten in der ersten Hälfte, in der sie sich bis zum 6:6 (11.) und 9:8 (15.) wie schon im Heimspiel gleichwertig zeigten, noch klar in Rückstand gerieten, war auf die diesmal etwas zu wenig kompakte Verteidigung und die anfängliche Erfolglosigkeit von Goalie Gustavsson zurückzuführen. Gegen den im Hinspiel verletzten Weltmeister William Accambray fanden sie 30 Minuten lang fast kein Mittel, der 22-jährige Shooter mit dem Oberkörper in der Form eines Kleiderkastens traf und traf – sieben Mal bis zur Pause (aus acht Versuchen). Er war hauptverantwortlich dafür, dass Montpellier bei 18:10 in der 24. Minute erstmals mit acht Toren führte. Zur Pause stand es 21:14. «Schaffhausen hat auch heute auf sehr hohem Niveau gespielt und uns physisch und mental alles abgefordert», erkannte Montpellier-Trainer Patrice Canayer die Qualität der Kadetten an. «Wir hatten eine enorm intensive Trainingswoche. Unser Überlebensinstinkt nach den zehn Toren Differenz in der Schweiz hat uns wohl gerettet. Aber auch Schaffhausen hatte heute seine Chancen.» Der klare Pausenvorsprung führte bei den Franzosen zu einem gewissen Nachlassen: Die ersten fünf Angriffe der zweiten Hälfte blieben allesamt unbelohnt, plötzlich stand der Isländer Gustavsson so im Tor wie in der Eulachhalle und hielt noch 12 Bälle (total 16). Und die Erfolgsquote im Angriff stieg von 41 Prozent vor der Pause zuerst deutlich an. Im Angriff zog der erneut hervorragende Regisseur Peter Kukucka (6 Tore) die Fäden und war zusammen mit dem ebenso guten Iwan Ursic (7/3) zudem der beste Torschütze. Es fehlten in der Endabrechnung ein paar Tore vom linken Aufbauer (vgl. Artikel unten) und auch von den Flügeln, die diesmal nicht so ins Spiel kamen. Kritik soll das keine sein, denn jeder der eingesetzten Kadetten-Spieler kämpfte bis zum Umfallen und gab sein Bestes. So gesehen, sind die Schaffhauser mit fliegenden Fahnen untergegangen und dürfen stolz sein, dem französischen Serienmeister zweimal Paroli geboten zu haben und nur knapp ausgeschieden zu sein. Mit der Bilanz dieser Champions-League-Saison dürfen die Kadetten auf jeden Fall zufrieden sein. Jetzt gilt es zuerst, den Meistertitel zu verteidigen und dann mit frischem Elan in der neuen Grosshalle (gemäss «SonntagsBlick» mit Namen BBC-Arena) in Schaffhausen Begeisterungsstürme zu entfachen. Begeistert waren Staff und Spieler, als sie von einer zwölfköpfigen Fan-Delegation lautstark in Kloten begrüsst wurden.
Heimvorteil genutzt Die Atmosphäre in der Halle trug ihren Teil zum Sieg von Montpellier bei
Dass professionelle Sportveranstaltungen längst zelebrierte Grossevents sind, ist nicht neu. Was die Kadetten aus Schaffhausen gestern jedoch in der Montpellier-Arena erlebten, war dennoch etwas Besonderes.
Alles war etwas grösser, etwas lauter, eine chauvinistisch angehauchte Show. Die 8500 Zuschauer in der nicht ganz ausverkauften Handballhalle generierten von der ersten Minute an eine grossartige Atmosphäre. Davon profitierte natürlich in erster Linie die Heimmannschaft. Montpellier wurde von der lautstarken Stimmung zum Sieg getragen – und feierte nach dem Spiel überschwänglich den erwarteten Viertelfinaleinzug in der Champions League.
Kleine Nadelstiche
Die Platzherren wussten denn auch genau, wie sie die Unterstützung von den Rängen in einen spielerischen Vorteil ummünzen konnten. Immer wieder setzten sie Nadelstiche in Form von kleinen Nickligkeiten ein, um so den Schaffhausern ihre physische Überlegenheit zu beweisen. Der tunesische Kreisläufer Issam Tej machte Mait Patrail schon nach wenigen Minuten mit seinem Ellbogen bekannt, der Este ging zu Boden. Die leicht überdosierte Aggressivität verfehlte ihre Wirkung nicht. Der junge Patrail wirkte danach gehemmt und konnte seine Wurfqualitäten nie einbringen. Immerhin erzielte der Aufbauer in der zweiten Halbzeit noch zwei Tore – und das in doppelter Unterzahl aus aussichtslosen Schusspositionen. Zur Höchstform lief aber insbesondere ein Akteur auf: der Hallenspeaker. Man hatte das Gefühl, dass der Mann jeweils mindestens fünf Minuten ohne Atem auskam, derart pausenlos kläffte er in sein Mikrofon. Der Lärmpegel sank auch während der Time-outs der Trainer nicht. Eine Musikgruppe spielte fast ununterbrochen, Cheerleaders tanzten, Fan-Shirts wurden in die Menge katapultiert. Am Rande des Spielfelds heizten Flammenwerfer die Stimmung zusätzlich an. Im Rink verschossen die Franzosen ihr Pulver vor allem in der letzten Viertelstunde vor dem Seitenwechsel, wie Tennisspieler Richard Gasquet im Pauseninterview beeindruckt feststellte. Die Kadetten verliessen die Halle nach dem Spiel mit betretener Miene. Da ein kurzes Abklatschen, dort ein paar aufmunternde Worte. Sie hatten trotz allem eine gute Visitenkarte hinterlegt. Auf jeden Fall sind sie wieder um eine Erfahrung reicher. Und das dürfte ihnen Mut machen für weitere Aufgaben.Matthias Meier, Montpellier
MONTPELLIER - Kadetten Schaffhausen 35:27 (21:14). - Arena Montpellier. - 8500 Zuschauer. - SR Horvath/Marton (Un). - Torfolge: 0:2, 2:2, 2:3, 4:3, 4:4, 6:4, 6:6, 8:6, 9:8 (15.), 12:8, 12:9, 16:9, 16:10, 18:10 (24.), 18:12, 19:13, 21:13, 21:14; 21:17, 22:17, 22:19, 23:20, 26:20, 26:22, 30:22 (49.), 32:25, 34:25, 35:27. - Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Montpellier, 6-mal 2 Minuten gegen Kadetten Schaffhausen. - Montpellier: Stochl/Robin (für 1 Penalty); Tej (6), Accambray (8), Joli, Salou, Guigou (5), Juricek (2), Nikola Karabatic (4), Kavticnik (7), Hammed, Bojinovic (2/1), Hmam (1). - Kadetten Schaffhausen: Gustavsson/Quadrelli (21.-28.); Kukucka (6), Goepfert (2), Graubner (1), Patrail (2), Filip (3), Starczan (2), Jurca (4/1), Stojanovic, Bucher, Ursic (7/3). - Bemerkungen: Kadetten ohne Vrany (verletzt). Bojinovic schiesst Penalty über die Latte (34./21:16). Gustavsson hält Penaltys von Guigou (40./23:20) und Bojinovic (52./31:24). - Hinspiel 26:31.
- 04 Apr 2011, 12:54 pm
