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Und noch ein Thema, das mich gerade beschäftigt: Fixed Income Arbitrage ist bei historischer Betrachtung eine HF-Strategie mit niedriger Volatilität (Risiko) und konsistenten Erträgen. Über weite Strecken sehen einige der besten Fonds aus, als hätten sie die vielbeschworene "Lizenz zum Gelddrucken". Im ersten Quartal 2008 (und teilweise bereits davor) produziert die Strategie dagegen deutliche Verluste. Einige Fonds hat es so schlimm erwischt, dass sie selbst bei der Rückkehr zu historischen Durchschnittsrenditen Jahre benötigen würden, um die Drawdowns wieder wett zu machen.
Was genau ist da passiert?
Schönen Abend
WS

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Wolfgang Schimmel Premium Member
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Wenn man den Marktteilnehmern glauben darf gab es in dieser Strategie in der letzten Zeit zu viele
Nachahmer und die Manager konnten nicht mehr von den Ineffizienzen profitieren in diesem Segment. Böse Zungen behaupten sogar, dass diese Strategie erstmal "out" ist für einige Jahre.
Den Leverage machen ja die Investmentbanken auch nicht mehr mit. Sogar Top Leute wie Nicholas Applegate hatten ihre Probleme.
Wir können gespannt auf "neue " Strategien der Manager.
Grüße nach Wien
Jasmin Nezirevic

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Jasmin Nezirevic Premium Member
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Hallo,
Fixed Income Arbitrage ist nach wie vor eine unter risk adjustment Aspekten lohnende Strategie. Nicht alle Fondsmanager hatten unter den Turbulenzen des Ausfalls von Schuldnern (Finanzkrise, Lehman etc.) zu leiden und haben den Cremont Index für Fixed Income Arbitrage (der übrigens mit über 18% ytd in 2009 wieder überzeugen kann). Im Englischen nennt man diese Strategie nicht umsonst "picking up pennies in front of a steamroller" - die Kreditkrise war genau eine solche Dampfwalze. Ich kenne selber keinen Fonds, der nicht gute Chancen hätte, schon dieses Jahr die Verluste aus dem vergangenen Jahr wettzumachen. Das sieht bei anderen Anlagekategorien mit niedrigem Risikoprofil im öffentlich zugänglichen Markt wesentlich schlechter aus.
Der Theorie mit den "Nachahmern" aus dem Kommentar zu Deinem Artikel kann ich überhaupt nicht folgen - im Mai und im Juli z.B. wurden auf Monatsbasis im Gros die Arbitragemöglichkeiten so hoch wie nie in den letzten 5 Jahren zuvor. Ein Problem in Deutschland und anderen hoch regulierten Märkten ist natürlich, dass viele Falschinformationen im Markt herumgeistern, die banken nur Interesse am Vertrieb ihrer bestehenden Produkte Interesse haben und die Polemik der Zeitungskonzerne kaum wissenschaftlich fundierte Aussagen zu Tage befördert. Wenn die Fonds nicht öffentlich vertrieben werden dürfen ist es eben Aufgabe des Vermögensverwalters seinem Kunden diesen Zugang zu intelligenten Produkten, unabhängig von Banken, zu ermöglichen.
Liebe Grüsse
Urs

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Urs Meier
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Hmm, ja, vielleicht. Ich wünsche den Managern ja alles Gute und es stimmt auch: Die im CS/Tremont vertretenen Fonds dieser Strategie haben heuer sehr ansprechende Performance geliefert. Das reine Zahlenbetrachten war aber nicht wirklich die Intention meiner Frage. Ich formuliere daher neu und noch einfacher:
Fixed Income Arbitrage (FIA) war bis 2008 eine Strategie mit historisch recht stabilen Renditen bei vergleichsweise extrem geringer Vola. 2008 bohrt sich FIA buchstäblich unter den Asphalt mit 9 von 12 Monaten im tiefroten Bereich und dem Extremmonat Oktober: -14%. For the rest of us: Bisher lieferte diese Strategie historische Monatserträge im kleinen einstelligen Prozentbereich - die 14 Minus waren etwa 8 (acht!!) Sigmas (also 8x die einfache Standardabweichung) entfernt vom mittleren monatlichen Erwartungswert. Das ist kein schwarzer Schwan mehr, sondern ein regenbogenfärbiger mit drei Flügeln.
Die Idee des Postings war deshalb eher: Ist FIA eine der vielen quantitativen Strategien, deren Risiken extrem randverteilt sind, weshalb das Risiko eben lange nicht sichtbar ist (weil das randverteilte Risiko naturgemäß selten zuschlägt, dann aber wirklich böse)?
Fällt dazu wem was ein?
Grüße aus Wien
Wolfgang Schimmel

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Wolfgang Schimmel Premium Member
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