Hörbücher & Hörspiele
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Angela di Ciriaco-SussdorffThe company name is only visible to registered members.Mattias Karow: Der Mond der fliegenden Enten14 Dec 2010, 5:04 pmBemerkenswertes Originalhörspiel eines jungen Autors
Regie: Robert Schön
Begnadete Erfinder auch aus längst vergangenen Zeiten waren schon immer unbeirrbar der Realisierung ihrer Träume auf der Spur: da Vinci den martialischen Wurfmaschinen, Carl Benz dem Verbrennungsmotor, dem Differentialantrieb, der Kupplung und dem Vergaser – kurz, dem nach ihm benannten Motorfahrzeug mit dem Stern. Auch der nahezu in Vergessenheit geratene Karl Jatho gehört zu diesen Träumern. Er konstruierte das erste Motorflugzeug, einen Flugkörper also, von dem schon Jahrhunderte zuvor Leonardo, das Genie aus Vinci, Entwürfe gezeichnet hatte. Vier Monate vor dem ersten Motorflug der Brüder Wright führte Jatho am 18. August 1903 in der Heide bei Hannover einen ersten Motorflug durch.
Matthias Karow, der mit 28 Jahren 2006 als Hörspielautor debütierte, kommt selbst von der Technik. Ursprünglich Tontechniker, begann er zu schreiben und gab auch eine Literaturzeitschrift „Bella Triste“ heraus. Seiner Vorliebe zu ungewöhnlichen, eher verspielten Titeln ist er treu geblieben. „Der Wanderer und seine Regenhaube“ hieß sein erstes Hörspiel, „Der Mond der fliegenden Enten“ das neueste. Es ist eine Mischung aus liebevollem Erfinderportrait und märchen- haften Verträumtheiten, stilistisch in der Nachbarschaft von Günter Eich („Sabeth“) angesiedelt, auf den er sich aus-drücklich bezieht.
Als Kind hatte Jatho einen toten Raben tot gefunden und ihm den Namen Gall gegeben. Während Jatho mit traumwandleri- scher Sicherheit an seiner „Kathedrale mit Flügel“ arbeitet, weist der Rabe ihm in gewisser Weise den Weg, sein Flugzeug zu bauen: einen Doppeldecker mit 12-PS-Einzylinder-Benzinmotor, 272 kg Leergewicht und 36 m² Flügelfläche. Beim ersten Versuch soll er knapp 30 cm über dem Boden geflogen sein. Drei Monate später gelangen ihm mit einem 80 Meter langen Flug in einer Höhe von 2,70 m. Auch in Jathos späten Träumen, in denen sich Weisheit mit Wirrheit mischt, begleitet ihn der Rabe Gall, als wäre er einem Schatzkästlein von Märchen und Mythen entflogen.
Karow lässt das Hörspiel an Jathos 60. Geburtstag spielen, an dem ihm Ehrenbezeugungen von Repräsentanten des „Führers“, zuteil wurden der das “Erstlingsrecht“ Jathos vor den Amerikanern Wilbur und Orwill Wright und dem Deutsch-Amerikaner Gustave Whitehead bekundet und gewährleistet sehen wollte. Karow zeigt uns den Flugpionier als einen versponnenen alten Mann, der sich in seine Fantasiewelt zurückzieht, aber auch dort nicht von nahezu zwanghaften Konstruktionsfantasien loskommt.
Dem Autor gelingt ein Amalgam von Fakten und Fiktion, das der junge Regisseur Robert Schön fantasievoll und mit leichter Hand umsetzt. Wenn auch die Besetzung der einzelnen Rollen von ungleichmäßiger Qualität ist und neben hochkarätigen Schauspielern (Peter Matic und Udo Schenk) mit nahezu kleindarstellerischem Überschwang agierende Akteuren zu hören sind, so stellt sich doch durch den Zauber verschwenderisch eingesetzter musikalischer und akustischer Mittel ein märchenhafter Sog ein, dem man sich gerne zuhörend überlässt.
Angela di Ciriaco-Sussdorff/fk
(Das Hörspiel wurde am 8. Dezember 2010 auf DLRKultur gesendet (21 Uhr bis ca. 22.30)
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Olaf von der HeydtThe company name is only visible to registered members.Danke für den Hinweis, das werde ich mir dann in den nächsten Tagen anhören.15 Dec 2010, 7:52 pmRe: Bemerkenswertes Originalhörspiel eines jungen Autors
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Angela di Ciriaco-SussdorffThe company name is only visible to registered members.Bin gespannt, wie Sie dieses Hörspiel finden. Ich meine, vorallem junge/jüngere AutorInnen, die sich noch an Originalhörspiel wagen und sich nicht auf potentiell gewinnträchtigere Bestseller-Bearbeitungen kaprizieren, verdienten Anerkennung und Echo.16 Dec 2010, 12:01 pmRe^2: Bemerkenswertes Originalhörspiel eines jungen Autors
