Hotelier

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  • Carsten Hennig
    Carsten Hennig    Premium Member   Group moderator   Xpert Ambassador
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    Bundesregierung: Viele Azubis brechen ihre Lehre im Hotel- und Gaststättengewerbe ab
    Bericht aus der Onlineausgabe von "Top hotel" (http://www.tophotel.de)

    (Berlin, 31. August 2010) Sehr viele Jugendliche brechen im Bereich Hotel- und Gaststättengewerbe ihre Ausbildung ab. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag hervor. Demnach haben im Jahr 2008 45,3 Prozent der Auszubildenden als Koch/Köchin ihren Vertrag gelöst Bei den angehenden Hotelfachmänner/–frauen waren es 43,8 Prozent. 42,4 Prozent der Restaurantfachleuten wechselten den Ausbildungsberuf. Bei den Fachkräften im Gastgewerbe waren es 34,6 Prozent und bei den Fachmänner/-frauen für Systemgastronomie 33,7 Prozent und 26 Prozent der Hotelfachkaufmänner/-frauen.

    Im Jahr 2008 habe das Durchschnittsalter der Auszubildenden mit neu abgeschlossenem Ausbildungsvertrag bei 19,7 Jahren gelegen, schreibt die Regierung weiter. In dieser Größenordnung habe auch das Durchschnittsalter der Auszubildenden mit neu abgeschlossenem Ausbildungsvertrag in den Berufen Koch/Köchin (19,7), Restaurantfachmann/Restaurantfachfrau (19,8) und Hotelfachmann/Hotelfachfrau (19,8) gelegen. Die Durchschnittsalter für die Berufe Fachkraft im Gastgewerbe (20,0), Fachmann/Fachfrau für Systemgastronomie (20,8) und Hotelkaufmann/Hotelkauffrau (21,0) seien etwas höher ausgefallen.

    Laut Bundesregierung hat das Bundesarbeitsministerium die Länder um Stellungnahme zu Verstößen gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) bei der Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe gebeten. Die Abfrage habe ergeben, dass eine Darstellung der Anzahl der Verstöße die Jahre 2001 bis 2010 aufgeschlüsselt nach Ausbildungsberufen und Bundesländern nicht möglich ist, heißt es in der Antwort. Entsprechende Statistiken würden in den Ländern flächendeckend nicht geführt. Auch aus den allgemeinen Ausführungen der Länder lasse sich kein einheitliches Bild über Verstöße im Hotel- und Gaststättengewerbe ableiten, schreibt die Regierung.
  • Florian Boroffka
    Florian Boroffka
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    Re: Bundesregierung: Viele Azubis brechen ihre Lehre im Hotel- und Gaststättengewerbe ab
    Es ist doch sehr schade, dass wir in der Hottelerie den Jungen Menschen nicht die Vorteile vermitteln können. Mit einem Beruf aus der Gastronomie kann man relativ leicht in anderen Ländern arbeiten, dadurch neue Kulturen kennen lernen und sich menschlich weiter entwickeln.

    Ich jedenfalls kann mir fast keinen Beruf vorstellen, der mir besser gefallen hätte. Mit Fleiß ist auch eine ordentliche Karriere möglich.
  • Thomas Gruber
    Thomas Gruber    Premium Member
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    Re: Bundesregierung: Viele Azubis brechen ihre Lehre im Hotel- und Gaststättengewerbe ab
    Im Jahr 2008 hatte ich 12 Auszubildende im Beruf Koch/Köchin und Hotelfachmann/-frau zu betreuen. Abgebrochen hat in diesem Jahr kein einziger. Auch von Kollegen sind mir diese hohen Zahlen nicht bekannt. Eine Abbruchquote von knapp der Hälfte nur in 2008 erscheint mir doch zu hoch. Wäre interessant zu wissen, wie die Zahlen ermittelt wurden.

    Herzliche Grüße
    Thomas Gruber
  • Johannes Lohmeyer
    Johannes Lohmeyer    Premium Member   Group moderator
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    Re^2: Bundesregierung: Viele Azubis brechen ihre Lehre im Hotel- und Gaststättengewerbe ab
    Stimmt, Herr Gruber. Wir haben auch pro Jahr maximal einen Abbrecher. Und in den meisten mir bekannten Hotels ist das ähnlich. Wenn nun aber viele Hotels nur 10% oder weniger Abbrecher haben, müssten es ja anderswo 90% sein, um auf diesen Schnitt zu kommen.

    Die 45% wurden wahrscheinlich vom gleichen Beamten ausgerechnet, der als Kosten für die Mehrwertsteuersenkung 1 Mrd. ermittelt hat.
  • Birgit Müller-Leersch
    Birgit Müller-Leersch
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    Re^3: Bundesregierung: Viele Azubis brechen ihre Lehre im Hotel- und Gaststättengewerbe ab
    Ich denke, dass die Zahlen vom DIHK ermittelt wurden, da bei den Kammern die Ausbildungsverhältnisse eingetragen und bei Abbruch gelöscht werden. In meiner 14jährigen Erfahrung habe ich es zweimal in unserem Betrieb erlebt, dass jemand abgebrochen hat (einmal aus Heimweh nach Frankfurt an der Oder, und das kurz vor der Zwischenprüfung und einmal hat sich ein Koch währen der Probezeit entschlossen, doch Maschinenbau zu studieren). Wir haben bis vor zwei Jahren ständig bis zu 25 Azubis in allen Berufen betreut und bilden nach Ausbildungsrahmenplan aus. Für mich ist es unwahrscheinlich, dass die Jugendlichen ausschließlich aufgrund von Verstößen gegen das JASchG ihre Lehre "hinschmeißen". Ich denke, es liegt oft an der unzureichenden Vorbereitung ihrer Berufswahl, da sie kein Praktikum absolviert oder sich mehrere Betriebe angeschaut haben. Ich erhalte regelmäßig Anrufe von Hofa- oder Koch-Azubis aus dem zweiten Ausbildungsjahr, die zu uns wechseln wollen, da sie zu einseitig im Service ausgebildet werden bzw. nich alle Posten in der Küche kennen lernen und so das Bestehen der Prüfung gefährdet ist, da sie mit einem Warenkorb nichts anfangen können und überwiegend mit Convenience-Produkten gearbeitet wird. Da der Lehrstellenmarkt sich derzeit stark wandelt, gehe ich davon aus, dass Betriebe, die sich ihren Ruf bei den Jugendlichen durch Verstöße gegen das JASchG bzw. durch zu einseitige Ausbildung "vermasselt" haben, eh schon keine oder kaum noch Bewerbungen erhalten und diese demnächst auf "teure" ausgelernte Kräfte oder sogar ausländische Fachkräfte zurückgreifen müssen - aber das wird ja über kurz oder lang sogar noch von der Regierung prämiert ...
  • Hans-Ludwig Straub
    Hans-Ludwig Straub    Premium Member
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    Re: Bundesregierung: Viele Azubis brechen ihre Lehre im Hotel- und Gaststättengewerbe ab
    Wie immer hat jedes Ding zwei Seiten: es gibt sicherlich Betriebe, die Defizite in der Ausbildungsmethotik haben. Auch welche, die schlicht und einfach Lehrlinge ausnutzen.
    Wir beobachten allerdings auch, dass die Ausbildungsfähigkeit der Bewerber seit Jahren sinkt. Und das bezieht sich nicht nur auf schulische Leistungen. Man merkt, daß in den Familien nicht mehr gekocht wird.
    Bewerber können sich nicht vorstellen, dass man einen Eistee auch selber herstellen kann und das Schneiden eines runden Erdbeerkuchens in 12 gleich große Stücke stellt eine unüberwindbare Hürde da.
    Es fehlt an der Motorik: das Tragen von Tellern oder Einschenken von Kaffee in eine Tasse klappt nicht.
    Wir haben es mittlerweile aufgegeben fest mit Auszubildenden zu rechnen. Wenn eine(r) kommt, der die Anforderungen erfüllt, mit Begeisterung "ja".
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  • Dr. Ulrike Regele
    Dr. Ulrike Regele    Premium Member   Group moderator
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    Re^4: Bundesregierung: Viele Azubis brechen ihre Lehre im Hotel- und Gaststättengewerbe ab
    Die Zahlen stammen vom BIBB und stellen die "Lösungsquote" dar (also inkl. der Azubis, die vielleicht in einen anderen gastronomischen Beruf gewechselt sind). Die genauen Zahlen und Quellen gibt es in der Bundestagsdrucksache: https://docs.google.com/fileview?id=0B7758KwkWOCMNjY2M2U4MTM....

    Wichtig ist, dass die Branche sich nun insgesamt des Problems bewusst wird und noch stärker auf die Qualität der Ausbildung achtet. Unsere letzte Saisonumfrage im Gastgewerbe (http://www.dihk.de/inhalt/themen/branchen/tourismus/meldung1... ) hat gezeigt, dass 2009 z.B. in Mecklenburg-Vorpommern 77 Prozent der Ausbildungsbetriebe im Beherbergungsbereich nicht alle Lehrstellen besetzen konnten. In diesem Sommer wird vielen Betrieben bewußt geworden sein, dass etwas getan werden muss um die Qualität der Serviceleistungen aufrecht zu erhalten. Dazu zählen sicher nicht nur die Ausbildung von jungen Menschen, sondern auch die Weiterbildung des bestehenden Personalstammes sowie bessere Bedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
    This post was modified on 03 Sep 2010 at 11:37 am.