Hotelier

Hotelier

Posts 1-1 of 1
  • Carsten Hennig
    Carsten Hennig    Premium Member   Group moderator   Xpert Ambassador
    The company name is only visible to registered members.
    Griechenland will Tagungstourismus ausbauen
    Athen - Die griechische Hauptstadt Athen benötigt ein internationales Tagungszentrum. Das ehemalige Tae-Kwon-Do-Stadion soll dafür über einen Konzessionsvertrag von privaten Investoren umgebaut und betrieben werden. Für die Förderung des Kongresstourismus sind außerdem zehn neue Convention Bureaus geplant. Günstige Angebote sollen die Branche nach dem Einbruch von 2010 in Schwung bringen. Zertifizierte ausländische Veranstaltungsplaner können ihre Dienstleistungen auch in Griechenland anbieten.Kongresszone in Athen soll ausgeschrieben werden / Teilnehmerzahl ging 2010 zurück / Von Michaela Balis

    Der griechische Fremdenverkehrssektor konzentriert sich immer stärker auf den Kongresstourismus. Zehn neue Convention Bureaus sollen unter anderem auf Kreta, Korfu, Rhodos und Kos gegründet werden. Der Staatssekretär für Tourismus, Georgios Nikitiadis, kündigte dies auf der Tourismusmesse EIBTM im Dezember 2010 in Barcelona an. Die neuen Büros sollen neben den beiden bereits bestehenden in Athen und Thessaloniki und zusammen mit dem griechischen Verband der Kongressveranstalter (Hellenic Association of Professional Congress Organizers, HAPCO) als Ansprechpartner für Kongresse, Tagungen, Incentives und Events in Griechenland dienen.

    Viele Gründe sprechen für Griechenland als Tagungslocation. Neben Kultur und Geschichte, Klima und Natur sorgt ein im Vergleich zu den vergangenen Jahren verbessertes Preis-Leistungs-Verhältnis für Interesse. Die Infrastruktur (Autobahnen, Flugverbindungen) ist in weiten Teilen des Landes modern. Die rund 200 Veranstaltungsstätten, entweder autonome Gebäude oder Teile von modernen und meist luxuriösen Hotelanlagen, passen ihr Angebot an die Wirtschaftskrise an. Mit einer Fläche zwischen 100 und 5.000 qm können sie 50 bis 10.000 Teilnehmer beherbergen.

    Jedes Jahr finden schätzungsweise 1.800 Kongresse in Griechenland statt, darunter 300 internationale Veranstaltungen. Der Umsatz der Branche lag 2009 bei rund 250 Mio. Euro. Dies sind Schätzungen des Verbandes, der etwa 100 Mitglieder zählt. Auch zertifizierte Kongressveranstalter aus EU-Ländern können Tagungen und Events in Griechenland organisieren.

    Die wichtigsten Veranstaltungsorte sind über ganz Griechenland verstreut. Auf dem Festland (Athen, Thessaloniki, Chalkidiki-Halbinsel, Metsovo) und auf den Inseln (Rhodos, Kreta, Kos) können Tagungen mit einem touristischen Aufenthalt verbunden werden.

    Die Anlagen der Kultur- und Kongresszone in Paleo Faliro-Athen, die für die Olympischen Spiele von 2004 errichtet wurden, sollen über eine Baukonzession, die konkrete Bauverpflichtungen vorsieht (Planung, Umbau, Instandhaltung, technische Verwaltung und Betrieb) für mindestens 30 Jahre in private Hände gegeben werden (Baukonzession 2010/S 236-360145, http://ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTICE:360145-2010:TEXT:DE:...).

    Ein neues internationales Tagungszentrum in Athen wird eine seit Langem bestehende Lücke füllen, so der Präsident der HAPCO. Nur so kann Griechenland auf diesem Gebiet in der Region konkurrenzfähig werden, betont er.

    Der Kongresstourismus ist der wachstumsstärkste Sektor der Branche. In den letzten Jahren lagen die Zuwächse bei 5%, im Jahr 2009 waren es sogar 12%. 2010 ging diese Entwicklung aufgrund zahlreicher Stornierungen allerdings zurück. Ein weiterer Ausbau wirkt dem saisonalen Charakter des griechischen Tourismus entgegen. Beachtenswert ist, dass einige größere Hotels und Hotelgruppen fast 60% ihres Umsatzes durch Kongresse erzielen.

    Kopfzerbrechen verursacht allerdings das Rundschreiben 66500/1.10.2010 der Nationalen Pharmazeutischen Anstalt (EOF, Rundschreiben 66500/1.10.2010: http://www.eof.gr/web/guest/home?p_p_id=62_INSTANCE_2WKd&...). Danach müssen Pharmaunternehmen, die einen Kongress organisieren möchten, die Einwilligung der Anstalt einholen.

    Auch die negativen Meldungen über Griechenland in den internationalen Medien beeinflussten den Markt und führten im Mai 2010 zu zahlreichen Stornierungen. Nach intensiven Bemühungen der Entscheidungsträger sei das Image des Landes inzwischen wiederhergestellt, meint der Präsident der HAPCO. Er betonte, dass die Wahl eines Veranstaltungsortes oft von der Politik beeinflusst wird und dass daher intensive Lobbyarbeit geleistet werden müsse. Branchenvertretern zufolge müsste mehr in gezielte Werbung investiert werden.

    Aufgrund der allgemeinen Krise ist jedoch die Anzahl der Tagungen und der Teilnehmer rückläufig. Auch die zur Verfügung gestellten Mittel fallen geringer aus. Die Teilnehmerzahl ist 2010 im Vergleich zu 2008 um 20 bis 30% zurückgegangen. Die Sponsoren kürzten ihre Zuschüsse um etwa die Hälfte.

    In der Rangordnung der beliebtesten Zielorte weltweit nahm Griechenland 2008, nach den Angaben der International Congress & Convention Association (ICCA), den 15. Platz ein.

    Internetadressen:

    Ministerium für Kultur und Tourismus - Griechische Zentrale für den Fremdenverkehr: http://www.visitgreece.gr/portal/site/eot/
    Hellenic Association of Professional Congress Organizers: http://www.hapco.gr
    Hellenic Tourism Development: http://www.tourism-development.gr http://www.etasa.gr
    Athens Convention Bureau: http://www.athensconventionbureau.gr
    Thessaloniki Convention Bureau: http://www.tcvb.gr
    Nationale Pharmazeutische Anstalt: http://www.eof.gr