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Carsten Hennig Premium Member Group moderator Xpert AmbassadorThe company name is only visible to registered members.Griechischer Tourismus schreibt schwarze Zahlen
Europäer und Asiaten sorgen für Aufschwung / Chancen für Ausbau des Sektors
Athen - (gtai) Der griechische Tourismus verzeichnete in den ersten acht Monaten 2011 eindrucksvolle Wachstumsraten. Investitionen in die Infrastruktur, die Konzentration auf neue sowie die Förderung beliebter Tourismussparten wie Kreuzfahrten oder Yachting könnten durch erhöhte Einnahmen und neue Arbeitsplätze zur Wirtschaftsentwicklung des Landes erfolgreich beitragen. Nicht nur die Einwohner Westeuropas auch die der Nachbarländer, Russlands und Asiens entdeckten das Land als Urlaubsziel.
Erfreulich entwickelte sich im Jahr 2011 der Tourismus im krisengeschüttelten Griechenland. Rund 10% mehr ausländische Touristen besuchten das Land trotz der immer wiederkehrenden Probleme durch zahlreiche Streiks. Bis Ende des Jahres wird mit 16,5 Mio. Ankünften gerechnet. Auch die Einnahmen aus der Reisebranche sind in den ersten acht Monaten des Jahres um etwa 10% im Vergleich zur Vorjahresperiode gestiegen (7.718 Mrd. Euro gegenüber 7.014 Mrd. Euro im Vorjahr), gemäß den Angaben der Zentralbank. Bis zum Ende des Jahres sollen es sogar 12% sein.
Griechenland profitierte von den Unruhen in Nord-Afrika. Ausschlaggebend waren jedoch auch die günstigeren Angebote sowie die intensivere Förderung des Produktes zum Beispiel in Russland, so der stellvertretende Minister für Tourismus Nikitiadis. Bis 2015 könnte das Land jährlich 25 Mio. Touristen empfangen, gemäß den Schätzungen des Kultur- und Tourismusministeriums, wenn zum Beispiel eine uneingeschränkte Kabotagefreiheit bis Anfang 2012 eingeführt würde sowie weitere Low Cost-Fluggesellschaften das mediterrane Land anflögen.
Der Ausbau des Tourismussektors in Richtung Kreuzfahrt-, Yachting- sowie Gesundheitstourismus könnte laut einer McKinsey-Studie (
http://www.mckinsey.gr) im nächsten Jahrzehnt 220.000 Arbeitsplätze schaffen, also 44% der gesamten, geplanten neuen Arbeitsplätze. Im Jahr 2010 beschäftigte die Branche rund 750.000 Menschen und leistete einen Beitrag von 17,9% zur Beschäftigung. Während der Beitrag des Tourismus zum Bruttoinlandsprodukt 2010 noch bei 15,3% lag, um dieses 2011 auf 17% zu steigen, könnte er bis 2021 bei 21% liegen, so die Studie, die ein neues Entwicklungsmodell für das Land präsentiert. Der Tourismus gehört zu den fünf wirtschaftlichen Wachstumsbranchen, die, nach den gleichen Angaben, in Griechenland gefördert werden müssen: Energie, Tourismus, verarbeitende Industrie, Einzelhandel und Landwirtschaft.
Der Ausbau der Infrastruktur im Tourismusbereich (wie der Bau neuer Marinas, der Ausbau von Häfen sowie der Modernisierung regionaler Flughäfen) bietet gute Investitionschancen. Griechenland verfügt heute über zehn Kreuzfahrthäfen, 24 Piers, 32 Marinas sowie fünf Hotelhäfen. Diese Anzahl müsste sich verdoppeln, so Nikitiadis.
Neue Infrastrukturprojekte und die Förderung moderner Tourismusarten müssten mit einer langfristigen Strategie kombiniert werden. Auch Maßnahmen zur Bekämpfung der starken Saisonalität (rund 55% der Ankünfte in den Monaten Juli bis September in 2010) sowie der Konzentration (65%) auf vier Gegenden sind notwendig. Rund 90% der Besucher Griechenlands reisen aus den europäischen Ländern an. In der weltweiten Rangordnung (Anzahl der Ankünfte) nahm Griechenland 2010 den 17. Platz ein, Spanien den vierten, die Türkei den siebten sowie Kroatien den 23. Bei den Tourismuseinnahmen befand sich Griechenland an 21. Stelle, während Spanien an 2. und die Türkei an 10. Stelle standen.
Rund 2 Mio. Deutsche besuchten im vergangenen Jahr Griechenland. Zehn Jahre zuvor waren es noch fast 2,4 Mio. Der Anteil Deutschlands lag 2010 bei 13,6%, vor dem Vereinigten Königsreich mit rund 12%. Im ersten Halbjahr 2011 fiel der Anteil Deutschlands auf 12,5%, gefolgt vom Vereinigten Königsreich (10%) und Frankreich (8%).
Neben Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Italien sind es besonders die Einwohner der Region, die in ihr Nachbarland reisen, zum Beispiel aus Serbien-Montenegro, Bulgarien, Zypern und aus der Türkei. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2011 lag die Anzahl der europäischen Besucher etwa 13% über dem Vorjahr, nachdem im vergangenen Jahr ein Rückgang registriert wurde.
Auch asiatische Touristen entdeckten Griechenland. Nach der eindrucksvollen Steigerungsrate von 134% im Jahr 2010, lag die Besucherzahl im ersten Halbjahr 2011 immer noch 30% über dem Vorjahrsniveau. Deutlich mehr Touristen reisten im ersten Halbjahr 2011 im Vergleich zur Vorjahrsperiode auch aus Russland (77,6%), Albanien (70,2%), Frankreich (60,3%) und Belgien (45,2%) an.
Von den etwa 66 Mio. Übernachtungen entfielen rund 71% auf ausländische und 29% auf inländische Besucher. Aufgrund der Wirtschaftskrise und der drastischen Gehaltskürzungen verging vielen Griechen die Reiselust. Regionen, die traditionell von einheimischen Familien besucht werden, registrierten in den ersten sieben Monaten 2011 einen Rückgang von rund 20%.
- 01 Dec 2011, 07:01 am
