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Carsten Hennig Premium Member Group moderator Xpert AmbassadorThe company name is only visible to registered members.Russische Region Chakassien setzt auf Landwirtschaft und Tourismus
Kohlekonzern SUEK will Aufbereitungsanlage modernisieren / Riesige Mastanlage geplant / Von Bernd Hones/gtai
Moskau - Landwirtschaft, Tourismus und Rohstoffe - das sind die wichtigsten Wirtschaftszweige der russischen Republik Chakassien im Südwesten Sibiriens. In den nächsten Jahren sollen in der Region eine Kohleaufbereitungsanlage gebaut, eine weitere modernisiert sowie zwei Skigebiete erweitert werden. Ein lokaler Lebensmittelverarbeiter baut eine riesige Mastanlage. Zudem sucht die Regierung der 540.000 Einwohner zählenden Republik nach einem Investor für eine Farm zur Erzeugung von Ziegenmilch. (Kontaktanschrift)
Die Republik Chakassien ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Dort gibt es 92 große Agrarbetriebe, 1.500 Bauernhöfe und knapp 54.000 Nebenerwerbslandwirte. Der Ertrag aus diesem Sektor dürfte 2010 um etwa 5% auf 7,8 Mrd. Rbl gewachsen sein (194 Mio. Euro; durchschnittlicher Wechselkurs 2010: 1 Euro = 40,26 Rbl). Dabei entfallen rund 70% auf die Viehzucht und 30% auf den Ackerbau. Der russische Staat hat die Landwirtschaft in Chakassien von 2008 bis 2010 mit rund 50 Mio. Euro unterstützt. Dadurch wachsen die landwirtschaftlich genutzten Flächen und die Erträge. Dasselbe gilt für die Tierzucht. Von 2008 bis 2010 stieg die Fleischerzeugung um 3,8%, die von Milch um 10% und die von Eiern um 23%.
Das Unternehmen APK Mawr, einer der größten Agrarbetriebe vor Ort, will auf dem eigenen Betriebsgelände eine vertikal integrierte Mastanlage errichten und Jahr für Jahr 30.000 t Fleisch produzieren. Die Investitionssumme soll knapp 180 Mio. Euro betragen. Das Projekt ist für die in Chakassien angelegten Maßstäbe gigantisch. Dadurch wird sich die Fleischproduktion der Republik verfünffachen. Die erste Bauetappe soll im 2. Quartal 2013 abgeschlossen sein.
Bei der Präsentation seiner Republik warb Regierungschef Wiktor Simin um Investoren für eine Ziegenfarm mit 1.200 Tieren und Kapazitäten zur Erzeugung von 6 t Ziegenmilch pro Tag. Das Klima Chakassiens, so Simin, eigne sich zur Zucht und Haltung von Ziegen und Schafen. Insofern glaube er an die Idee eines Netzes von Ziegenfarmen in der Republik.
Das größte Investitionsprojekt in der Region, ein Wasserkraftwerk, liegt am Fluss Jenissei und war bis 2009 der wichtigste Energielieferant Russlands. Das Wasserkraftwerk Sajanno-Schuschenskaja GES ist eine Anlage des Energiegiganten Rusgidro. Rund 2% der in Russland generierten Energie stammen aus diesem Staudamm. Seit der Katastrophe im Jahr 2009 fließen Millionen in die Wiederherstellung der Anlage, insgesamt sollen es bis 2014 rund 900 Mio. Euro werden. Angaben der Regierung von Chakassien zufolge können die neuen Aggregate mindestens 40 Jahre lang ihren Dienst tun.
Etwas geringer fallen die Investitionen in den Bergbau aus. Für 826 Mio. Rbl (20,5 Mio. Euro) errichtet das Unternehmen OOO Ugolnaja Kompanija Rasres Stepnoi eine Kohleaufbereitungsanlage. Das Gebäude steht bereits, die Ausrüstung soll 2011 eingebaut werden. Der Bergbauriese SUEK will für 150 Mio. Euro die 35 Jahre alte Kohleaufbereitungsanlage seiner Filiale in Tschornogorsk modernisieren. Dadurch sollen die Verarbeitungskapazitäten auf 7 Mio. t Kohle pro Jahr steigen, die Förderung wächst um 10%.
Neben dem Bergbau und Landwirtschaft steht der Tourismus im Zentrum der Entwicklungspläne der Regierung. Ein zentrales Projekt ist der Ausbau des Skigebiets Gladenkaja sowie der Tourismus- und Erholungszone Dolina reki Babik. In Gebäude und Einrichtungen sollen über 90 Mio. Euro fließen, weitere 6 Mio. Euro sind für Ausrüstung und 1 Mio. Euro für Transportmittel bestimmt. Für die Finanzierung sind föderale und regionale Mittel vorgesehen. Aber auch private Investoren sollen bei dem PPP-Projekt zum Zuge kommen. Die Regierung hat sich das Ziel gesetzt, künftig 430.000 Übernachtungen pro Jahr verbuchen zu können und den Tourismusanteil am Bruttoregionalprodukt von heute 0,07 auf 3% in die Höhe zu treiben.
Das Skisport-Leistungszentrum Tjoja soll rein mit staatlichen und regionalen Mitteln modernisiert werden. Dort trainieren gegenwärtig bereits Sportler der russischen Nationalmannschaft sowie aus Chakassien. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf 22 Mio. Euro. In den Bergen rund um die Iwanow-Seen sollen sich künftig ebenfalls Touristen erholen und Sport treiben können. In dem Gebiet sind Investitionen von 6 Mio. Euro geplant.
Schätzungen der Republikadministration zufolge erwirtschaftete die Republik Chakassien 2010 ein Bruttoregionalprodukt von 88 Mrd. Rbl, umgerechnet etwa 2,2 Mrd. Euro. Das monatliche Durchschnittseinkommen lag bei 447 Euro. Die Bruttoanlageinvestitionen beliefen sich auf 561 Mio. Euro, die Einzelhandelsumsätze auf 659 Mio. Euro.
Tabelle:
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Kontaktanschriften:
APK Mawr
ul. Puschkina 196, 655004 Abakan
Tel.: 007 3902/ 28 51 00
E-Mail: mawr@mawr.ru Internet:
http://www.mawr.ru
OOO Ugolnaja Kompanija Rasres Stepnoi
Ul. Sowetskaja 58, 655162 Tschernogorsk
Tel.: 007 39031/425 01, Fax: -636 26
E-Mail: stepnoi@stepnoi.ru
http://www.stepnoi.ru
OOO SUEK
Serebrjanitscheskaja nab. 29, 109028 Moskau
Tel.: 007 495/795 25-38, Fax: -42
E-Mail: office@suek.ru Internet:
http://www.suek.ru
- 13 Jan 2011, 1:50 pm
