Human Resources

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  • Karl-Heinz List
    Karl-Heinz List    Group moderator
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    Arbeitszeugnisse: There is an elephant in the room
    Wer Personal auswählt, weiß, dass die meisten Arbeitszeugnisse bei der Bewerber-Vorauswahl nur noch eine geringe Rolle spielen. In vielen Zeugnissen wird die Leistung nach Schulnoten (= Zeugniscode) beurteilt. Die meisten Zeugnisse enthalten Noten von 1 bis 3, was auch damit zu tun hat, dass bei Streit vor dem Arbeitgericht der Arbeitgeber bei schlechteren Noten beweispflichtig ist.

    Jeder kennt das Problem, aber es ändert sich nichts. Dabei wäre es für Unternehmen ein Leichtes, die Praxis zu verändern. Das Bundesarbeitsgericht hat den Zeugnisausstellern Formulierungsfreiheit zugestanden. Kein Arbeitgeber ist verpflichtet, den Zeugniscode zu benutzen. Aber bringt uns das weiter, wenn wir statt „ stets zu vollen Zufriedenheit“, „gute Leistungen“ schreiben?

    Mein Vorschlag:

    Ein Informatives Arbeitszeugnis sollte das Ergebnis eines Soll-Ist-Vergleichs sein. Die Anforderungen (IST) werden den tatsächlichen Fähigkeiten und Leistungen gegenüber gestellt (SOLL). Von einem Buchhalter verlangt man kein ausgeprägtes Verkaufstalent wie bei einem Außendienstmitarbeiter. Und bei einer Blumenverkäuferin muss das Zahlenverständnis nicht so ausgeprägt sein wie bei einem Controller. Unterschiedliche Jobs erfordern unterschiedliche Fähigkeiten. Dazu ist es aber notwendig, die wichtigsten Anforderungskriterien in das Zeugnis aufzunehmen, was zwar gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber auch nicht verboten ist.

    Das Zeugnis sollte Antworten auf folgende Fragen geben

    - Welche Stärken / Fähigkeiten konnte der Mitarbeiter nutzbringend einsetzen?
    - Welche Ergebnisse / Erfolge hat er mit seiner Arbeit erzielt?
    - Was war sein Beitrag zum Ganzen?

    Weitere Informationen hier: http://www.das-neue-arbeitszeugnis.de
  • Francesca Dukagjini
    Francesca Dukagjini    Premium Member
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    Re: Arbeitszeugnisse: There is an elephant in the room
    Ihre Überschrift gefällt mir sehr gut!

    Ich habe im Übrigen sehr eigenwillige und sehr positive Zeugnis- und Referenzschreiben erhalten in meinem Leben. Ist nicht Gang und Gebe, aber es kommt vor, dass ein Arbeitgeber sich die Mühe macht, über seinen (ehemaligen) Angestellten/freien Mitarbeiter nachzudenken.

    Schlimm eher, dass ich in all der Zeit als Freie kein Recht auf ein Referenzschreiben habe. Nur mit gutem Willen und eigener Formulierung wird da trotz der Bequemlichkeit der Auftraggeber (man verzeihe mir meine Vermessenheit dieser Unterstellung, mir fällt kein passenderes Motiv ein, allemal noch Desinteresse) ein Schuh draus. Und dann oft ein Elefant, um bei Ihrer Formulierung zu bleiben.
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