Human Resources

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  • Wolfgang Brickwedde
    Wolfgang Brickwedde    Premium Member   Group moderator
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    Unter 5 Minuten: Zeit, die mehr als die Hälfte der Recruiter zur Durchsicht von Bewerberunterlagen verwenden.
    Bewerber stecken viel Zeit in die Anfertigung Ihrer Bewerbungsunterlagen: Anschreiben wollen speziell auf die Position und das Unternehmen formuliert werden und der Lebenslauf muß jeweils aktualisiert und "optimiert" werden.

    Was passiert aber auf Unternehmensseite mit den Mühen? Wie viel Zeit widmet ein Recruiter der Durchsicht einer Bewerbungsunterlage?

    Die Antwort findet sich, wenn die handelnden Personen auf Unternehmensseite befragt werden. Mittlerweile haben über 250 Recruiter an der permanent laufenden Recruiter Survey (http://bit.ly/hF6Eyx) teilgenommen. Da lohnt sich mal wieder ein Blick auf die Ergebnisse unter diesem speziellen Betrachtungswinkel.

    Ergebnisse eines tieferen Blicks:

    Es ist wie bei Kochen: Die Zeit, die Bewerber in die Erstellung ihrer Bewerbungsunterlagen stecken, steht in keinem Verhältnis zu den von den Recruitern bei den potentiellen Arbeitgeber aufgewandten Zeit für die Durchsicht der Bewerbungsunterlagen:

    Die Mehrzahl der Recruiter benötigt weniger als 5 Minuten für die Durchsicht einer Bewerbungsunterlage. Unter 5% wenden dafür mehr als 15 Minuten auf. Mehr als 1/3 schaffen es in weniger als 3 Minuten. (weitere Detailergebnisse u.a. zu Unterschieden hinsichtlich Berufserfahrung, Unternehmensgröße und Funktion finden Sie unter: http://bit.ly/wUQMOX):


    Ist das ausreichend, vielleicht sogar angemessen oder sollten Recruiter sich mehr Zeit für die Durchsicht einer Bewerbung nehmen? Haben sie überhaupt mehr Zeit?

    Fragen über Fragen...

    Was ist Ihre Meinung?

    Schöne Grüße

    Wolfgang Brickwedde
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  • Martina Diel
    Martina Diel    Premium Member   Group moderator
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    Re: Unter 5 Minuten: Zeit, die mehr als die Hälfte der Recruiter zur Durchsicht von Bewerberunterlagen verwenden.
    Wolfgang Brickwedde schrieb:
    Bewerber stecken viel Zeit in die Anfertigung Ihrer Bewerbungsunterlagen: Anschreiben wollen speziell auf die Position und das Unternehmen formuliert werden und der Lebenslauf muß jeweils aktualisiert und "optimiert" werden.
    Als jemand, der viel mit Bewerbern zu tun hat, kann ich Ihnen sagen, dass das sicherlich so sein sollte, aber nicht immer ist. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen: eine Mehrheit feilt schon eine Weile an einem Lebenslauf und einem Anschreiben herum, ändert dann, wenn eine Version einmal steht, aber nur noch wenig daran. Die allermeisten Unternehmen bekommen ein Anschreiben, das so auch schon an x andere Unternehmen rausgegangen ist.


    Es ist wie bei Kochen: Die Zeit, die Bewerber in die Erstellung ihrer Bewerbungsunterlagen stecken, steht in keinem Verhältnis zu den von den Recruitern bei den potentiellen Arbeitgeber aufgewandten Zeit für die Durchsicht der Bewerbungsunterlagen:
    Um das miteinander in Beziehung zu setzen, müsste man doch etwas ganz anderes vergleichen, nämlich wieviel Zeit verwendet ein Bewerber auf die erste Durchsicht der STellenanzeigen, die ihm z.B. bei einer Recherche in einer Jobbörse angezeigt werden oder die ihm aufgrund seiner Suchkriterien gemailt werden.
    Denn das ist ja das Angebot, auf das er in einem ersten Schritt reagiert.
    So wie die Bewerbung das Angebot ist, das der Bewerber dem Unternehmen macht und auf das der Recruiter dann in einem ersten Schritt reagiert.

    Erst wenn der Bewerber zu dem Schluss kommt "der Job kommt prinzipiell in Frage", wird er mehr als wenige Minuten auf das STudium der Anzeige verwenden. Dito wird das der Recruiter tun, wenn er zu dem Schluss kommt: dieser Bewerber könnte interessant sein.


    Ist das ausreichend, vielleicht sogar angemessen oder sollten Recruiter sich mehr Zeit für die Durchsicht einer Bewerbung nehmen?
    Das kommt darauf an, wieviele Bewerbungen überhaupt kommen, wie wichtig die Position ist etc.
  • Martina Diel
    Martina Diel    Premium Member   Group moderator
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    Re^2: Unter 5 Minuten: Zeit, die mehr als die Hälfte der Recruiter zur Durchsicht von Bewerberunterlagen verwenden.
    T.K. schrieb:

    Ich persönlich würde es daher für angemessen halten, wenn der Aufwand, den Bewerber leisten "müssen" sich deutlich reduzieren könnte. Wichtig für den Recruiter sind doch meist relativ wenige Schlüsselinformationen, die er möglichst schnell und klar identifizieren möchte.
    Vor allem von Bewerbungsratgebern oft dringend empfohlene ästhetisch/kreative Aspekte sind dabei im Allgemeinen eher überflüssig bis hinderlich.

    Zustimmung - ich bezeichne sowas gerne als "Unterlagen-Voodoo" und finde es meist reichlich überflüssig.

    Problematisch ist aber leider, dass sich die Beurteilung eines gewissen Anspruchs bei der Gestaltung der Bewerbung als Standard etabliert hat, mit der Folge, dass viele Recruiter (ich nehme mich da definitiv nicht aus) zwar keinen Wert auf eine sorgfältige Gestaltung legen, deren Fehlen aber leicht als Negativpunkt bewerten.
    Kommt darauf an, was man unter "sorgfältig" versteht - korrekte REchtschreibung und Interpunktion sollte schon sein, eine ordentliche Strukturierung, sodass man auf einen Blick die wichtigen Dinge sieht. Aber Kaffeesatzleserei wie "Das Foto muss oben links/unten in der Mitte/farbig/schwarzweiß" oder "die farbige Gestaltung sollte sich an der CI des Unternehmen orientieren" halte ich für überflüssig.
    Ich kenne allerdings auch niemanden, der derlei ernsthaft als Kriterium heranzieht, es sei denn, die GEstaltung ist Teil des Jobs und der Bewerber gibt somit seine erste Arbeitsprobe ab.