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Hallo meine Lieben
Also das Vorleben für die Kinder finde ich gut. Und manchmal frage ich mich, ob diese "Kotzbrocken" vielleicht nicht doch unsere Nähe suchen und eben aus dem Grund, weil wir ihnen etwas vorleben können. Die merken auch, wenn man autoritär ist und suchen das meistens. Doch zugeben würden sie es niemals, weil sie ja dadurch ihre Eltern verraten.
Und wie bringst du einem Kind bei, das Glotze nicht gut ist, jedoch Gemüse.........wenn seine Eltern finden, dass genau das Gegenteil gut ist für ihr Kindeli?????
Wobei, mir fällt gerade ein, mein Göttibueb hat auch nur rote Böhnli, Würstli mit Pommes und vielleicht ab und zu Büchsenraviolli gegessen. Und ist auch gross geworden und hat ausser wenns ums Essen ging, nie rebelliert. Heute ist er ein gestandener Mann und zu meinem Erstaunen fast nie krank.
Zum Thema Schule. Mein Bruder ist Lehrer (unterdessen pensioniert) und hat mal einen Satz fallenlassen, den ich nie vergessen habe. "Wir Lehrer sind nicht dazu da, die Kinder zu erziehen, dies ist Sache der Eltern" Und damit hat er so recht. Viele Eltern meinen, die Lehrer sollen doch ihre Kinder erziehen, sie sollen doch das fertig bringen, was sie selber nicht erreichen.
Liebe Grüsse
Margrit

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Margrit Straub-Herrmann
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Margrit Straub-Herrmann schrieb:
Hallo meine Lieben
"Wir Lehrer sind nicht dazu da, die Kinder zu erziehen, dies ist Sache der Eltern" Und damit hat er so recht.
Das ist ja richig.
Sie sind unser verlängerter Arm, ihnen was beizubringen. Nur sollten sie auch
Pädagogen sein, mit den Eltern zusammenarbeiten und ihren Job gerne machen.
Die Englischlehrerin von Max gebraucht am liebsten Sätze wie: "Wann wollt ihr mal euer
Hirn einschalten"? "Meine 5.Klässler können das besser als ihr".
Wie sollen Kinder mit ein wenig Freude zum Unterricht gehen, wenn sie nicht
für voll genommen werden.
Klar ist der Job nicht einfach, welcher ist denn einfacher? Wenn ich dieses Gejammer höre,
bekomme ich zuviel. Bin ich nicht glücklich in meinem Job suche ich mir was gefälligst
was anderes. Zumal es hier um Kinder geht. Der Schaden, der ihnen hier zugefügt wird,
ist nur schwer wieder zu beheben.

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Peter J. Grosche Group moderator
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Lieber Peter
Da hast auch Du recht. Es kommt immer darauf an, was es für Lehrer sind. Ohne meinen Bruder in Schutz zu nehmen ist er ein wirklich guter Lehrer. Er war souverän und hat immer mit den Eltern Rücksprache gehalten. Er hat die Jungen (7.8. und 9. Klasse) einfach gelassen wie sie sind, ausser wenn sie den Unterricht gestört haben, hat er mal ein Machtwort gesprochen. Und was mich einfach fasziniert hat, er hat oft mit der Klasse besprochen, wie sie den vorgeschriebenen Stoff umsetzen können. So etwas wie Kumpelhaft. Nun, heute nach 3 Jähriger Pensionierung erstaunt es mich nicht sonderlich, dass er immer wieder gefragt wird für Stellvertretungen ;)
Genau, es braucht auch in der Schule ein "Miteinander". Und mit ein bisschen (bisschen wohlverstanden) Autorität, welche die Kinder nicht gerade merken, kommen die Lehrer und die Schüler heute weit. Und ich finde, wenn sie dann noch ab und zu aktuelle Themen einfliessen lassen, statt die Römischen Götter beim Namen zu nennen oder ellenlange Gedichte auswendig lernen, die keinen Sinn ergeben, fägt es dann auch mehr in der Schule. Es kommt natürlich auch auf das überbringen des Lernstoffes an. Wenn etwas witzig und interessant dargeboten wird, ist man eher fasziniert vom Stoff, als wenn es schon den Lehrer ansch.... (sorry) etwas zu erzählen, nur weil es erzählt werden MUSS.
Also sind wir wieder beim Thema "Stoff". Genau dort sollte die Schulbehörde einmal über die Bücher. Was ist heute sinnvoll und wie wird es am besten an den Schüler gebracht. Wie kann man den Unterricht gestalten, dass die Schüler gerne in die Schule kommen.
Liebe Grüsse
Margrit

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Margrit Straub-Herrmann
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Hallo Ihr Lieben,
da kommt dann schon wieder "mein" Thema: Waldorfschule. Dort bringt kein Lehrer solche Sprüche von wegen Hirn einschalten, usw. Die Lehrer respektieren die Schüler als Persönlichkeiten und die Schüler akzeptieren die angenehme Autorität der Lehrer.
Schade, dass dies in Staatsschulen nicht möglich ist.
Beste Grüße
Regina

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Regina Rose Premium Member
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Wenn die alten Griechen bemerkten, dass sie nicht mehr bei sich waren, dann gönnten sie sich SCHOLAE: das Innehalten, Auf-Hören, Zu-sich-Kommen, Wieder-zu-seinen-Sinnen-Kommen, Alles-Fremde-Loslassen und Wieder-mit-sich-selbst-EINS-Werden. Wenn Hansi heute in der Schúle sitzt, nicht mitmacht und tatsächlich ZU SICH ZU KOMMEN droht, rügt ihn der Unterrichtsvollzugsbeamte: "Du tust wohl nichts!" So, und was geschieht nun? Lernt das Kind dadurch, dass man ihm einen roten Kopf beschert, was zu tun? Mitnichten! Es lernt so zu tun als ob es was täte. Und darin wird es bei solch stupiden Vorgaben immer besser. Jedes Jahr verlassen dann mehrere zehntausend sogenannte Nichtausbildungsfähige unsere Schulen. Nehmen wir an, es wären genau 40.000. Bei einem Klassenschlüssel von 25 Schülern und einem rechnerischen Schlüssel von nur 2 Lehrern würden wir dann ebenfalls rechnerisch - real sind es sehr viel mehr - (40.000: 25 = 1600 x 2 = 3200) 3200 Lehrer einzig dadafür bezahlen, dass sie dieses Problem machen. Aber es geht ja letztlich nicht um berechungen sondern um konkrete Problemlösung.
Dafürt braucht es, wie schon sehr gut dargestellt wurde das MITEINANDER und zwar nicht nur mit den Schülern und Eltern. Das Wichtigste ist mir als Ich-kann-Schule-Lehrer das MITEINANDER mit den TALENTEN. Auf Schritt und Tritt begegne ich Menschen, denen die Schule das Miteinander mit ihren eigenen Talenten verleidet und ausgetrieben hat. Selbstverständlich stelle ich mich auf die Seite dieser Talente und stärke sie und ebne ihnen den Weg. Am Anfang versucht man mich so zu korrumoieren, wie man selbst von den Nichtkönnern korrumpiert worden ist: "Der Junge kann das doch nicht, er ist Legastöhniker." Dann sage ich das, was ich hier geschrieben habe und bekunde, dass ich das Stöhnen schon gehört habe. Das Stöhnen kommt aber davon, dass alle den Talenten immer nur gesagt haben, wie dumm sie sind und was sie alles nicht können. Das interessiert mich gar nicht. Für mich ist sonnenklar, dass sie können. Und drum schlage ich vor, dass wir sie - auf MEIN Risiko - fit machen.
Den Körper füttern wir mehrmals am Tag. Pädagogen sind heute schon so fortschrittlich, dass sie sich um die Ernährung der Kinder Gedanken machen. Aber welchen Pädagogen kennt Ihr, der in diesem Schulejahr auch nur ein einziges Mal bewusst der Seele und dem Geist eines Kindes etwas Nahrhaftes zu essen gegeben hat? Wovon aber sollen die Geistes- und Seelenkräfte dann wachsen? Wovon sollen sie stark werden?
Ein Grundsatz der neuen Ich-kann-Schule ist, dass Persönlichkeitswachstum immer vor Sachproblemlösung geht. Man muss das Baby erst füttern und wachsen lassen, dann kann es mal Zementsäcke tragen; wenn man das schon in der Wiege zu üben beginnt, damit man nur ja nichts versäumt, dann hat man wirklich überhaupt nichts vom Leben verstanden.
Wenn ich nun einem Menschen auch nur ein einziges GUTES WORT sage, dann können wir sofort eine Verbesserung ALLER Lebensfunktionen messen. Wenn ich mir die Vitalfunktionen der Kinder bei päd. Förderung anschaue, müsste man manchmal den Notarzt rufen. Warum achten wir nicht darauf? Wir tun es, weil der Lehrer nicht die Aufgabe hat, zu lehren - das hieße mit mitreißendem Beispiel im Lernen vorauszugehen. Der Lehrer ist als Lehrplanvollzugsbeamter angestellt und seinem Dienstherren für einen möglichst mustergültigen Vollzug der Pädagogik an Kindern, Eltern und Kollegen in der Pflicht. Wir sehen es nicht mehr, weil wir die realen Vergleichsmöglichkeiten zugunsten einer sterilen Perfektionierung eliminiert haben. Statt unser Tun wirklich noch in Frage zu stellen, perfektionieren wir bei jeder Kritik nur unsere Fehler noch mehr.
Nun, wir bekommen pausenlos Signale von der Realität: Wenn es schwer geht, ist das ein hervorragendes Zeichen dafür, dass es ANDERS leichter geht. Dann wäre es klug, nicht mit noch mehr Druck und Material- und Arbeitseinsatz das durchdrücken zu wollen, was man für die Lösung hält, sondern der Realität die Chance zu geben, dass sie uns zeigt, was sie als Lösung akzeptiert. Das würde uns wenigstens 80 % Energieverschleiß sparen und unsere Ergebnisse sprunghaft von tiefen Minus in Richtung Plus korrigieren.
Wenn unsere Talente nicht mehr "weise Lehren, die gut gemeint und bös zu hören" (W.Busch) sind, präsentiert bekommen sondern einen angemessenen Umgang wie unter Partnern selbstverständlich, dann können uns die Talente auch endlich Partnerschaft widerspiegeln und nicht Gegnerschaft. Ich wünsche uns guten Erfolg.
Franz Josef Neffe

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Franz Josef Neffe
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