Vielleicht kann ich Euch da ein wenig dienen?
Mir ist einfach vor ca. 35 Jahren mal, als ich gerade nichts im Kopf hatte, wieder was eingefallen: Man MUSS in die "Schulen", die wir gemacht haben, gehen un KANN sie schwänzen. Man lernt dort gar nicht rechnen sondern rechnenMÜSSEN. Das fällt aber keinem mehr auf, weil alle möglichen Alternativen entweder eliminiert oder gleichgeschaltet sind. MÜSSEN engt ein; wenn ich so eingeengt bin, dass ich nicht mehr atmen kann, bin ich tot. Das oberste Ziel unserer Du-musst-Schule, in die wir alle gehen müssen, ist also der Tod - ob uns das bewusst ist oder nicht. KÖNNEN eröffnet neue Spiel- und Freiräume und damit eine neue Lebensqualität. Das ist nicht das Ziel der DMS. Sie konstruiert ihre Schablonen, in die wir uns einfügen müssen, immer noch tödlich perfekter. Fälle wie Winnenden oder Erfurt zeigen, wie weit wir uns schon verkonstruiert haben. Die Cha´ncen, in unseren Konstruktionen zu überleben, sinken
Damit wir nicht merken, was man mit uns treibt, werden wir pausenlos durch UNTERRICHT überbeschäftigt; das ist die sicherste Methode, um zu verhindern oder wenigstens zu erschweren, dass der Mensch was lernt. Unterrichtet hat früher der Kaiser oder der General seine Soldaten. Sie standen oben und die unten mussten sich nach ihnen richten: das ist Unterricht. Und den gibt es auch nur in der ´deutschen Sprache.
LERNEN kommt von germ. LAISTI = FÄHRTE und bedeutet, "eine Fährte (des Lebens) verfolgen, ErFAHRungen machen". Wen sein Lernen so fasziniert und freut, dass die Menschen in seiner Umgebung neugierig werden und ihm VON SICH AUS auf seinen Fährten folgen wollen, der ist LEHRER im Sinn des Wortes und nicht bloß Unterrichtsvollzugsbeamter. Heute wird man nicht als Lehrer angestellt, sondern der Staat sucht jemand, der eine Planstelle als Vertreter der Staatsgewalt ausfüllt und der pflichtgemäß die Dienstordnung, den Lehrplan und alle weiteren Weiseungen an den Objekten Kind & Eltern & Kollegen vollzieht. Das ist uns aber, wiewohl es die grundlegende Realität ist, NICHT BEWUSST. Und zum UNBEWUSSTEN haben wir dank Tabuisierung des UNBEWUSSTEN in der Pädagogik keinen Bezug, der uns Einfluss ermöglichen würde. Realiter haben wir diesen Bezug natürlich alle, aber da er uns nicht bewusst ist, können wir ihn nicht bewusst nutzen und haben infolgedessen auch keinen Einfluss.
Schauen wir uns ein konkretes Beispiel an, wie man aus Mücken Elefanten und aus Chancen Riesenprobleme macht: In der 1.Klasse ist das Rechnen im 20er-Raum vorgesehen. Wenn man ein bisschen nicht in die Schablone passt und "zu besseren Förderung" in die lernbehinderte Schule überwiesen wird, muss man ein ganzes Jahr lang - das sind ca. 40 Wochen x 5 Máthestunden = ca. 200 Stunden - im Zahlenraum 1 bis 6 rechnen. Ich habe vor 30 Jahren in meinen Vorträgen schon gefragt: "Wer hält so etwas aus, ohne nicht wenigstens Neurotiker zu werden? Wenn ich die Schulräte dieses Regierungsberirks in einen großen Saal sperrte und zwänge, 200 Stunden lang mit den Zahlen von 1 - 6 zu rechnen, gäbe es dann nicht spätestens nach 100 Stunden die ersten Mord- und Selbstmordversuche?" Ihr versteht gewiss, warum ich schon vor 30 Jahren gesagt habe: "Ich wundere mich, dass bei uns so wenig Lehrer ermodert werden."
Als ich in den 1980er Jahren als erstes eine 2.Klasse in einer lernbehinderten Schule bekam - da geht es nach 200 Stunden im 6er-Raum für 200 Stunden in der 20er-Raum - schlug ich meinen 10 Kindern vor: Ich zeige ihnen zu 100% auf MEIN Risiko, dass sie alle schwere Aufgaben aus der 4.Klasse Grundschule richtig rechnen können. So etwas hatten sie noch nicht erlebt; sie waren voll dabei. Es ging im die Addition von Millionenbeträgen. Ich fing mit ganz einfachen, kleinen Zahlen an, dann kam der Zehnerübergang dazu und nach einer halben Stunde rechnete jeder voll konzentriert. Sie wollten gar nicht mehr aufhören und rechneten noch freiwillig zu Hause bis zu 10 Aufgaben mit je bis zu 10 addierten Millionenbeträgen - alle alles richtig. Und sie waren doch Lernbehinderte in einer lernebhinderten Schule, denen der Lehrplan eben erst ein Jahr lang den 20er-Raum aufnötigen sollte.
Bei genauer Betrachtung fällt sicher das Hauptmittel der neuen Ich-kann-Schule für LERN- und LEHRerfolg auf: Es muss wirklich GELEHRT und darf auf keinen Fall unterrichtet werden. Ich bin meinen Schülern in der Begeisterung für ihre Talente, besonders die noch schwachen, stets weit voraus. Das mögen die Talente und darum mögen sie mich und folgen mir auf diesem Weg. Nie im Leben köme ich auf die verrückte Idee, Kinder etwas üben zu lassen, WEIL SIE ES NICHT KONNTEN. Damit würde ich sie ja mit Hilfe der Aufgaben NICHTkönnen einüben lassen. Nein, die IKS-Regel lautet: "Mache für Lernen nicht den kleinen Finger krumm, ehe Du Dich nicht in den Zustand versetzt hast, in dem Du es gern erinnern magst!" Unser Gedächtnis kann nämlich nicht auswählen: Wenn wir uns beim Lernen QUÄLEN, dann speichert es die QUAL mit. Und dann begegnen wir bei jeder ERINNERUNG in uns der Qual wieder. So doof zum Lernen geführt zu werden, das ist der effektivste Lernkiller. Schon aus Selbstschutz schaltet die für unser Überleben zuständige Instanz unter solchen Bedingungen die Lernlist einfach aus. Die Ursache sind dann keineswegs irgendwelche unerklärlichen Defekte im Kind sondern schlicht eine strohdumme, fürs Leben blinde Pädagogik.
Die DMS macht DRUCK, wenn sie Misserfolg hat und das Problem dennoch lösen will. Wie man regelmäßig beobachten kann, schwindet das Problem davon nicht. Es schaut nur manchmal über ganz kurze Zeit so aus. Wenn wir das Problem zusammendrücken, schaut es natürlich kleiner aus, aber es ist nicht weniger, es ist nur komprimierter. Wenn unsere bewussten Kräfte erschöpft sind, können wir gut beobachten, wie das unterdrückte Problem wieder auseinander geht. Und dann wächst es noch weiter um genau die Energie, die wir hineingedrückt haben. Aus der IKS-Perspektive ist DRUCK das dümmste ErZIEHungsmittel. Wie will man mit Druck ZIEHEN? Wir müssten unsere ErZIEHung ErDRÜCKung nennen, wenn wir ehrlich wären.
Also lasse ich mir als IKS-Lehrer etwas einfallen, was ZIEHT. Nicht ich ziehe sondern ES zieht. Da brauche ich ganz wenig Energie. Wenn ich Kraft einsetzen muss und womöglich auch noch immer mehr, dann nehme ich das als Signal, das mir zeigt, dass ich etwas verkehrt mache. Würde ich es nicht verkehrt sondern richtig machen, dann müsste es ja logischerweise immer leichter gehen. So einfach geht es und jeder kann es auch sofort nachprüfen, und dennoch glauben wir unserer eigenen WAHRnehmung nicht sondern richten uns nach allem möglichen Papierschmarrn, den man uns ins Hirn gesetzt hat.
Was man uns über Jahre hinweg SUGGERIERT hat, führt in uns scheinbar ein Eigenleben. Und dies nur weil wir keinerlei Anstalten machen, e mit unserer Stimme selbst anders zu bestimmen und mit unseren eigenen Gedanken selber anders zu denken. Wir betreiben in uns ständig eine AUTOSUGGESTION GEGEN UNS. Wenn das kein vernünftiger Grund ist, Autosuggestion verstehen und lenken zu lernen, dann weiß ich nicht. Bei Émile Coué steht ganz einfach und praktisch, wie man es macht. Coués kleines, in alle großen Weltsprachen übersetztes Büchlein gehört in jede Hausaupotheke.
In der neuen Ich-kann-Schule ist es klar, dass jeder Mensch wenigstens 5000 Talente in sich hat. Und er kann mit allen eine echte Freundschaft eröffnen. Fühle mal, wie sich das anfühlt, wenn Du mit 5000 Freunden in die Schule gehst. Da wirst Du auf einmal total interessant für alle Talente in allen Menschen, denen es noch nichjt so gut geht. Spürst Du die SOGwirkung und wie man dazu kommt? Was man in Bewegung setzt, damit ES einfließt? Ich war übrigens lustigerweise vor Jahren schon mit diesem Thema schon im Päd. Institut und in der PÄDAK in Wien. Ich freue mich auf alle Eure Erfolge.
Franz Josef Neffe

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