Indo-German Software Competence Network (Indescon)
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Axel Angeli Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Outsourcing nach Indien ist riskant ?
In einem Lead-Artikel des CIO-Magazins werden Orte genannt, für die es riskant sei, ein Outsourcing zu betreiben. Auch Indien kommt vor ....
"Bogota, Bangkok, Johannesburg: Wo Outsourcing am gefährlichsten ist
Ein vieldiskutierter Report des Offshoring-Experten Doug Brown listet die 25 riskantesten Outsourcing-Städte auf. Vor allem Bogota und Bangkok sollten auslagerungswillige Unternehmen demnach meiden....
http://www.computerwoche.de/knowledge_center/it_strategie/18...
"
Mein Kommentar:
Manchmal siegt einfach Dreistigkeit, um Aufmerksamkeit zu bekommen.
Die Studie geht an Dreistigkeit einen Schritt zu weit und ist ein Armutszeugnis der offensichtlichen methodischen Inkompetenz der Autoren, bar jeder Anwendung wissenschaftlichen Verfahren. Der Versuch einzelne Standorte zu diskreditieren, diskreditiert vielmehr die Autoren der Studie. Gerade diese "Inkompetenz" in der wissenschaftlichen Methodik ist aber eine der Hauptursachen, warum große Vorhaben immer und immer wieder scheitern, obwohl der Chor der Betroffenen entsetzt den Kopf schüttelt.
Zunächst stellt sich die Frage, worüber wir eigentlich sprechen: "Offshoring" oder "Outsourcing". Zur Erinnerung: Offshoring ist das zeitweilige Auslagern von Projekten oder Projektteilen in das Ausland, also um Werkaufträge; Outsourcing ist das Auslagern strategischer Unternehmensteile (hier die IT oder Teile davon) in die Hände einer Fremdfirma.
Der Originalartikel entlarvt schon die Heuchelei und/oder Schlampigkeit der Studie: man erwähnt zu Beginn die Geiselnahme in Mumbai und erweckt damit den Eindruck, dass Mumbai ein unsicherer Ort für Outsourcing sei. Wäre das aber ein Indiz, müsste die Liste von New York und Oklahoma City angeführt werden, denn dort fanden die Terroranschläge von wirklich bedeutsamen Ausmaß statt; oder San Francisco muss auch wegen der Erdbebengefahr genannt werden. Würden Sie auf die Idee kommen, den IT-Standort München in Frage zu stellen, wenn jemand den Arabellapark in die Luft sprengte? Bei Mumbai diskutiert man die Sicherheit des ganzen Landes Indien, einer Bundesrepublik von der Größe die von Kopenhagen bis Sizilien reicht. Man kann Indien aufgrund der nachhinkenden Infrastruktur zwar Ineffizienz vorwerfen ("you get what you pay for"), aber sicher sind Bangalore, Pune oder Hyderabad nicht unsicherer als Standorte in Europa oder USA.
Die Beurteilung von Johannesburg oder Hyderabad als unsichere Orte eher auf Lesen der Boulevardpresse als auf tatsächlicher, wissenschaftlicher Überprüfung. Die gefühlte (sic!) Straßenkriminalität in diesen Orten weicht nicht signifikant von der in anderen Metropolen wie New York, Moskau oder Frankfurt ab. Der Ort mit der höchsten Terrorgefährdung ist immer noch London und sicher keine Stadt in einer der potentiellen Offshore- oder Outsourcing-Lokationen.
Entscheidend für die Beurteilung sind weder Kriminalitätsstatistik noch Terrorgefährdung, sondern vielmehr in wie weit ein Land in der Lage ist Informationsfreiheit und Reisefreiheit auch bei schweren Natur- oder Terrorereignissen uneingeschränkt zu garantieren. Da hatten die USA mehr Erklärungsbedarf nach 9/11. Grundsätzlich liegt das Risiko also vor allem bei Ländern, die keine demokratischen Strukturen haben oder sprunghaft in der Auslegung der internationalen Kooperation sind, wie die Russische Föderation oder China. Und warum bei einem inner-Indischen Ranking, gerade das von einer maoistisch-leninistischen Lokalregierung bestimmte Kolkata weniger riskant sein soll als Hyderabad (District: Cyberabad) erschließt sich jeder Logik.
Nehmen wir die Liste mal positiv und gehen davon aus, dass es nur ein Ranking in einem Wettbewerb darstellt, aber das eigentliche Outsourcing-Risiko gering ist, wenn es fachmännisch durchgeführt wird. Tatsächlich ist ein Outsourcing nach Indien nicht riskanter als von Berlin nach München. Notwendig ist es in jedem Fall einen Regelkreis aufzubauen, der jede Aktion permanent gegen einen Qualitätsstandard misst und zwingend automatische Reaktionen festlegt, wenn die zur Handlung aufgeforderten Personen untätig bleiben. Eine wichtige Maßnahme ist es, immer ein Ersatzverfahren zu haben, das sofort einsatzbereit ist, wenn der Outsourcing-Partner versagt. Ohne das arbeiten Sie wie ein Zug ohne Notbremse, eine Disko ohne Notausgang, ein Schiff ohne Rettungsboote. Prüfen Sie sich selber: wenn Sie sich leisten können, dass Ihnen der Strom für einen ganzen Tag ausfällt ohne in Besitz eines Notstromaggregats zu sein, dann können Sie sorglos auch auf den Mond outsourcen; hängt Ihr Betrieb von der IT ab, müssen Sie die Kontrolle über die Funktionalitäten des Outsourcing haben.
Für Offshoring ist es etwas weniger dramatisch. Hier spielt der Ort fast gar keine Rolle, als vielmehr die Einsicht, dass Offshoring nur durch häufigen persönlichen Kontakt aller Beteiligten machbar ist; Offshoring versagt also vor allem, wenn der Projektleiter vergisst ein großes Budget für Reisen und Schulung einzuplanen. Das gilt auch bei einem Werkauftrag von Köln nach Bonn, womit sich die Frage eines Risikorankings eines Ortes fast erübrigt. Hier ist eher die Frage wichtig, welche Orte gut ausgebildete Leute liefern können. Es mag wie ein Vorurteil klingen: aber gute Ingenieure sucht die ganze Welt eher in Deutschland, Frankreich oder Norditalien als in den eher agrarisch-kaufmännisch ausgerichteten Griechenland oder Portugal.
Letztlich sollte noch angemerkt sein, dass Outsouring ohne schon nicht mehr an einen Ort gebunden ist. Alle grossen Outsourcingpartner haben erkannt, dass die Lösung im "Webshoring" liegt, also die Dienstleistung auf möglichst viele Standorte in allen Erdteilen in holographischer Weise zu verteilen. Globale Unternehmen wie IBM, HP, T-Systems (und all die vielen mehr, die momentan keine Aufträge für mich haben ;-) ) haben die Redundanz und Sicherungsmechanismen zur Garantie der Ausfallsicherheit selbst aufgebaut. Keiner sourct mehr nach Bangalore oder Bogota aus; man beauftragt ein Unternehmen, das Ausfallsicherheit durch Distribution, Redundanz und das Vorweisen von klaren Standard Operation Procedures (SOP, siehe ITIL) garantieren kann. Schon deshalb ist eine Diskreditierung einzelner Orte unangebracht.
- 19 Apr 2009, 2:53 pm
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Ashant Chalasani Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re: Outsourcing nach Indien ist riskant ?
My notes on this article at:
https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=20475084;a...
Regards
Ashant
- 20 Apr 2009, 08:13 am
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Mathias KölblThe company name is only visible to registered members.Re: Outsourcing nach Indien ist riskant ?
Hallo Axel,
ich stimme deinem Beitrag bis auf die Aussagen über Südafrika vollkommen zu.
Hier wurden Vorurteile, Stammtischparolen und Fakten vollkommen vermischt, was einen Artikel der vllt. nicht lesenswert aber auf jeden Fall diskussionswert ist hervorgebracht hat.
Südafrika und insbesondere Johannesburg haben ein enormes Kriminalitätsproblem, welches, der schlechten Ausbildung und Ausrüstung der örtlichen Polizei geschuldet, kaum in den Griff zu bekommen ist. Ich beziehe mich da auf Aussagen eines Arbeitskollegen, welcher eine Jugend- Weltmeisterschaft dort erlebt hat.
Desweiteren muss man sehen, welche Länder für Outsourcing überhaupt interessant sind. IT-Outsourcing nach Südamerika oder Afrika ist wohl weniger im Gespräch, als eben Asien oder Osteuropa. Und gerade diese Länder (Indien, Thailand, Litauen, Estland) haben es eher geschafft, eine Studienordnung auf die Beine zu stellen, die Ready-2-Go Informatiker entlässt als Mitteleuropa.
Nicht umsonst wurde die Greencard in Deutschland diskutiert, weil andere Länder schon während des Studiums mehr an der Praxis und internationalen Standards denken als wir.
Leider fand sowas keinen Platz mehr im verlinkten Artikel....
- 20 Apr 2009, 6:59 pm
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Axel Angeli Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^2: Outsourcing nach Indien ist riskant ?
Hello,
one comment regarding South Africa and crime (yes, it is an India forum, but Southafrica plays in the same cricket league as India ;-) ) : Take this also as help in arguing in favour of India as business locatiuon..
The crime is mainly a matter of perception. Everybody who visited Southafrica can report about obvious crime; those who know people from RSA have heard some horro stories about crime. Fact is, that this is mainly a problem of perception. Many cities like Johannesburg are strictly split into rich and poor quarters. A problem that will soon be visible in I ndia as , since more and more "Rich Ghettos" arise, owned and inhabited by the new "Colonialists", the ex-patriate Indians returning from abroad like USA, UK or Singapore.
The rich Ghettos automatically let the oher areas appear poor; when now any wealthier (may be just well dressed) person walks through normal streets, they are conspicious like a purple cow. When now the rich quarters are secured with fences and armed forces, the criminals and their victims necessarily clash in public space. In numbers the number of convicts is not significantly higher than in Europe but since everybody takes place in a confined area, every deed becomes prominent. Southamaerica has the same problem, think of Rio de Janeiro and Mexico City or Bogota.
As mentioned above: we shall see the same development in India in near future if the Ghettoizing mushrooms more and more.
But anyway, as business location India is far better equipped than any other country: it is a country with a highly potential internal market, it is a stable democracy, has no travel restrictions, an international well integrated banking system and it is well networked with the rest of the world. Thailand or many Eastern European countries still need to give proof of the robustness of their democracy.
Have a great time
Axel
- 21 Apr 2009, 01:26 am
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Ashant Chalasani Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^3: Outsourcing nach Indien ist riskant ?
But anyway, as business location India is far better equipped than any other country: it is a country with a highly potential internal market, it is a stable democracy, has no travel restrictions, an international well integrated banking system and it is well networked with the rest of the world. Thailand or many Eastern European countries still need to give proof of the robustness of their democracy.
India is surely transforming as an important business location and a "must-play" market (as opposed to a "nice-to-play" market). But keeping the discussion to IT and companies in this industry, one of the most remarkable developments has been the emergence of specialized IT service providers.
Gone are the days where companies took a generalist approach of being a sweat-shop offering all kinds of IT technologies and services under a single roof. These days Indian IT firms, especially SME's, strive to specialize in a particular business domain and a particular skill-set. For example it is now possible to find in the Indian market an offshore service provider who specializes in developing Investment Banking solutions based on the Java/J2EE platform on specifically Oracle back-end. Combined with standard processes (such as ISO and CMMI) for global delivery, a highly competitive internal market, growing talent pool, specialization is a potent sign of maturity of the industry.
Ashant
- 21 Apr 2009, 05:06 am
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Christa Kappes(not a XING member)- 24 Apr 2009, 12:03 pm
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Ashant Chalasani Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^5: Outsourcing nach Indien ist riskant ?
Christa Kappes schrieb:
http://www.i-bcs.de/data/files/ikm/sourcingzentrenindien.pdf
Hallo Frau Kappes,
vielen Dank für Ihre Beitrag. Mich würde interessierien welche Parameter für das "Rating" in Betrachtung genommen worden sind.
Schöne Grüße
Ashant Chalasani
- 24 Apr 2009, 9:04 pm
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Christa Kappes(not a XING member)Re^6: Outsourcing nach Indien ist riskant ?
Hallo,
ich versuche mich kurz und bündig zu fassen. Also nur prinzipiell lassen sich Allgemeinaussagen nicht treffen, vielmehr muss man von beispielsweise "sourcing from the Mumbai/Pune region" sprechen - da das Ausmaß der Unterschiede z.B. in Bezug auf die Einhaltung von vereinbarten Vertragsdetails (Preis, Qualität, Lieferzeit) doch erheblich sein kann.
Deshalb kann ich die Studie des SMI India/BrainNet EAC nur weiterempfehlen und in Bezug auf die Herangehensweise in der Clusterevaluation definitiv unterstützen. Der Sourcing-Cluster-Portfolio-Ansatz bietet höchste Transparenz und einer der weiteren Vorteile liegt darin, dass er sowohl auf einzelne Produkte, Services oder Komponenten als auch auf Produktgruppen und Geschäftsbereiche oder das Gesamtunternehmen angewandt werden kann.
Die Studie an sich analysierte und bewertete die 8 wichtigsten (momentan) Einkaufsregionen und 7 Warengruppen ( pharmazeutische und chemische Produkte; Mechanik, Elektronik, elektr. Komponenten; IT-gestütze und IT-Industrie, IT-Entwicklung) hinsichtlich ihres politischen, wirtschaftlichen, sozialen und technologischen Umfelds.
Die Cluster, definiert als Ansammlung von Unternehmen eines Industriezweiges in einer Region wurden u.a. mit Hilfe folgender Faktoren evaluiert: PEST (political, economical, social, technical) Analyse als die zentralen Rahmenbedingungen. Wobei diese Faktoren wiederum für verschiedene Industriezweige unterschiedlich ins Gewicht fallen und dauernden Wandel ausgesetzt sind, bsw. momentane günstige steuerliche, infrastrukturelle Rahmenbedinungen; langfristige politische Stabilität, Einhaltung vereinbarter Vertragsdetails (Kosten, Qualität, Lieferzeit), spezielle Rohmaterialien, fachliche Kompetenz/Experten...Entrepreneurship etc.
Weiter nützliche Information finden Sie unter brainnet.com unter research surveys.
Ich hoffe ich konnte Ihnen mit dieser Information weiterhelfen.
mfg
ch.kappes
This post was modified on 29 Apr 2009 at 12:11 pm.- 29 Apr 2009, 12:10 pm
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Frank WulfThe company name is only visible to registered members.Re: Outsourcing nach Indien ist riskant ?
Hallo,
eigentlich sollten wir doch alle auf diesem Planeten zusammenarbeiten. :-)
Um Geld zu sparen und manchmal auch Zeit werden Programieraufgaben in die ganze Welt vergeben.
Das Risiko besteht dadurch das man nie weiß was das gegenüber als nächstes macht.
Überfall,... um mal mit den schweren Delikten anzufangen.
Weiß man ob nicht der Partner in Übersee eine identische Fabrik hat die ein Konkurenzprodukt oder billige Plagiate vertreibt, und nur auf weitere Informationen hofft?
Dezentralisierung und Globalisierung ist es eine Chance, aber würden Sie ihrer Neueroberung von letzter Nacht sofort alle Kontovollmachten geben?
Sie fangen doch erstmal mit einem kleinen Sparbuch an oder? Vertrauen muß man sich erarbeiten.
best wishes
Frank
- 04 May 2009, 09:13 am
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