Indo-German Software Competence Network (Indescon)

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  • Axel Angeli
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    German-Indian IT Day Frankfurt war ein erfolgreiches Networking-Event (von Axel Angeli)
    Am 2. Dezember 2008 fand der zweite German-Indian IT Tag statt. Gastgeber war dieses mal die Investitionsbank Hessen an der Messe in Frankfurt/Main. Das Interesse war so groß, dass der ursprünglich vorgesehene Raum noch um den Nachbarraum erweitert werden musste. Bemerkenswert war die positive Neugier aller Beteiligten. Bereits vor der Veranstaltung waren viele bemüht sich untereinander kennen zu lernen, was durch die Anwesenheit von vielen Praktikern mit realen Erfahrungen im Interkulturellen Umfeld unterstrichen wurde. Vertreter Land Hessen (durch Hessen-IT und Hessen Agentur) der Regionen Frankfurt (durch Wifö Frankfurt) und IHK waren ebenfalls präsent, und auch die Indische Botschaft hatte eine kompetente und sehr interessierte Vertreterin gesandt.

    Die Vorträge waren von durchweg sehr hoher Qualität und fanden großen Zuspruch bei den Anwesenden.

    Zunächst präsentierte Herr Horst Kinzinger, Leiter der WebMethods Produkt-Sparte bei der ruhmreichen Software AG die Strategie seines Unternehmens bei den Indien-Aktivitäten. SAG hatte mit der Übernahme des Middleware-Herstellers Webmethods auch die Entwicklungsstandorte in Indien, Chennai, Bangalore und Pune geerbt. Nachdem man sich entschieden hatte, sich auf Chennai und Bangalore als Entwicklungsstandort zu beschränken befasste man sich sehr bewusst mit der Erhöhung der Qualität der Leistungen. Besonderes Augenmerk warf man dabei auf die Gefahr des raschen Abflusses von Skills. Management ist grundsätzlich lokal. SAG bietet den Mitarbeitern fortwährende Fortbildung und auch die Möglichkeit regelmäßig auch in den attraktiven Standorten in USA oder Europa zeitweilig tätig zu sein. Hinzu kommt es, dass man Gruppen bildet, deren Mitglieder dieselbe Sprache sprechen oder sonstige Gemeinsamkeiten und somit den Zusammenhalt als Gruppe fördert.

    Herrn Albert Sedlmeyer von DataM Software+Engineering GmbH zeigte auf, dass man auch als kleiner Softwarehersteller den Indischen Markt erobern kann. COPRA ist eine Software zur Walzprofilierung von Metallteilen. Dieses ist ein Expertensystem und verkauft sich an Hersteller aus der Metallindustrie. Der Markt wurde eröffnet durch Präsenz auf lokalen Fachmessen und durch Ansprache von Kunden der Metallhersteller. Der Vortrag war fast ein Lehrbuchbeispiel wie man durch Einbindung der lokalen Besonderheiten schrittweise eine wachsende Akzeptanz erhält.

    Masoud Kamali ist Verleger und Gründer des Software&Support Verlags und bringt eine große Zahl an Magazinen heraus, darunter Java-Magazin oder Entwicklermagazin, wobei S&S ein Vorreiter des immer populärer werdenden Cross-Media-Konzepts ist, welches Zeitschriften mit Messen und Online-Angeboten zu verbinden sucht. Die JAX-Konferenzen für Entwickler sind mittlerweile legendär. Der kurzweile Vortrag beschrieb erst die Odyssee beim Marktfinden in Asien via Singapore oder Indonesien um letztlich zu erkennen, dass gerade Indien der Markt auch für seinen Verlag ist. Kamali betont auch hier die Lernphase, dass der menschliche Teil in der Kommunikation sehr wichtig sei. Besonders problematisch erleben musste S&S, dass in Indien das Anglikanische Rechtsmodell gilt, welches sich gerade in Hinblick auf Vertragstreue und Einklagbarkeit deutlich von den Napoleanischen Regeln in Deutschland oder Frankreich unterscheidet und leicht zu Überraschungen führen kann. Auch S&S musste sich etwas einfallen lassen, die Fluktuation zu bremsen und Loyalität zu fördern. Als besonderes Motivationsmittel legt S&S Sparkonten für die Mitarbeiter an, die nach Ablauf eines Jahres als ein zusätzliches Jahresgehalt ausbezahlt werden und bringt damit das deutsche Konzept der Pensionskassen zu neuen Ehren. Mitarbeiterkredite fördern zusätzlich die Bindung an das Unternehmen.

    Letztlich durften wir als besonderen Gast Herrn Erwin Sorgenfrei vom Ordnungsamt Frankfurt begrüßen, der die Rechtslage bei der Beschäftigung von IT-Kräften in Deutschland erläuterte. Deutlich wurde, dass sich auch die Behörden untereinander oft widersprechen, wie etwa Konsulate, Ausländeramt oder Arbeitsagentur. Positiv zu erwähnen ist aber auch, dass die Ausländerämter durchaus wohlwollend dem Zuzug von qualifizierten Arbeitskräften gegenüber stehen. Demnächst erleichtert auch der Gesetzgeber die Beschäftigung von IT-Fachkräften. Ab einem Mindestgehalt von 63000EUR wird das Aufenthaltsrecht in ohne Auflagen erteilt.

    Zum Ausklang trafen sich noch etliche Teilnehmer im angrenzenden Marriot-Hotel zu tieferen Gesprächen und Intensivierung der Kontakte. Nächster German-Indian-IT-Day wird im Frühjahr 2009 in Stuttgart sein, alles Nähere wie üblich auf http://INDESCON.ORG.
    This post was changed on 12 Dec 2008 at 01:33 pm by Ashant Chalasani .