INDIA - Prospects in Central Europe

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  • Wolfgang Bergthaler
    Wolfgang Bergthaler    Premium Member   Group moderator
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    Hintergrundartikel & -Reportagen zu “Indische Wirtschaft”
    Jeden Samstag: ausgewählte Hintergrundartikel & -Reportagen zu “Indische Wirtschaft”: http://indische-wirtschaft.de/?p=2303

    tägliche News und Einblicke!

    Happy Reading
  • Wolfgang Bergthaler
    Wolfgang Bergthaler    Premium Member   Group moderator
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    Neu erschienen: eBook "Indien von A bis Z"
    Ab heute bei Amazon "Indien von A bis Z" - Indische Wirtschaft in 27 Essays; Alternative Einblicke in Geschäftsleben, Märkte und Gesellschaft - abseits der Mainstream-Literatur
    http://www.amazon.de/Indien-von-bis-Wirtschaft-ebook/dp/B006...
    Viel Spaß beim Lesen!
    Wolfgang Bergthaler
  • Michael Rajiv Shah
    Michael Rajiv Shah    Premium Member   Group moderator
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    Neo-Liberale Extremisten wünschen sich indische Verhältnisse für Österreich (Kommentar)
    Ein toller Artikel lieber Wolfgang!

    http://www.indische-wirtschaft.de/index.php/2012/05/25/neoli...

    Als ich gestern Abend auf Einladung des Friedrich A. v. Hayek Instituts ins Novomatic Forum kam um dem Vortrag „India grows at night when the government sleeps“ von Gurcharan Das zu lauschen, wurde mir – bevor ich noch „Good Evening“ sagen konnte – vom Vortragenden selbst die Frage gestellt: „Are you Libertarian?“ – auf gut Deutsch „Sind Sie Liberalist?“.
    Liberalist muss offensichtlich die extremistische Variante von Liberaler. Zwar fühle ich mich selbst äußerst freiheitsliebend, frei-denkend, unternehmerisch, dem Staat gegenüber grundsätzlich skeptisch eingestellt und politisch per se liberal. Doch mit der politischen Sekte des Friedrich A. v. Hayek Instituts, die ich gestern zum ersten Mal kennen lernen durfte, kann ich mich definitiv nicht identifizieren. Ich fühlte mich durch zahlreiche Wortmeldungen regelmäßig irritiert und quasi ins politischen Mittelalter zurück versetzt, wo jede andere politische Anschauung von den neoliberalen Inquisitoren religiös-fanatisch verfolgt wird.
    Kein Wunder. Denn der österreichische Ökonom Friedrich August von Hayek zählt zu den wichtigsten Vertretern des Liberalismus im 20. Jahrhundert und gilt vielen auch als Vater des „Neoliberalismus“, auch wenn er sich selbst nie als solcher bezeichnet hatte. Hayek war Zeit seines Lebens ein vehementer Kritiker des Sozialismus und gegen jede Art von Staatsintervention in die Wirtschaft. In den 1980er Jahren fanden Hayeks Thesen praktische Anwendung in der Wirtschaftspolitik Ronald Reagans („Reaganomics“) und Margaret Thatchers („Thatcherismus“).
    In Wien gibt es mit dem Friedrich A. v. Hayek Institut einen organisierten Fanclub der Neoliberal(ist)en, der die Erfolge des Neoliberalismus wissenschaftlich untermauern und dazu regelmäßig internationale Vordenker ihrer Gesinnung zu Vorträgen einlädt. Gestern durfte Gurcharan Das für deren politische Gesinnung Stimmung machen. Gut fünfundzwanzig Interessierte (offensichtlich allesamt Vereins-Mitglieder) fanden sich um 19 Uhr zur Vorlesung dieser „lebenden Legende“, wie Das von den Veranstaltern vorgestellt wurde.
    Gurcharan Das ist ohne Zweifel ein gefragter Mann mit einer makellosen Karriere. Als Harvard-Absolvent brachte er es bei Procter & Gamble zum CEO der indischen Business Unit, und später im Mutter-Konzern zum Managing Director für strategische Planung. Seit 1995 ist er Autor und veröffentlichte mehrere Bücher, darunter die Bestseller „India Unbound“ und „The Difficulty of Being Good“. Außerdem schreibt Das regelmäßig Kommentare für verschiedene indische Zeitungen sowie die New York Times, Wall Street Journal und die Financial Times.
    Gestern stellte er sein neues Buch „India grows at night when the government sleeps“ vor. Indien ist eines der kapitalistischen Länder der Welt, aber nicht wegen der Politik, sondern trotz(!) der (sozialistischen) Politik. Business liegt den Indern, oder besser gesagt den sog. „Business Communities“, den Vyshas, einfach im Blut. Insofern ist ein schwacher und angeschlagene Staat, so wie er sich heute präsentiert, durchaus ein Vorteil für ein Land voller Entrepreneure.
    Als Erfolgsbeispiel des indischen Kapitalismus ohne Staatsintervention, nennt er Gurgaon, die boomende Vorstadt südlich von Delhi. Noch vor fünfundzwanzig Jahren war Gurgaon ein armes Bauerndorf ohne Anbindung zur Hauptstadt. Heute ist Gurgaon Standort für hunderte multinationale Konzerne, die dort zig tausende Menschen in Ihren Glaspalästen beschäftigen. Die Immobilienpreise gehören zu den höchsten im Land. Hunderte Luxus-Immobilien beherbergen die Neureichen, die durch oder in Gurgaon ein Vermögen gemacht haben und dieses in den 26 Malls nun wieder ausgeben können.
    Dass es dort keine öffentliche Infrastruktur wie Kanalisation, Müllentsorgung, verlässliche Stromversorgung oder öffentlichen Verkehr gibt, verschweigt er gar nicht. Das dürften für Das nur „nice to have’s“ sein. Aber wenn Gurgaon so toll wäre wie er sagt, würde er dort leben. Stattdessen bevorzugt er es im chicen Süd-Delhi zu residieren. Dort gibt es nämlich – als einzigen Ort in Indien – all die Infrastruktur, die wir hier in Europa auch kennen.
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    http://www.indische-wirtschaft.de/index.php/2012/05/25/neoli...