INDIA - Prospects in Central Europe
Posts 1-2 of 2
-
Michael Rajiv Shah Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Gandhi der Technik
Von Thomas Häusler
Jedes Jahr marschiert der indische Wirtschaftsprofessor Anil Gupta durch die ärmsten Regionen Indiens - um das Wissen der Armen zu verbreiten und ihre Erfindungen aufzuspüren. Für die Menschen dort ist er wie ein Gandhi der Technik. Nun soll aus dem Marsch eine Weltbewegung werden.
Die neue Dreschmaschine des Reisbauern Dharnidhar Mahato sieht nicht gerade aus wie eine technischer Durchbruch: Zusammengeflickt aus einem rostigen Fahrradrahmen mit nur einem Pedal und zwei Trommeln, die aus Holzresten und Blechbüchsen bestehen.
Und trotzdem, Anil Gupta ist begeistert. "Eine wunderbare Erfindung ist das", ruft der Professor in die Runde der Bauern und Schüler, die an diesem Abend im Hof der Dorfschule von Balakdih versammelt sind. Nur zwei matte Glühbirnen erhellen die Szene, im Hintergrund röchelt ein Dieselgenerator.
Strom vom Netz gibt es hier nicht. Die Lehmhütten liegen sieben Autostunden von Kalkutta entfernt, erreichbar nur über holprige Straßen und Feldwege. Die Reisfelder sind so klein und die Böden so unfruchtbar, dass die Bauern sich über jedes Jahr freuen, das sie ohne Not durchstehen. Niemand würde von dieser Gegend irgendeinen Beitrag zum technischen Fortschritt erwarten, und ausgerechnet hierher ist der Professor vom angesehenen Indian Institute of Management gekommen. Er sucht nach Ideen - und nach Erfindungen.
Erfindungen wie den Reisdrescher, den Dharnidhar Mahato selbst gebaut hat und jetzt präsentiert. "Es gibt schon einen Drescher zu kaufen, der mit den Füßen angetrieben wird", erklärt Mahato. "Aber der kostet 3000 Rupien." Sein Eigenbau kostet 500 Rupien (umgerechnet etwa zehn Euro) und kann doppelt so viel Reis verarbeiten wie der kommerzielle Drescher. "Wenn das kein Durchbruch ist", bemerkt Gupta, "viele von euch müssen den Reis ja noch von Hand dreschen, wie vor 3000 Jahren." Die Männer, Frauen und Kinder klatschen. Der Erfinder schaut verlegen und doch stolz in die Runde, als ihm Gupta eine Ehrenurkunde überreicht.
Dass sich ein hohes Tier aus der Stadt für sie interessiert, haben die Leute von Balakdih noch nie erlebt. Nun hebt der Professor an zu einem Loblied auf die Kreativität, das in einer Frage an die Schüler gipfelt: "Wer von euch möchte Erfinder werden?" Zögerlich heben einige die Arme, unter den aufmunternden Rufen Guptas werden es mehr. "Dann schlaft diese Nacht nicht, sondern denkt nach!"
Mittlerweile ist es zehn Uhr abends, und Gupta muss weiter. Mit seinen zwei Dutzend Begleitern bricht er auf, bis zum Nachtlager im nächsten Dorf sind es noch fünf Kilometer. Allein heute hat der Tross schon 30 Kilometer zurückgelegt, im Schatten von zwei Bannerträgern, die tagsüber durch ein quäkendes Megafon skandieren: "Wir suchen eure Erfindungen!", und: "Achtet euer traditionelles Wissen!"
Jetzt schweigt das Megafon. Anil Gupta führt den Pilgerzug durch die Nacht, gekleidet im knielangen Hemd aus handgesponnener Baumwolle, wie es schon Mahatma Gandhi trug. Ein Prophetenbart umhüllt das Kinn, seine nackten Füße stecken in Ledersandalen, ein dünner Schal schützt etwas vor der Kälte. Gupta erzählt von seiner Erweckung, die ihn vor zwanzig Jahren zum Guru der Selbsthilfe machte. "Ich hatte jahrelang die Anbautechniken der Bauern studiert, darauf gründeten meine Aufsätze, meine Karriere an der Uni, mein Einkommen. Doch was hatte ich den Menschen dafür zurückgegeben? Nichts. Kein Geld, keine Anerkennung, keine Erwähnung in den Publikationen. Das raubte mir den Schlaf."
"Die Menschen sind zwar arm, aber an Wissen sind sie reich"
Längst hatten ihn seine Studien davon überzeugt, dass in den armen Menschen auf dem Land viel mehr Wissen und Potential steckten, als die meisten Entwicklungsberater und Beamten glaubten. "Man nimmt die Landbevölkerung nur wahr als Hände und Beine, die arbeiten können, und als Mäuler, die gefüttert werden müssen", sagt Gupta. "Das ist falsch. Die Menschen sind zwar arm, aber an Wissen sind sie reich. Darauf müssen wir uns konzentrieren."
Anil Gupta begann, die Erfindungen der Armen und das traditionelle Wissen ihrer Dorfgemeinschaften zu sammeln, damit alle voneinander profitieren können. Wie eine Honigbiene die Pollen der Blumen erntet, so wollte er Wissen horten und ohne Profit weitergeben. Honey Bee Network nannte er das Projekt. Man könnte auch sagen, Gupta hat eine wandelnde Wikipedia für Indiens Bauern erfunden. Das Magazin Business Week Asia wählte ihn für seine Idee zu einer der 50 einflussreichsten Persönlichkeiten Asiens.
Und Neil Gershenfeld vom Massachusetts Institute of Technology in Boston, der mit Gupta schon im Feld unterwegs war, sagt: "Seine Arbeit hilft, die wichtigste Ressource der Welt zu nutzen: die Menschen und ihre Ideen."
Wie kommt man an das Wissen von Menschen, die keine Zeitung lesen können, die kein Telefon haben und die ihr Dorf nie verlassen? Anil Guptas Antwort darauf heißt: "Shod Yatra", Erkundungsreise. Seit zehn Jahren wandert er mit seinen Helfern zwei Mal im Jahr zehn Tage lang 200, 300 Kilometer durchs ländliche Indien, um die Erfindungen der Armen aufzuspüren und ihren Erfahrungsschatz aufzuzeichnen. Welche Samen säen sie aus? Wie heilen sie ihre Kranken, wie ihre Tiere? Die Informationen speist er in die Onlinedatenbank des Honey Bee Network.
Da die wenigsten Menschen auf dem Land einen Internetzugang haben, hat Gupta den Laptop mit der Datenbank dabei. Sieht er unterwegs, dass die Menschen mit Problemen kämpfen, die anderswo bereits gelöst wurden, zeigt er ihnen auf dem Computer zum Beispiel die selbst gebaute Wasserpumpe eines Bauern oder erklärt den Trick, wie man aus Kuhdung Strom gewinnt.
Die Wasserpumpe oder auch die eben entdeckte Dreschmaschine sind typisch für die Erfindungen, die Gupta auf seinen Shod Yatras aufgespürt hat. Die Menschen entwickeln, was sie brauchen. Eine Schülerin in Süd-Indien hat eine Waschmaschine konstruiert, die sie über Pedale antreiben kann. Ein Mann aus dem bergigen Assam hat sein Fahrrad so mit Federn, Stangen und Zahnrädern aufgerüstet, dass es die Hüpfbewegung des Sattels auf den löchrigen Wegen in zusätzliche Antriebskraft umwandelt - Innovation ganz nach dem Geschmack des Professors: Durch Kreativität wird aus einem Hindernis ein Vorteil.
Zwanzig Erkenntnismärsche liegen hinter Anil Gupta und seinen Helfern, mehr als 75.000 Einträge in die Honey-Bee-Datenbank haben sie mit ihren Füßen erlaufen. Aus wenigen Ideen wurden Produkte, die sich verkaufen lassen - es sind etwa 100. Neben pflanzlichen Präparaten etwa noch ein Klettergerät für Kokospalmen oder ein Knoblauchschälgerät, beides leider keine Verkaufsschlager. Es fehlt an Geld für die Förderung der Erfinder. Gupta spendet einen Teil seines Gehalts. Erst seit sieben Jahren gibt der Staat etwas dazu, nach langem Drängeln bei Staatssekretären, Ministern und dem Präsidenten persönlich. Unternehmer zu begeistern sei auch nicht einfacher, sagt Gupta. "Wer möchte hier draußen, wo es nichts gibt, ein Geschäft aufbauen?"
Aber ist der Shod Yatra überhaupt notwendig, jetzt, da Indien wirtschaftlich so zulegt? Schließlich hat das Land eine Software-Industrie, die im Silicon Valley gefürchtet wird, oder den Konzern Tata, der mit einem Billigauto Furore macht und sich Jaguar und Landrover einverleiben will. Gupta kann auf diese Frage nur verzweifelt lachen. "Sehen Sie sich hier um", sagt er, "was haben die Leute von Balakdih? - Nichts. Drei Tage sind wir durch die Dörfer gewandert. Wie viele Sanitätsstellen haben Sie gesehen? Trotz Malaria? Trotz Lepra? Keine einzige."
Der 55-jährige Professor schreitet auch nach acht Stunden Marsch und drei Dorfmeetings noch dozierend und gestikulierend voran, während seine Begleiter still hinter ihm hertrotten. "Viele Erfinder sind scheu", sagt er, "sie melden sich nur, wenn sie merken, dass wir zu ihnen gehören, dass wir wie sie marschieren, dass uns die Füße so weh tun wie ihnen." Immer wieder rettet sich der Tross vor hupenden Lkw in den Straßengraben. Da taucht im Schein der Taschenlampen endlich das Nachtlager auf, eine Betonbaracke mit nackten Fensterlöchern und leeren Räumen: Die Schule des Dorfes Kenda. In staubigen Wolldecken legen sich die Wanderer dicht an dicht auf den Beton, Anil Gupta mitten unter ihnen.
Jeder Shod Yatra wird vorbereitet. Bevor der Professor mit seinen Helfern durch die Gegend zieht, schwärmen Freiwillige aus und suchen Erfinder und Heiler. So wird die Marschroute festgelegt, auf der Gupta dann auf möglichst viele zusätzliche Spontanfunde hofft.
Sie konstruieren verblüffende Maschinen - ohne Schulbildung
Am frühen Morgen, die Sonne leuchtet träge durch den Dunst, ist der Professor schon wieder auf den Beinen. Zuerst der Gang ins Reisfeld - im Dorf gibt es kein Klo -, dann das Bad an der Wasserpumpe. Gupta kämmt sorgsam das Haar, zieht ein frisches Kadhi an, umringt von Dorfbewohnern, die ihn anstarren. Nach dem kurzen Frühstück ruft der Chef seine Leute zusammen und eilt davon. Als Erstes geht es zu einem Kräuterheiler im nächsten Dorf. Unterwegs ruft Gupta auf einem seiner drei Handys im Büro der Sristi an, einer Nichtregierungsorganisation, die er gegründet hat. Er informiert die Mitarbeiter darüber, dass er dem Bauern Mahato Geld zugesprochen hat, damit dieser drei weitere Dreschmaschinen bauen kann. Vielleicht ein Start ins Kleinunternehmertum. Zwar gibt es in vielen armen Gegenden der Welt heute Selbsthilfebanken, die an Bauern Mikrokredite für eine Kuh oder Saatgut vergeben, aber Erfinder unterstützen sie nicht.
Dass aber auch arme Leute ohne Schulbildung verblüffende Maschinen konstruieren können, zeigt etwa Shri Prem Singh aus dem nördlichen Bundesstaat Haryana. Mehr als 150 Erfindungen hat er gemacht, darunter eine Fernsteuerung der Bewässerungspumpen auf dem Feld per Handy. Handys sind in Indien so billig, dass selbst viele der Armen eines besitzen. Mit der Fernsteuerung können die Bauern nun gleich reagieren, wenn der knappe Strom wieder für ein paar Stunden fließt - und müssen nachts nicht mehr das Bett dafür verlassen. "Keine Handyfirma hat daran gedacht, ein so nützliches Produkt wie die Handyfernsteuerung zu entwickeln. Keine!", schimpft Gupta. Eine Marktchance für die Armen.
Jeder Erfinder, der von Gupta entdeckt wird, entscheidet selbst, ob er sein geistiges Eigentum zur freien Verfügung stellt oder ob er mit Guptas Hilfe ein Patent beantragt. Seit Kurzem vertreibt Guptas Organisation Sristi einige Tiermedikamente und Herbizide aus Pflanzenextrakten, die auf den Shod Yatras entdeckt wurden. Den Gewinn teilen sich die Erfinder mit ihrer Dorfgemeinschaft und mit dem Innovationsfonds der Sristi.
Gupta fürchtet, die Menschen auf dem Land könnten das überlieferte Wissen vergessen. Viele Bauern verlassen sich längst auf die Saat der Agroindustrie, und wenn die wegen Trockenheit versagt, kennen sie die einheimische Reissorte nicht mehr, die auch in Dürreperioden wächst. Um gegen das Vergessen zu kämpfen, veranstalten die Shodyatris in den Dörfern Wettbewerbe, bei denen die Bauern einheimische Pflanzen benennen können, oder sie zeigen mit dem mitgebrachten Videobeamer kurze Filme von besonders schlauen Methoden, die sie anderswo angetroffen haben. Zum Beispiel im Ri-Bhoi-Distrikt, wo Bauern aufgeknackte Krabbenkadaver als Insektenfallen in die Felder hängen: Der gefürchtete Reiskäfer wird vom Gestank angelockt und fällt in den Panzer.
Solches Wissen wird oft nicht einmal über kurze Entfernungen weitergegeben. Auf dem nächsten Treffen im Dorf Hariharpur schart Gupta die Bewohner unter einem ausladenden Baum um sich wie ein Wanderprediger. Fünfzig Augenpaare folgen den Gesten des bärtigen Mannes, der so seltsame Fragen stellt: "Wisst ihr von dem Reisdrescher, den Dharnidhar Mahato keine zehn Kilometer entfernt erfunden hat?" Niemand hat davon gehört. "Wir achten die Erfinder nicht", ruft er. "Geht zu ihnen hin, und lernt von ihnen."
Dann fragt Gupta, ob das Dorf denn eine Erfindung zu bieten habe. Schweigen. Über fünf Minuten lässt er nicht locker, drängelt, ruft "Bolo, bolo!" - Sagt schon! Nichts. Bis ein junger Mann nach vorn tritt. Vijay Pramanik hat von einem Experiment zu berichten, das Gupta noch tagelang schwärmen lässt: "Ich habe die Triebe zweier verschiedener Kürbisarten eingeritzt und sie so zusammengebunden, dass sie Säfte austauschen können." Die beiden Gewächse blühen im Abstand von einem Monat, so wie zuvor, berichtet Pramanik; nach der Behandlung trugen beide Pflanzen aber mehr Früchte als sonst. Vielleicht tauschen sie zur jeweiligen Blütezeit wachstumsfördernde Hormone über die Schnitte aus, mutmaßt Gupta. "Das ist eine großartige Entdeckung, eine völlig neue Methode in der Pflanzenzucht", lobt er Pramanik. Gupta überredet ihn, ein Stück mitzuwandern und den Bauern im nächsten Dorf von seinem Experiment zu berichten.
Viele von Guptas Professorenkollegen, die das feine Institut in Ahmedabad nie verlassen, halten den Shod Yatra für Zeitverschwendung - zu wenig Ertrag, zu viel Aufwand. Auch Nishant, ein Journalist, der schon mehrere Shod Yatras begleitet hat, fragt sich, "wie viel von dem gesammelten Wissen tatsächlich wieder bei den Menschen ankommt". Gupta gesteht ein, dass er das auch nicht genau wisse. "Aber in Kaschmir, wo wir unseren letzten Shod Yatra durchführten, suchen die Einheimischen jetzt selbst nach weiteren Erfindungen. "Er erzählt von der besonders ertragreichen Reisvariante eines Bauern aus dem Bundesstaat Maharashtra, die ihren Weg zu einer Million Bauern gefunden habe. Um die Vernetzung zu fördern, holt Gupta während jeder Versammlung den Dorflehrer nach vorn und fordert ihn auf, künftig ein lokales Wissensregister zu führen.
"ggg" steht auf ihren T-Shirts:"grassroots go global"
Nicht zuletzt macht der Shod Yatra nun auch jenseits von Indien Schule. Liyan Zhang, eine Ökonomin von der chinesischen Tianjin-Universität, begleitet den Erkundungsmarsch in Purulia. "Ich organisiere im nächsten Sommer bei uns in China den ersten Shod Yatra und möchte hier lernen", sagt sie. Einige Helfer tragen T-Shirts mit dem Logo "ggg" für "grassroots go global". Gupta träumt von einem weltumspannenden Wissensnetz der Armen, das selbst die Reichen bekehrt. "Die westliche Lebensweise mit dem vielen Abfall ist doch nicht nachhaltig", sagt er. "Da können die reichen Staaten viel von den Armen und ihren Recyclingmethoden lernen."
Der Tross hält zwischen zwei Lehmhütten. In ihre Wände sind Muster geritzt. Es ist das Haus des Heilers Govind Chand Mahto, der im Hof Wurzeln und Kräuter ausgebreitet hat. Dazwischen liegt ein zerfleddertes Papierbündel, das Rezeptbuch seines Großvaters. Guptas Helfer kauern auf dem Boden und notieren die Rezepturen, mit denen der bärtige Alte Typhus, Schmerzen und Gelbsucht behandelt.
Im Sristi-Büro wird später geprüft, ob Mahtos Pflanzen wissenschaftlich beschrieben sind. Seit einigen Monaten verkauft das Unternehmen Matrix Biosciences in Hyderabad immerhin neun pflanzliche Pestizide und Herbizide, die von Sristi bestätigt wurden. Auf jeder Flasche prangen das Bild und der Name des Erfinders, um den Käufern zu zeigen, was man mit Kreativität erreichen kann. Eines der Matrix-Produkte stammt von einer 70-jährigen Witwe aus Nordwestindien. Sie musste bisher mit 150 Euro im Jahr durchkommen. Nun kann sie mit ein paar Tausend rechnen.
Auch an diesem Tag kommt die erschöpfte Truppe erst nach 21 Uhr am Ziel an. Während sich die meisten Wanderer schleunigst ihren Schlafplatz sichern, hält Gupta auf dem sandigen Schulhof die letzte Versammlung ab. Als er den Beamer ausgeschaltet hat und die Dorfbewohner mit vielen neuen Ideen im Kopf in ihre Hütten verschwunden sind, liegen die meisten Shodyatris bereits in ihren dünnen Decken. Gupta setzt sich auf eine Bank vor dem Schulhaus und betrachtet seine Füße. Wie lange sie wohl noch halten werden? "Hoffentlich noch lange", sagt er, "es gibt so viel zu tun."
Quelle: SPIEGEL ONLINE
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,545387,00.h...
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,545387-2,00...
- 21 Apr 2008, 12:04 pm
-
Michael Rajiv Shah Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Honey Bee Network of Innovations
This article was written by Sarah Rich in March 2007. We're republishing it here as part of our month-long editorial retrospective.
When we were in Delhi a few weeks ago, we listened to a talk by Professor Anil Gupta, who teaches at the Indian Institute of Management in Ahmedebad, and founded the Honey Bee Network -- an organization which collects and disseminates traditional knowledge and helps facilitate and spread grassroots innovation throughout India and elsewhere. We've been aware of Honey Bee's existence for a while (they began in 1990) but watching Professor Gupta's presentation offered a much clearer picture of the brilliance and sheer number of local inventions emerging in every pocket of the network's growing honeycomb.
The Honey Bee Network is supported by SRISTI (Society for Research and Initiatives for Sustainable Technologies and Institution), which maintains the network's database of innovations, and offers logistical assistance in protecting Intellectual Property Rights for grassroots innovators and drumming up venture funding for their inventions. Professor Gupta shared some of the materials and papers developed over the life of Honey Bee, which includes an informative position paper detailing the motivation and mission behind the project:
The developmental paradigm has been dominated for at least half a century by the idea that the role of the state or civil society is only to provide what poor people lack. i.e. material resources, opportunities for gains in skills or resources or employment. Strategies fail to build upon a resource in which poor people often are rich: their own knowledge. So much so that the developmental lexicon in the last decade has adopted a term with great alacrity: ‘resource poor people’ – As if knowledge is not a resource, or as if poor people have no knowledge.
The knowledge systems that enable economically poor people to survive, particularly in high risk environments, have involved blending secular with sacred, reductionism with holism, short-term options with long-term ones, specialized with diversified strategies in individual or collective material, or in non-material pursuits. The environmental ethic of these communities has also reflected these.
The higher the physical, technological, market, or socio-economic stress, the greater the probability that disadvantaged communities and individuals generate innovative and creative alternatives for resource use (Gupta, 1988, 1991). These innovations, whether originating in tradition or using modern awareness, are evolved by communities as well as by individuals...Innovations in technological, cultural or institutional subsets often remain isolated and unconnected despite an otherwise reasonably robust informal knowledge network in existence. An extensive knowledge network that connects innovation, enterprise and investments in an institutional context is what appears to be the most viable approach for sustainable development in future.
So how does Honey Bee link the rural innovations that have for so long remained "isolated and unconnected"? It's not too far off from the process of the actual honey bee...while the later stages of the network involve plenty of modern technology, it all begins outdoors and on foot, when Professor Gupta and a collection of allies traverse the Indian countryside visiting villages and talking to "barefoot inventors" about their homegrown products, then cross-pollinating the ideas. Once found and linked, those solutions can be distributed and commercialized for use elsewhere with careful attention to protecting and recognizing the work of the originator.
Some of the projects Professor Gupta highlighted include:
bikehoe.jpg Bicycle Hoe: This agricultural tool combines inexpensive bike parts and common farm implements to kick up the efficiency and ease of tilling and weeding soil. The initial design was a manual cycle, the efficiency of which was largely determined by the strength of the person in the seat, but a newer version attaches a moped engine to increase coverage even further.
Micro-windmill Battery Charger: This is a small portable wind turbine that can generate enough power while carried by an individual to charge cell phone or laptop batteries.
A young girl from Kerala invented this human-powered device, which tumbles clothing in a sealed box without the need for electricity. washmachine.jpg Pedal-Operated Washing Machine:
The highlight of Professor Gupta's talk was a series of short clips which were made in conjunction with the Discover Channel as brief features on grassroots inventors. The videos are fantastic mini-narratives that put clever TV style over simple innovations to form entertaining and touching vignettes. I am going to try to get links or files of a few of them and post them here, so check back. They're worth a watch -- each about 30 seconds. Meanwhile if grassroots innovation is your bag, the organizations that form Honey Bee's family (including SRISTI, National Innovation Foundation and Grassroots Innovation Augmentation Network) have abundant interesting material to dig through.
Anil Gupta and the Honey Bee Network is part of our month long retrospective leading up to our anniversary on October 1. For the next four weeks, we'll celebrate five years of solutions-based, forward-thinking and innovative journalism by publishing the best of the Worldchanging archives.
Source:
http://www.worldchanging.com/archives/008602.html
- 02 Oct 2008, 11:02 am
