Was sind Informationsmärkte?
Informationsmärkte (information markets, prediction markets) sind eine neue Methode, um Vorhersagen zu treffen. Wo immer Prognosen notwendig oder gewünscht sind (Unternehmensplanungen, Marktforschung, Wahlprognosen etc.), stellen Informationsmärkte eine hochdynamische und sehr effektive Vorgehensweise dar, zukünftige Ereignisse vorauszusagen. Mit Hilfe von Informationsmärkten können klassischen Prognoseverfahren (Umfragen, Extrapolationen, Multivariate Analysen) ergänzt werden. Klassische Prognoseverfahren sind nur begrenzt flexibel. In einem dynamischen Umfeld sind klassische Prognoseverfahren nur mäßig einsetzbar. Darüber hinaus können sie nur eingeschränkt komplexe Sachverhalte abbilden, da sie auf Modellen beruhen, die nicht alle Einflussfaktoren berücksichtigen können. Diese sowie einige weitere Nachteile klassischer Prognoseverfahren können mit Informationsmärkten umgangen werden.
Wie funktionieren Informationsmärkte?
Informationsmärkte funktionieren im Prinzip wie Börsen. Nur statt Unternehmensanteilen werden so genannte Informationsderivate gehandelt. Möchte man bspw. prognostizieren, wie viele Einheiten (Stück=St.) in einer Periode von einem noch in den Markt einzuführenden Produkt verkauft werden, so kann man einen Informationsmarkt eröffnen. Dieser besteht dann aus den „Aktien“ „kleiner 1 Mio. St.“, „1,0 bis 1,25 Mio. St.“, „1,25 bis 1,5 Mio. St.“ und „größer 1,5 Mio. St.“. Diese (in diesem Beispiel) vier verschiedenen Aktien können nun von den Experten (Mitarbeiter, Vertriebspartner, Zulieferer, Kunden, Branchenexperten etc.) gehandelt werden. Je höher der Preis einer dieser Aktien steigt, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit eingeschätzt, dass dieses Ereignis dann auch eintritt.
Warum funktionieren Informationsmärkte?
Informationsmärkte machen sich die grundsätzlichen Funktionsweisen von Märkten zu Nutze. Märkte sind in der Lage, eine schier unbegrenzte Anzahl von Informationen zu aggregieren. Die Entscheidungen der Marktteilnehmer für den Kauf oder Verkauf einer Aktie sind von unzähligen Rahmenbedingungen beeinflusst, die sich unmöglich allesamt in Modellen abbilden lassen. Mit Hilfe eines Informationsmarktes werden all diese Entscheidungsparameter in eine einzige Zahl integriert, nämlich der Bereitschaft, zu einem bestimmten Preis ein Informationsderivat zu kaufen bzw. zu verkaufen. Da die Marktteilnehmer den Anreiz haben, auf diesem Markt zu gewinnen, haben sie – im Gegensatz zu bspw. Umfragen – auch einen klaren Anreiz, „wahrheitsgemäß“ zu handeln. Aus diesem Grund, so haben Untersuchungen gezeigt, sind Informationsmärkte in 15 von 16 Fällen besser in der Lage, zukünftige Ereignisse vorherzusagen.