IT-Connection

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  • Frank Hilderts
    Frank Hilderts    Premium Member   Group moderator
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    Gibt es einen wirklich zuverlässigen Indikator für eine überforderte IT-Führungskraft? Möglicherweise ja - der gelegentlich veranstaltete Kindergarten. hier ein Kompendium einschlägiger Erlebnisse:

    Der IT-Leiter reklamiert lautstark die kapazitive Überforderung seines Bereichs, die schlechte Qualifikation seines Personals, die Delegation von Trivialfällen an ihn – und die (absolut unpassende) Terminsetzung durch das Vorstandssekretariat und die (viel zu langen) Workshops. Natürlich legt er dies mir als Berater zur Last – und überhaupt hätte ich ja nicht wie vereinbart zurückgerufen um ihm mitzuteilen, dass sich nichts an der Terminplanung ändert. Man verwehrt sich gegen die (nie geäußerte) Kritik, bedauert offensichtlich abweichende fachliche Ansichten (die nie zur Frage standen) und moniert gebrochene (jedoch nie gettätigte) Versprechen.

    Und dies ist diesem gestandenen und erfahrenen IT-Leiter dann trotz „höchster“ Arbeitsbelastung seitenlange E-Mails, lange empörte Telefonate mit einem desinteressierten Vorstand (der das schon kennt) und ein persönliches Gespräch mit meinen Mitarbeitern, inklusive Weiterleitung aller Entrüstungs-Mails, wert.

    ABER wenn niemand (auch ich nicht) in der Sandkiste steigen mit Sand zurückwerfen will und dieser Planet es wagt, sich trotzdem weiterzudrehen (empörend, nicht wahr?)– dann werden ewige Feindschaften erklärt, Pest und Galle an den Hals gewünscht und mit einem heiligen Blutschwur besiegelt. Und das bis zum jüngsten Gericht – oder aber auf jeden Fall bis sein heiliger gerechter Zorn verraucht ist. Möglicherweise kann er sich danach (vielleicht) wieder um die Dinge kümmern für die er eingestellt wurde.

    Und nachher gehe ich nach dem Workshop zu ihm und entschuldige mich in aller Form stellvertretend für dessen Vorstandssekretariat das die Sache verbockt hat, und verspreche hochheilig es nie wieder zu tun. Oh ja!

    …oh, mein Drucker hat kaum noch Papier! Darum muss ich mich aber zuerst ausgiebig kümmern
    This post was modified on 06 May 2012 at 03:00 pm.
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    Hans Adams
    (not a XING member)
    Was soll uns Ihr Beitrag sagen?

    Dass es immer besser ist, einen Sündenbock zu finden statt strukturelle Schwächen zu beseitigen? Dass Vostandsmitglieder niemal strukturelle Schwächen geschaffen haben, denn sie haben ja nur gespart?

    Natürlich könen Sie jede Abteilung problemlos überlasten ---- Setzen Sie genügend Schäden, auf dass die Abteilung nur noch damit beschäftigt ist, Schäden zu reparieren, unerledigte Arbeit setzt neue Schäden usw. usw.

    HA
  • Frank Hilderts
    Frank Hilderts    Premium Member   Group moderator
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    Hallo Herr Adams,

    es gibt einen Unterschied zwischen einem kapazitiv überforderten IT-Bereich und einem mit seiner Aufgabe überforderten IT-Manager. Ich habe in meinen vielen Jahren als CIO/Interim/Berater NOCH NIE eine IT erlebt (von mir verantworte IT-Bereiche eingeschlossen), die der Meinung war dass sie nicht ganz ausgelastet wäre. Ein Beispiel: bei regelmäßigen anonymen Abfragen nach dem Auslastungsgrad jedes IT-Mitarbeiters in einem Immobilienkonzern kann IMMER 100% oder höher dabei raus – unabhängig vom objektivem Workload!

    Es ist zudem davon auszugehen, dass sich mittel- bis langfristig jede einigermaßen geführte IT kapazitiv in einer Vollauslastung (mit möglicher vorübergehender Überlastung) einpendelt. Alles andere wäre kosten- und leistungsseitig suboptimal, da nicht voll ausgelastet oder nicht in akzeptabler Zeit abarbeitbar. Die meisten IT-Leiter sind deswegen aber alles andere als überfordert sondern machen ihren Job (im gegebenen Rahmen die Engpässe identifizieren, priorisieren, ausweiten,…usw.), sodass trotz allem eine ansehnliche zuweilen sogar hervorragende Leistung erbracht wird. Aber es gibt Ausnahmen.

    Hier ein Auszug aus vielen vielen Projekten zusammengetragene Indikatoren, anhand derer man die Qualität des IT-Managements zumindest genauer anschauen sollte:

    - Das IT-Management ist auffallend detailfixiert. Sie gängelt Ihr Personal durch nichtige Kleinigkeiten, zieht Partikularentscheidungen an sich und verliert zuweilen größere Zusammenhänge aus den Augen. Die Haltung „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ wird nicht nur gelebt sondern getrieben

    - Das IT-Management priorisiert häufig ihre Vorhaben um, je nach Rang des Anfordernden. Wichtiges und unwichtiges steht nebeneinander und Planungen werden schnell Makulatur

    - Der Führungsstil ist im Wesentlichen Einschüchterung (Intimidation). Sie behindert damit selbstständige Handlungen oder Entscheidungen durch das Personal

    - Die Führungskraft neigt zu voreiligen Schlüssen bezüglich Ihrer Mitarbeiter und anderer Personen. Mitarbeiter die weggehen können, gehen weg

    - Der IT-Manager reagiert grundsätzlich negativ auf Kritik, weitgehend unabhängig davon wie berechtigt. Darauf angesprochen, inwiefern die Führungskraft angesichts der Kritikpunkte konkrete Maßnahmen plant, kommen Verleugnungen des Problems, Beschwichtigungen oder unwichtige kosmetische Korrekturen die nicht wirklich etwas ändern

    - Wenn ein Mitarbeiter einen Fehler macht, wird öffentlich und breit genutzt was der Wortschatz hergibt. Wenn die Leitungsperson einen Fehler macht, spricht Sie kurz von „wir“ und „uns“

    - der regelmäßig veranstaltete Kindergarten für Erwachsene
    uvm.

    Wenn es dann zu den ersten Zerwürfnissen im Team kommt, der Bereich auffallend viel Personal für Minimalergebnisse benötigt, viel Zeit für (fast) nichts verschwendet wird und bei Eskalationen in der Organisation die IT generell nicht weit weg ist, ist der IT-Manager überrascht, dass man ihn für einen Teil des Problems hält und nicht der Lösung.

    Viele Grüße

    Frank Hilderts
    This post was modified on 06 May 2012 at 02:21 pm.
  • User photo
    Hans Adams
    (not a XING member)
    Frank Hilderts schrieb:
    Hallo Herr Adams,
     
     
    Es ist zudem davon auszugehen, dass sich mittel- bis langfristig jede einigermaßen geführte IT kapazitiv in einer Vollauslastung (mit möglicher vorübergehender Überlastung) einpendelt. Alles andere wäre

    Warum? Der Witz mit dem idealen Gas ist alt...

    kosten- und leistungsseitig suboptimal, da nicht voll ausgelastet oder nicht in akzeptabler Zeit abarbeitbar. Die meisten IT-Leiter
    - Das IT-Management ist auffallend detailfixiert. Sie gängelt Ihr Personal durch nichtige Kleinigkeiten, zieht Partikularentscheidungen an sich und verliert zuweilen größere Zusammenhänge aus den Augen. Die Haltung „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ wird nicht nur gelebt sondern getrieben >
    Gilt nicht nur in der EDV.... Wissen ist Macht, deshalb gesteht man Mitarbeitern Wissen nicht zu.... Dabei sind es zwingend die Experten, welche nutzbare leistung erarbeiten.... Strukturelle Schwäche...

    - Das IT-Management priorisiert häufig ihre Vorhaben um, je nach Rang des Anfordernden. Wichtiges und unwichtiges steht nebeneinander und Planungen werden schnell Makulatur
     
    .... Vielleicht weil die höchsten Chargen weisungsbefugt sind? Haben sie noch nie beobachtet, dass ein Uka eines Chefs reichte, komplette Sicherheitsarchitekturen zu kompromittieren? Strukturelle Schwäche....

    - Der Führungsstil ist im Wesentlichen Einschüchterung (Intimidation). Sie behindert damit selbstständige Handlungen oder Entscheidungen durch das Personal
     

    JA. Aber nicht auf die EDV beschränkt... Strukturelle Schwäche....

    - Die Führungskraft neigt zu voreiligen Schlüssen bezüglich Ihrer Mitarbeiter und anderer Personen. Mitarbeiter die weggehen können, gehen weg >

    Strukturelle Schwäche --- Mitarbeiterführung....

    - Der IT-Manager reagiert grundsätzlich negativ auf Kritik, weitgehend unabhängig davon wie berechtigt. Darauf angesprochen, inwiefern die Führungskraft angesichts der Kritikpunkte konkrete Maßnahmen plant, kommen Verleugnungen des Problems, Beschwichtigungen oder unwichtige kosmetische Korrekturen die nicht wirklich etwas ändern >

    Sie sollen alles leisten? Definierte Vertrauenwürdigketi sicherstellen, und die Kiste zu Tode sparen? Wissen Sie nicht, was angeblich alles woanders besser geht?

    Man hasst Notes. Eines der wenigen wirklich funktionierenden Werkzeuge zur Dokumentation komplexer Entwiclklungsaufgaben (informatik, E-Technik und Maschinenbau zusammen...) basiert auf Notes/Websphere.... Man schaffte es ab, Folgen können Sie sich ausdenken...

    - Wenn ein Mitarbeiter einen Fehler macht, wird öffentlich und breit genutzt was der Wortschatz hergibt. Wenn die Leitungsperson einen Fehler macht, spricht Sie kurz von „wir“ und „uns“
     

    ... und es werden bewußt Fallen gebaut, Spez. im Nachhinein geändert usw. usw... Gibt es überall, und ist überall ein strukturelles Problem...
    (Läßt sich im übrigen wesentlich leichter nutzen, wenn automatisierte Dokumentationssysteme ABGESCHAFFT werden, siehe oben...)

    - der regelmäßig veranstaltete Kindergarten für Erwachsene
    uvm.
    >

    Es ist strukturell kein Kindergarten,, denn Kinder verfügen nciht über solche Macht...Es sind einfach schlecht geführte Unternehmen bwz. Abteilungen...


    Wenn es dann zu den ersten Zerwürfnissen im Team kommt, der Bereich auffallend viel Personal für Minimalergebnisse benötigt, viel Zeit
    Sie können natürlich wie von mir dargestellt JEDE Abtelung in den Abgrund führen...

    für (fast) nichts verschwendet wird und bei Eskalationen in der Organisation die IT generell nicht weit weg ist, ist der IT-Manager überrascht, dass man ihn für einen Teil des Problems hält und nicht der Lösung.
     

    "IT-Manager" sind heutzutage doch meist auch nur noch Ausführende... Er muss eine Anpassung in Indien in Auftrag geben, funktionierende Infrastruktur wird abgekündigt/gesperrt und durchetwas "viel besserem --- da einheitlich" ersetzt... Nur blöde, dass der Müll nicht funktioniert...


    Viele Grüße
     
    Frank Hilderts

    Zur Vorsicht rät HA
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