IT im Personalwesen

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  • Wolfgang Witt
    Wolfgang Witt    Premium Member   Group moderator
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    Balance Sheet
    Der Bereich „Vergütung“ ist bei Auslandseinsätzen ein sehr wichtiges Thema. Professionelle Dienstleister bieten eine Vielzahl von Services und Software an – auch für die Berechnung der Vergütung. So gibt es Anbieter, die mit internetbasierter Software Nettovergleichsrechnungen (Balance Sheets) erstellen. Ein Balance Sheet berechnet aufgrund der aktuellen Vergütung die geplante Auslandsvergütung und berücksichtigt hierbei wichtige Faktoren wie z.B. Wohnkosten, Lebenshaltungskosten, Steuern und Sozialversicherungsabgaben im Heimatland und Einsatzland.

    Bei den Lebenshaltungskosten liefert die Software weltweit aktuelle Daten von vielen hundert Städten. Der Lebenshaltungskosten-Index berücksichtigt hierbei individuelle Situationen der Expatriates und greift außerdem auf einen internationalen Warenkorb mit hunderten von Produkten und aktuellen Preisen zu.

    Ein weiterer Aspekt ist die hypothetische Berechnung der Einkommensteuer. Viele Unternehmen geben im Rahmen der internationalen Mitarbeiterentsendung eine Steuerausgleichszusage (tax equalization). Hierbei soll gewährleistet werden, dass der Mitarbeiter im Ausland Steuern in der Höhe zahlt, als wäre er im Heimatland geblieben. Dem Mitarbeiter wird ein hypothetischer Steuersatz (hypothetical tax) in Abzug gebracht. Bei der “tax equalization“ trägt das Unternehmen die exakt zu entrichtende Steuer. Aufgrund der Vielzahl der weltweiten Einflussfaktoren können die Balance-Sheet-Systeme die Einkommensteuer nur annähernd berechnen. Je nach Qualität der Software sind die hypothetischen Zahlen, verglichen mit den Echtwerten, teilweise weit auseinander. Hier kann es auch sinnvoll sein, die tatsächlichen Steuern vorab von einem Steuerfachmann vor Ort ausrechnen zu lassen.

    Die lokalen Software-Systeme (Payroll oder HRMS) verfügen bereits über einen Teil der Rahmendaten, die für die Berechnung der geplanten Vergütung erforderlich sind. Leider sind die lokalen System in der Regel nicht mir dem Balance-Sheet-System verbunden Dies hat zur Folge, dass je Balance Sheet alle Daten manuell eingeben werden müssen. Die Hersteller von Balance-Sheet-Systemen sehen sich häufig als Anbieter einer in sich geschlossenen Spezialsoftware und bieten keine Schnittstellen zu anderen Systemen an. Vermutlich ist dies auch mit der Preisfindung je Balance Sheet zu erklären, da mit einer Schnittstelle vordergründig auch ein Stück Kontrolle verloren geht. Wir führen aktuell Gespräche mit führenden Anbietern von Balance-Sheet-Systemen, um hier ein Umdenken zu bewirken. Eine Kopplung der Systeme kann eine erhebliche Prozessoptimierung bedeuten, insbesondere auch dann, wenn die berechneten Werte in das lokale System zurück fließen und für Statistiken und Auswertungen zur Verfügung stehen.

    Viele Grüße
    Wolfgang Witt