Interaktives Digitales TV

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  • Frank S. Miller
    Frank S. Miller    Premium Member   Group moderator
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    Web-TV wird in drei Jahren klassisches Fernsehen einholen
    Web-TV erlebt derzeit einen regelrechten Boom – selbst so prominente Fernsehmacher wie Ex-ProSiebenSat.1-Vorstand Peter Christmann investieren nun in Web-TV. In drei bis vier Jahren wird sich Web-TV zu einem ernsthaften Konkurrenten zum klassischen Fernsehen entwickeln. Davor ist Jeremy Allaire, CEO des US-Video-Dienstleisters Brightcove, überzeugt, wie er im Web-TV-Interview mit W&V erklärt.

    Eine Gefahr, dass das Internet unter all dem Video-Content zusammenbricht, sieht Allaire nicht. Die Infrastruktur würde dem kommenden Ansturm der User auf bewegte Inhalte standhalten. Allein Brightcove liefert bereits rund zwei Milliarden Videos im Monat aus, die rund 140 Millionen Unique User erreichen. In den USA liefern unter anderem HBO und der Autokonzern GM Videos mit Brightcove-Technik aus, in Deutschland Gruner + Jahr sowie OMS. Wirtschaftlich sehe es im Moment gut aus – auch in Deutschland. Die Tausend-Kontakt-Preise würde langsam durch die Akzeptanz des neuen Werbekanals steigen, sagt Allair im Interview.

    "Mit Online-Video-Advertising wird in drei Jahren ein dreistelliger Millionenbetrag umgesetzt", prophezeit Peter Christmann, ehemaliger Vorstand für Marketing und Sales bei ProSiebenSat.1, für Deutschland. Auch er glaubt an die Zukunft von Web-TV. Erst Anfang Februar stieg er bei Stream5 ein, einem Konkurrenten von Brightcove. Er ist davon überzeugt, je mehr professionelle und hochwertige Inhalte im Web zu finden seien, desto schneller würden Werbekunden diesen Kanal nutzen.

    Netto wurden weniger als zehn Millionen Euro im vergangenen Jahr in Web-Spots in Deutschland investiert. Das räumt Christmann ohne Umschweife ein. Aber Laut Christmann würden sich die Medien und damit auch die Gesellschaft derzeit extrem audiovisualisieren. "Jedes Medienhaus, aber auch jedes Unternehmen und jede Marke stehen damit vor der Aufgabe, sich eine Bewegtbildstrategie zuzulegen", sagt Christmann.

    Mehr über Stream5 und die prominenten Mitstreiter von Christmann bei Stream5 - etwa sein Vorgänger bei ProSiebenSat.1, Michael Wölfle, sowie Markus Andorfer (EX-MTV-Manager), lesen Sie in der aktuellen W&V, Nr. 7/2009 (EVT: 12. Februar).

    Quelle: http://www.wuv.de/news/digbusiness/meldungen/2009/02/121491/
    (c) by W&V 2009
    This post was modified on 13 Feb 2009 at 01:01 am.
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  • Johannes Soares Lago Goertz
    Johannes Soares Lago Goertz    Premium Member
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    Re^8: Web-TV wird in drei Jahren klassisches Fernsehen einholen
    Tja, bzgl. Web-TV bin ich durchaus skeptisch, zumindest, was das sogenannte Massenpublikum betrifft.

    a) die Integration von Web-TV in den Fernseher scheitert schon allein an der Tatsache, dass die aktuellen Plattformanbieter ihre Systeme abschotten. Das geht soweit, dass in vielen Fällen beim Digital-TV die Empfangsgeräte vorgeschrieben sind (schön als sogenannte "zertifizierte" oder "geeignete" Geräte bezeichnet) bzw. sogar nur einzelne Modelle erlaubt werden (z.B. T-Home entertain).

    b) das Grundproblem ist weiterhin die Frage der Inhalte und des Wissens, wann was wo läuft. Und das Ergebins einer evtl. Suche muss auch schnell verfügbar sein.

    c) die Inhalte werden zumeist exklusiv verkauft (was nichts anderes als ein i.d.R. zeitlich befristetes Monopol für ein Verbreitungsgebiet ist), und das wiederum können sich in erster Linie die großen Anbieter leisten. Die nutzen diese, um ihre abgeschotteten Systeme zu pushen.

    d) ferner ist m.E. die Technik nicht wirklich ausgereift. Wenn ich sehr gute Qualität möchte (hohe Bildauflösung, niedrige Kompression, Sound in DD5.1 oder gar DTS), dann wird Bandbreite benötigt. Selbst die IPTV-Lösung der Telekom hat hier einige Probleme, wie man in Internet-Foren nachlesen kann. Abgesehen davon, finde ich die Bildqualität im Vergleich zu DVB-C oder DVB-S eher als mau.

    e) bereits jetzt ist die Bandbreite an einigen Stellen zumindest knapp. Web.TV im großen Stil, dazu weiterhin als Streaming und selbst bei einzelnen Beiträgen nicht downloadbar realisiert, wird das Internet noch deutlich mehr belasten und damit auch diverse Qualitätsprobleme haben. Die Frage für den Zuschauer ist doch einfach, wie kann ich qualitativ gutes Fernsehen möglichst einfach erhalten?`

    f) das Internet als ergänzende Plattform ist schon heute möglich und wird ja auch von den TV-Anstalten genutzt. Inwieweit Foren, direkte Kommunikation zw. "Machern" und Zuschauern existieren, ist m.E. weniger eine Frage der Technik als eine Frage des Wollens. Denn die Technik dafür ist heute schon da...

    Für "Nischen" und als Ergänzung zum "klassischen" TV (wozu ich jetzt mal Digital-TV zähle) ist Web-TV definitiv eine interessante Alternative, aber der Schritt zum Massenpublikum ist m.E. doch noch ein ziemlich großer.
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