Jazz Forum @ Xing

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  • Wolfgang Lamprecht
    Wolfgang Lamprecht    Premium Member
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    Buch: Jazzkritik in Österreich
    Jazzkritik in Österreich: Versuch einer historischen Standortbestimmung
    Chronik • Dokumentationen • Stellungnahmen
    Ein Beitrag zur Popmusikforschung in den Cultural Studies

    In der Vermittlung von Musik im allgemeinen und Jazz im besonderen ist nicht mehr die analytisch-kritische Auseinander¬setzung gefragt, sondern dessen marktgerechte Inszenierung. Es wird damit zunehmend nicht nur das Hören verlernt, sondern auch die Fähigkeit zur Kritik als aufwändige Arbeit. Die lohnt aber auch kaum: Weil angesichts der Schnelligkeit und der Wucht des Kultur¬betriebes die Konsumenten ohnedies zunehmend überfordert scheinen. Und sie nährt auch nicht: Weil Texte über Jazz dramatisch unterbezahlt sind; wenn ihnen überhaupt Raum gegeben wird.
    So führt eins zum anderen: die Jazzkritik in Österreich gibt es nicht. Es hat sie hierzulande aber auch kaum je gegeben. Als sich der Begriff „Jazz“ zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts in die heimischen Redaktionsstuben geschlichen hatte, waren es – im Gegensatz zur Entstehung einer selbständigen Jazzkritik in den USA – vorwiegend Musikwissen¬schafter oder Journalisten klassischen Zuschnitts, die sich dem neuen Phänomen zumeist polemisierend widmeten. Während in den 1930er Jahren in den USA eine neue Journalisten¬generation antrat und Magazine wie das DownBeat gründete, während amerikanische Zeitungen eigene und gut ausgebildete Jazz-Kritiker zu beschäftigen begannen, wurde in Europa der Jazz (und die Befassung damit) im NS-Mist des Labels Entartete Kunst entsorgt. Nach dem 2. Weltkrieg fanden sich in Österreich dafür vom Jazz besessene Musik-Fans, die begannen, über Jazz-Konzerte und -Musiker zu schreiben. Auf diesem Humus entwickelte sich eine redaktionelle Beschäftigungs-Tradition, die bis heute Kontinuität besitzt: Fachlich kaum aus¬gebildete Fans als Kritiker; ein schönes Hobby, dem auch manch Prominente zwischen Starkolumnisten und Sexgurus fröhnten. Die eigentliche Aufgabe von Kritik, eine nachvollziehbare Lesart des Hörens, eine Brücke zum Verständnis zu schaffen, ist damit nie wirklich erfüllt worden.

    12,5 x 20,5 cm
    Broschur
    ca. 200 Seiten
    € 22.–
    ISBN 978-3-85409-528-6

    http://www.amazon.de/Jazzkritik-Österreich-Dokumentation-Ste...