Journalismus 2.0

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  • Anton Simons
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    Stuttgarter Wohnzimmer im Zeitenwandel
    „Leser schreiben Geschichte“ – unter diesem Titel beschreibt Thomas Mrazek (https://www.xing.com/app/network?op=news.compose&name=jo...) in der November-Ausgabe der ‚Drehscheibe‘ die lokale Online-Geschichtswerkstatt „Von Zelt zu Zelt“ (http://www.von-zeit-zu-zeit.de) der ‚Stuttgarter Zeitung‘. Zeitzeugen jeden Alters sind dort eingeladen, "in Wort und Bild darzustellen, wie sie das 20. Jahrhundert erlebt haben.“ Der ‚Spiegel‘ verwirklichte diese Grundidee mit dem Portal ‚einestages.de‘ zwar schon vor längerer Zeit. Das SN-Projekt überträgt diesen Ansatz nun aufs Lokale.

    Im April 2008 startete ein vierköpfiges SN-Team mit dem Projekt. Eine Volontärin und ein freier Mitarbeiter widmen sich der Aufgabe in Vollzeitform. „Ferner beteiligten sich die Online-Redaktion und eine Multimedia-Agentur am Aufbau des Internet-Portals“, schreibt Mrazek, „als Kooperationspartner konnte die Zeitung die Volkshochschule, das Haus des Dokumentarfilms und das Stadtarchiv Stuttgart gewinnen. Das Stadtarchiv lieferte vor dem Start der Website 500 Bilder, die Zeitung steuerte 60 eigene Artikel bei. So war bereits zum Start Anfang September ein sehenswertes Grundgerüst im Netz.“

    Die Printausgabe sorgt für Traffic auf dem Online-Portal: „Täglich wird ein von Nutzern eingeschicktes Bild und seine Geschichte vorgestellt, außerdem erscheint jeden Dienstag eine Doppelseite zu einer Epoche Stuttgarts.“

    Dieses Konzept komme an, schreibt Mrazek: 1000 Besucher würden täglich auf dem Portal gezählt. Die Verweildauer betrage im Durchschnitt überaus bemerkenswerte zehn Minuten. Etwa 1000 Fotos sowie 40 bis 50 „sehr persönlich gehaltene Zeitzeugentexte“ seien bislang eingegangen. „Die Erlebnisberichte belassen wir so, wie sie sind", verriet Thomas Faltin, Lokal-CvD und stellvertretender Ressortleiter der SN, „nur Rechtschreibfehler entfernen wir".

    Insbesondere die Gruppe der 30- bis 60-Jährigen fühle sich von dem neuen Online-Angebot angesprochen. Nicht-Onliner könnten bei einer Annahmestelle Stuttgart Bilder und Texte für ‚Von Zeit zu Zeit‘ abgeben. Das Stadtarchiv wolle sämtliche eingestellten Fotos und Texte archivieren. „Es sind wirkliche Schätze dabei", habe Faltin gesagt - seltene Farbaufnahmen aus der Zeit des Dritten Reichs ebenso wie Stuttgarter Wohnzimmer im Zeitenwandel.

    „Von Zeit zu Zeit" sei dazu gedacht, die Leser-Blatt-Bindung zu stärken. Zusammen mit den Kooperationspartnern wolle die Zeitung das Projekt in Veranstaltungen und Seminaren „weiter in die Stadt tragen.".