Journalismus 2.0
Posts 1-1 of 1
-
Anton Simons Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Von Mojos, Bürojos und Ofjos
Über „Mojos, Bürojos und Ofjos“ schreibt Inge Seibel-Müller (
https://www.xing.com/profile/Inge_SeibelMueller) im November-Heft der ‚Drehscheibe‘. Die Abkürzungen stehen für mobile Journalisten, Büro-Journalisten bzw. Office-Journalisten. Konkret geht’s ihr um das regionale Onlineportal des Vorarlberger Medienhauses (
http://www.vol.at). Sieben „Mojos“ würden dort „mit technisch hoch ausgestatteten Kleinwagen durch das kleinste Bundesland Österreichs brausen, um immer dort zu sein, wo es live etwas zu berichten gibt."
Das Beispiel soll verdeutlichen: "Mit dem Zusammenwachsen der Mediengattungen im Internet entstehen neue Wege der Berichterstattung und ein ganz neues Berufsbild: der mobile Journalist“, schreibt die Ex-Programmchefin von Antenne Thüringen und Radio Charivari München. Kurzum: Hier geht‘s um das schillernde Thema „Crossmedia“.
Die Themen, über die das MoJo-Team berichtet, seien „bunt gemischt: Sportereignisse, Musikevents und Theateraufführungen werden ebenso gefilmt wie Verkehrsunfälle, Brandkatastrophen und der Fund einer Wasserleiche.“
Über den Workflow bei den Vorarlbergern schreibt Inge Seibel-Müller, die heute die Redaktion hoerfunker.de der Bundeszentrale für politische Bildung betreut: „Die Videos, Fotos und 0-Töne, die die mobilen Reporter unterwegs einfangen, gehen - wenn nötig - gleich als Livestream online. Meistens aber werden sie mit Hilfe von UMTS-Karten zum Bürojournalisten zur Endaufbereitung in die Redaktion übertragen. Die online gestellten Videos können von den Usern direkt bewertet und kommentiert werden.“
Dabei sei es „fast schon selbstverständlich, dass das von den Mojos eingefangene Material crossmedial bearbeitet und eingesetzt wird: Die Tageszeitung „Vorarlberger Nachrichten" bekommt Fotos, der Radiosender „Antenne Vorarlberg" 0-Töne. Im Gegenzug verweisen beide auf Videos bei „Vorarlberg Online".“
„Im Grunde arbeiten wir nach dem Agenturprinzip", verrät Astrid Neururer, die Leiterin des Mojo-Teams: „Wir reißen die Geschichten auf, liefern den Kerntext und die Infos, manchmal auch die Telefonnummer eines Augenzeugen, für die weiterführende Recherche der anderen Medien. Es liegt dann in deren Ermessen, was sie weiter daraus machen."
Die Mitglieder des MoJo-Teams träfen sich, weil sie meistens unterwegs sind, „nur einmal in der Woche in der Redaktion und jeden Morgen um neun Uhr zur Skype-Konferenz, um die aktuellen Themen zu besprechen. Anschließend schwärmen die „Mojos" aus und sammeln Nachrichten, Bilder und 0-Töne.
Noch habe, wer als mobiler Reporter unterwegs ist, viel zu schleppen: Videokamera, Fotoapparat, Licht, Stativ, Mikrofon, Laptop u.s.w.. MoJo-Chefin Neururer träume deshalb von den HD-fähigen Handys, die bald „auf den Markt kommen sollen und als Allround-Kommunikationswerkzeug Videokameras, Fotoapparate und was man sonst noch braucht in einem Gerät vereinen.“
- 16 Nov 2008, 11:09 am
