Journalismus 2.0
Posts 1-2 of 2
-
Anton Simons Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Web-Videos: Entscheidend ist die journalistische Idee
Wie Lokalreporter und Videoblogger spannende Web-Videos drehen können, verrät Ulf Grüner in der November-Ausgabe der ‚Drehscheibe‘. Gleich im ersten Absatz macht Grüner, Herausgeber des ‚Handbuchs Web-Video‘, klar: „Mit Fernsehen haben Web-Videos wenig zu tun. Gerade jüngere Zuschauer erwarten von diesen Videos nicht das TV, vor dem sie ins internet geflüchtet sind. Sie erwarten lebendige, authentische Bilder und Geschichten.“
Das Internetportal
http://www.rocketboom.com sei damit berühmt geworden: „Eine Studioproduktion, die zwischendurch verrückte, durchgeknallte Aktionen ausprobiert, ebenso wie ruhige, klassische Interviews." Und die 'Washington Post' zeige mit 'OnBeing' (
http://specials.washingtonpost.com/onbeing/) derzeit am besten, „wie sich hohe journalistische Professionalität mit den Möglichkeiten des Webs verbindet.“
Das OnBeing-Erfolgsrezept: „Die Kollegen interviewen Menschen und lassen sie aus ihrem Leben als Studentin, als Vater, als Paar etc. erzählen. Immer im Studio, ein Minimum an Requisiten, der Mensch im Mittelpunkt, alle Interviewfragen rausgeschnitten. Es entstehen berührende, witzige, nachdenkliche Portraits.“
Beide – Rocketboom wie OnBeing – könne „im Prinzip auch eine Lokalzeitung machen“, meint Grüner. Entscheidend sei stets – auch im Netz – die journalistische Idee.
Dann folgen jede Menge Tipps für Aufnahmen im Studio und draußen, für Off-Stimme und Reporter vor der Kamera, für Zoom und Schwenks („beim Web-Video ist derlei prinzipiell tabu“) sowie für Schnitt, Musik und Präsentation.
Alle Links zu dem Printbeitrag gibt's online unter
http://www.handbuchwebvideo.de/node/71
- 17 Nov 2008, 1:06 pm
-
Thomas Schmittner(not a XING member)Re: Web-Videos: Entscheidend ist die journalistische Idee
Ich grüße Sie,
interessanter Beitrag, doch leider ist die journalistische Idee nicht immer entscheidend, siehe folgenden Fall:
Es handelt sich um die Seite
http://www.hartplatzhelden.de, bei der man Fußballvideos aus dem Amateurbereich hochladen kann, die dann wiederum von einer Jury bewertet werden. Das Problem ist folgendes: Der Württembergische Fußballverband möchte diese Seite verbieten lassen, da er der Meinung ist, er habe die Rechte an diesen Videos. Doch hat er sie wirklich? Darf ein Vater die Kickvideos seines Sohnes nicht veröffentlichen, da er dazu angeblich kein Recht hat?
Wir streben an, den Vereinen eine Plattform zu bieten, auf der sie sich darstellen und über sich berichten können. Ist dies nicht von der Pressefreiheit geschützt? Jede Lokalzeitung ist auf Zulieferung seitens der Vereine angewiesen, dies ist prinzipiell nichts anderes.
Der WFV wirft uns unlauteren Wettbewerb vor, also schmarotzerisches Nachahmen, außerdem eine Behinderung an der verbandseigenen exklusiven Vermarktung. Tun wir das wirklich? Dem WFV steht es frei, eine eigene Plattform ins Leben zu rufen, ein Monopol für ein Internetprojekt wie
http://www.hartplatzhelden.de gibt es nicht. Dem WFV stehen keine Ausschließlichkeitsrechte an den Amateurfußballspielen zu. Weder sind Fußballspiele urheberrechtlich geschützt, noch kann der Verband Rechte an den Videoaufnahmen beanspruchen, da die Aufnahmen von privaten Amateurfilmern am Spielfeldrand angefertigt werden – ohne Zutun des Verbandes.
Wer organisiert ein Fußballspiel? Der Verband? Dieser Auffassung sind wir nicht, allenfalls erbringt er Vorleistungen. Das unternehmerische und organisatorische Risiko trägt der gastgebende Verein. Noch einmal zur Verdeutlichung: Es handelt sich um Kreisliga- und Jugendspiele.
Der Fall geht aber über die Frage der „Fußballrechte“ weit hinaus. Würde der WFV Recht bekommen, wäre dies nämlich das Aus für zahlreiche Geschäftsmodelle, die im Zusammenhang mit Profi- oder Amateurfußballspielen (und anderen Sportarten und Events) stehen. Unternehmen dürften zu Werbezwecken keine Spielpläne der Fußballbundesliga mehr an ihre Kunden verteilen. Internet-Wett- oder Tipp-Portale müssten damit rechnen, künftig Lizenzgebühren an die Verbände zu entrichten.
Selbst große Internetportale wie YouTube oder MyVideo müssten sich darauf gefasst machen, wegen dort abrufbarer Videofilme in Anspruch genommen zu werden, etwa wenn User selbstaufgenommene Videosequenzen von der Sylvesterfeier am Brandenburger Tor ins Netz stellen.
Möchten Sie sich selbst ein Bild machen? Dann besuchen Sie uns doch bitte unter:
http://www.hartplatzhelden.de
Oder das Statement unseres Anwalts, des Sportrechtsexperten Fabian Reinholz von HÄRTING Rechtsanwälte:
http://www.hartplatzhelden.de/presse_information_hph_vs_wfv/
Sollten Sie noch Fragen haben, scheuen Sie sich bitte nicht, mich unter thomas.schmittner@hartplatzhelden.de zu kontaktieren.
Oder:
Alexander Görlich, Kommunikation HÄRTING Rechtsanwälte
Tel.: + 49 30 28 30 57 55
Mobil: + 49 0163-2 48 01 69
goerlich@haerting.de
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Schmittner
- 02 Dec 2008, 10:53 am
