Journalismus 2.0

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  • Anton Simons
    Anton Simons    Premium Member   Group moderator
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    Wem gehört das kollektive Nutzerwissen?
    Die Stadt Hamburg hat ihren offiziellen Webauftritt jetzt in eine Online-Community eingebettet. Nutzer haben neuerdings die Möglichkeit, die Site interaktiv mitzugestalten: „Auf Benutzerprofilen können Videos und Bilder präsentiert sowie Bewertungen und Kommentare zu Artikeln gegeben werden“, berichtet das CMS-Portal Contentmanager.de (http://www.contentmanager.de/magazin/news_h32090.html).

    Das neue Portal ermögliche, „das Wissen der Nutzer ... zu bündeln und zu vermitteln, so dass Gemeinsamkeiten mit anderen Hamburgern entdeckt werden können und digitale Nachbarschaften entstehen“, heißt es dort weiter. Neu an Hamburg.de sei außerdem die stärkere Verzahnung von eGovernance-Diensten mit redaktionellen Beiträgen. Nützlich vor allem für Neubürger: Nutzer können sich Arztpraxen in der Nachbarschaft und Empfehlungen für Jogging-Strecken anzeigen lassen.

    "Es gibt derzeit kein Stadtportal in Europa, das User-Interaktion zulässt. Bei uns in Hamburg darf man erstmals nicht nur Informationen lesen, sondern kann sich auch selbst beteiligen, das ist ein Meilenstein", zitiert Contentmanager.de den Geschäftsführer von Hamburg.de, Georg Konjovic. Und Sören Stamer, CEO und Mitbegründer der am Relaunch des Portals beteiligten CoreMedia sagte: "Hamburg.de … informiert nicht nur, sie schafft auch kollektives Wissen der Bürger, die hier leben. Ganz im Sinne eines Web 2.0-Portals."

    Art und Weise der Neugestaltung der Hamburg-Site sind ein Beleg für die These, dass das Web 2.0 ein Kräftemessen heraufbeschwört zwischen angestammten Medien, Kommunen und originären Web-Angeboten wie Wer-kennt-wen.de. Die Frage, um die es dabei geht, heißt: Wem gebührt und wem gelingt der Aufbau einer regionalen Community und wer schafft es, die kollektive Wissen der Nutzer auf sein Portal zu holen?

    In weiten Teilen Nordrhein-Westfalens hat das WAZ-Portal DerWesten in dieser Hinsict die Nase vorn und die Madsack-Gruppe nutzt neuerdings Software und Erfahrungen von myheimat. In der Stadt Schiltach (http://schiltach.de/wiki/) sowie in der Murgtal-Gemeinde Weisenbach (http://www.weisenbach.de/wiki/) versuchen die Kommunen, das kollektive Wissen ihrer Bürger per Regionalwiki einzufangen. Andernorts – im Bergischen Land (http://www.bergisches-wiki.de), in und um Kassel (http://kassellexikon.hna.de), im Salzburger Land (http://www.salzburg.com/wiki), in Göttingen (http://www.wiki-goettingen.de), im Raum Rhein-Main (http://www.rhein-main-wiki.de), in Franken (http://franken-wiki.de) und im Raum Trier (http://stadtwiki-trier.de) - sind es Tageszeitungsverlage, die diesen Weg gehen. Die Mehrzahl der Stadt- und Regionalwikis beruht allerdings auf freien Initiativen.