Journalismus 2.0

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  • Anton Simons
    Anton Simons    Premium Member   Group moderator
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    Wie Medienunternehmen das Long Tail bedienen können
    Medienunternehmen müssen in Zukunft, so ist häufig zu lesen, das Long Tail bedienen. Myheimat.de und die Augsburger Allgemeine führten derzeit mit zwei unterschiedlichen Konzepten vor, wie's funktionieren könnte. „Social Media und Community bei der Augsburger Allgemeinen“ – zu diesem Thema referierte Sascha Borowski (https://www.xing.com/profile/Sascha_Borowski2 ) kürzlich beim Social Media Forum (http://www.socialmediaforum.de ) in Hamburg. Die Augsburger Allgemeine sei strategisch an myheimat ( http://www.myheimat.de ) beteiligt, ohne dieses Bürgerjournalismus-Portal jedoch in ihrem Verbreitungsgebiet selbst zu nutzen, schickte Borowski voraus.

    Stattdessen starteten die Augsburger zum Jahresanfang 2009 ihr Projekt „Servus“ (http://tinyurl.com/aun5mu ). Dessen Ausrichtung sei, ähnlich myheimat, sublokal. Das heißt: Für jeden einzelnen Ort im Verbreitungsgebiet – 960 an der Zahl – haben die Zeitungsmacher aus der Fuggerstadt eine eigene Seite ins Netz gestellt und jeweils - „So nah waren Sie ihrer Heimat noch nie!“ - mit spezifischen statischen Informationen zum Ort gefüllt (Einwohnerzahl, Größe, …).

    Vor allem aber werden die Ortsseiten kontinuierlich mit redaktionellen und nutzergenerierten Inhalten gefüllt. So sei gewährleistet, dass sich in diesen Blogs tatsächlich „das Leben unmittelbar vor der Haustür widerspiegelt.“ Ein anderer Grundgedanke sei, die Stärken redaktioneller Inhalte mit den Stärken nutzergenerierter Inhalte zu einem „Mashup“ zu kombinieren, erläuterte Borowski. Dabei ist in den Nutzungsbedingungen ist festgeschrieben, dass der User generated Content auch für die Zeitung verwendet werden darf.

    Überall haben die Ortsvereine die Möglichkeit, sich selbst vorzustellen. Außerdem gibt es Kinoprogramm, Veranstaltungskalender und lokale Wetterinformationen. Und: Jeder Nutzer hat die Möglichkeit, ein eigenes Blog zu starten. Eine Umkreissuche gewährleiste, dass auch die Blogs kleiner Orte ständig mit neuen Inhalten versorgt werden.

    Ein wenig Zukunftsmusik: „Wir wollen auch den Gemeinden die Möglichkeit bieten, Inhalte einzustellen.“ Dabei eröffne die Erschließung des Sublokalen den Regionalverlagen auch neue Werbemöglichkeiten, sagte Borowski: Nun hätten der Bäcker und der Fleischer am Ort die Möglichkeit, preisgünstig und mit minimalen Streuverlusten zu werben. Prognose eines Servus-Nutzers: „Da wird sich MyHeimat.de warm anziehen müssen, wenn 'Servus' mal richtig rund läuft!“

    Daneben hat die Augsburger Allgemeine vor zwei Jahren unter http://www.community.augsburger-allgemeine.de/forum/ eine inzwischen sehr aktive eigene Community gegründet. Um Missverständnissen vorzubeugen, sollte man hier allerdings besser von einem Leserforum sprechen. 10.000 Nutzer hätten sich in den beiden ersten Jahren angemeldet; etwa die Hälfte davon sei nach der Anmeldung nicht weiter aktiv gewesen. Die Community, die täglich 500 bis 800 Artikel schreibt, werde nicht sich selbst überlassen, sondern von ehrenamtlichen Moderatoren betreut.
    This post was modified on 11 Mar 2009 at 08:38 pm.