Knowledge Management

Knowledge Management

Posts 1-10 of 17
  • Boris Jäger
    Boris Jäger    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    Zum Bereich Wissensmanagement haben Anfang des Jahres die Experten der Gesellschaft für Wissensmanagement e.V. (GfWM) auf dem 'CeBIT FORUM Learning & Knowledge Solutions' die Trends aus Ihrer Sicht präsentiert. xingKM hat darüber berichtet und auf Grundlage der Themen verschiedener Veranstaltungen weitere mögliche Trends hinzugefügt (s. xingKM-Newsletter 3/2010: WM-Trends, http://tinyurl.com/2vn9vtu ).

    Für Trendthemen im Bereich e-Learning bzw. digitales Lernen ist der Trendmonitor 'Learning Delphi 2010' des MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung eine Richtschnur zur Orientierung für die nächsten 3 Jahre (http://mmb-institut.de/monitore/trendmonitor/MMB-Trendmonito... ). Auch hier haben Experten ihre Einschätzung über mögliche Trends abgegeben.

    Nun ist Ihre Meinung gefragt, auch wenn Sie sich nicht unbedingt als Experte für einen der beiden Bereiche bezeichnen können oder wollen.

    Wohin geht Ihrer Ansicht nach die Reise im Wissensmanagement und e-Learning?

    Nennen Sie zumindest ein Trendthema für den Bereich Wissensmanagement oder e-Learning - je nachdem wo Ihr Interessen-/Arbeitsschwerpunkt liegt. Wenn möglich fügen Sie eine kurze Erklärung hinzu, warum Ihrer Ansicht nach gerade dieses Thema an Bedeutung gewinnen wird. Als Ersatz für eine Erklärung oder als Zusatz sind natürlich auch Hinweise auf weiterführende Quellen zu diesem Thema gerne gesehen (z.B. Studien, Artikel, etc.).


    ---
    P.S.: Sicherlich bieten auch die Themen, die im kommenden Jahr auf dem LEARNTEC-Kongress (http://tinyurl.com/27z6wo2 ) und der Konferenz Professionelles Wissensmanagement (http://tinyurl.com/2593m4e ) behandelt werden, oder der Themenplan des Magazins wissensmanagement für 2011 (http://tinyurl.com/2f2rhfd ), wertvolle Hinweise auf mögliche Trends in den Bereichen Wissensmanagement und e-Learning.
    This post was modified on 13 Jan 2011 at 10:54 am.
  • Post visible to registered members
  • Dr. Matthias O. Will
    Dr. Matthias O. Will
    The company name is only visible to registered members.
    Sehr geehrter Herr Jäger,

    ich habe mir die Einschätzungen der Experten für Wissensmanagement und e-Learning angesehen und dies mit meinen persönlichen Einschätzungen abgeglichen. Für mich stehen ganz klar die aktuellen Herausforderungen für Wissensmanagement und Social Learning im Unternehmenskontext im Zentrum. Was meine ich damit?

    Aktuelle Trends, die ich beobachte:

    - Hohe Mitarbeiterfluktuation (oft auch als "Personalumbau" bezeichnet). Mit den erfahrenen Mitarbeitern, die ein Unternehmen verlassen wollen oder müssen, geht auch oft das erworbene Know-How und Wissen.
    - Trend in der akademischen Ausbildung hin zu Praxisnähe (z. B. duale Studiengänge), von dem sowohl Studierende als auch unternehmerische Betreuer profitieren können. Allerdings wandert auch hier das Wissen der Absolventen ab, wenn es nicht gelingt, diese im Unternehmen zu halten
    - Reduzierung der Freiräume, um die eigene Expertise auf dem neuesten Stand zu halten bzw. auszubauen.

    Wir brauchen weder neue Tools noch neue Prozesse, um Wissensmanagement oder e-Learning von der Theorie in die Praxis zu überführen, sondern in verstärktem Maße Führungskräfte, die das Potenzial ihrer Mitarbeiter zu fördern wissen, und zwar so, dass es für diese attraktiv wird, ihr Wissen mit anderen zu teilen sowie die Zeit, um an geeigneten Workshops teilzunehmen (mit geeignet meine ich solche, welche eben keine verkappten Verkaufsveranstaltungen sind). Viel kann durch interne Seminare / Vortragsreihen mit relativ wenig Aufwand für jeden einzelnen erreicht werden. Wenn es um unterstützende IT-Werkzeuge geht, sollte darauf geachtet werden, solche zu wählen, welche sicher, verlässlich und leicht in bestehende Infrastrukturen integrierbar sind.

    Dies als ganz kurze Zusammenfassung von meiner Seite, um Ihre Frage zu beantworten.

    Beste Grüße,
    Ihr
    Matthias O. Will
    This post was changed on 13 Jan 2011 at 10:55 am by Boris Jäger .
  • Boris Jäger
    Boris Jäger    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    G.Hartmann schrieb:
    sollen die Einschätzungen per PN an Sie gehen oder hier veröffentlicht werden?
    Hallo Herr Hartmann,

    wie bei einer "normalen" Frage an die Gruppe, sollen Sie natürlich HIER, für alle ÖFFENTLICH antworten :-) Ich dachte das wäre klar? Scheinbar nicht jedem, weshalb ich einige Änderungen im Fragetext vorgenommen habe.

    Freue mich, wenn Sie mir per persönlicher Nachricht mitteilen, ob es nun eindeutig(er) ist, wie und wo man antworten muss (s. https://www.xing.com/net/knowledgemanagement/fragen-an-die-s... )

    Grüsse vom winterbefleckten Oberrhein :-)
    Boris Jäger
    This post was modified on 13 Jan 2011 at 10:55 am.
  • Post visible to registered members
  • Boris Jäger
    Boris Jäger    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    G. Hartmann schrieb:
    Kommunikation ist nie eindeutig (siehe die verschiedenen Kommunikationsmodelle). Deshalb meine Frage und hier meine öffentliche Antwort ... jetzt ist es MIR klar :-)
    Nicht nur Ihnen war's nicht klar, Herr Hartmann :-) Mein Fehler! Danke für Ihre öffentliche Antwort!

    Grüsse in die verschneite Hauptstadt
    Boris Jäger
    This post was modified on 13 Jan 2011 at 10:55 am.
  • Harald Schumacher
    Harald Schumacher
    The company name is only visible to registered members.
    Hr. Jäger!

    Meiner Meinung nach ist es nicht (nur) ein Problem der Fluktuation sondern und dazu habe ich eine kleine, nicht repräsentative Umfrage in meinem jetzigen Projekt gemacht. Die Frage lautete:

    Was hast Du damals mit diesem Stück Code, dieser Business Regel, dieser Vorlage, dieser Deklaration eigentlich gemeint?

    Das Ergebnis kann sich wahrscheinlich jeder vorstellen. Es ist eine direkte Funktion der Zeit

    - Aktion bis zu 3 Monaten zurück kann noch geklärt werden
    - Aktion über 3 Monate bis zu einem Jahr findet man in den "nahen" Unterlagen (Schreibtisch, Mail, Eclipse, C-Platte, etc.)
    - Aktion > 1 Jahr: Schulterzucken - da müsste man sich nochmal einarbeiten.

    Deshalb habe ich zwei Prognosen:

    Wir bräuchten mehr weiche Wissenstechnologien die Informationen zum Zeitpunkt der Entstehung festhalten und wiederfindbar machen - (interessanter Ansatz Nepomuk, http://nepomuk.semanticdesktop.org/xwiki/bin/view/Main1/).

    Wir werden weitere 10/100/1000 Lösungen/Werkzeuge/Frameworks bekommen, die aber wieder entweder nur bei der Präsentation oder auf ganz engen Inseln funktionieren.

    Soweit meine 2¢

    Beste Grüße und besinnliche Weihnachten

    Harald Schumacher
    Thesaurus-/SGML-/TopicMap-Veteran (diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit ;-) )
    This post was changed on 13 Jan 2011 at 10:55 am by Boris Jäger .
  • Jürgen Saeftel
    Jürgen Saeftel    Premium Member
    The company name is only visible to registered members.
    Thesen:
    1) WM muss sich im Firmenumfeld verstärkt mit aktuellen, chaotischen Tendenzen auseinandersetzen, die aus der Gesellschaft und der Internet-Nutzergemeinde auf die Firmenmitglieder einwirken.
    2) Wissen auf organisierte Art zu teilen, findet anscheinend weniger Akzeptanz als vor wenigen Jahren - chaotische, ungesteuerte, nicht meßbare Strukturen werden von vielen bevorzugt.
    3) Geschäftskritisches Wissen zu schützen, wird deutlich schwieriger.

    Hintergründe:
    Durch Web 2.0 / 3.0 ausgelöst finden firmeninterne Festlegungen auf bestimmte Tools und Verfahren weniger Akzeptanz. Nutzer wollen "ihr privates Lieblings-Tool" auch in der Firma nutzen. Weniger Nutzer sind bereit, sich für den Arbeitsplatz umzugewöhnen und andere Abläufe zu trainieren als zu Hause.
    Auslöser: Werbung für egozentrische Angebote, in denen [scheinbar] alles für jeden Kunden ganz individuell gestaltet wird, z.B. im Mobilfunkbereich, zeitversetztes Fernsehen, Spielfilmdownloads, personalisierte Schuhe. Es wird der Eindruck erweckt, als müsse sich niemand mehr an irgend etwas anpassen, sondern sei selbst das Mass aller Dinge

    In Firmen wird die Autorität von Administratoren, Prozeßeigentümern und WM-Beauftragten kritisch hinterfragt und unterminiert.
    Auslöser: von "Stuttgart 21" und ähnliche Protesten inspirierte Gedanken finden sich im Kleinen wieder. Das kann zur beschleunigten Aushöhlung von Unternehmensrichtlinien führen, was die Prozeßqualität senken und manche Wissenmanagement-Methoden unwirksam machen kann

    Das Verständnis schwindet, warum Firmen zwischen öffentlichen und vertraulichen Dokumenten unterscheiden müssen. Dadurch wird das intelektuelle Kapital der Firmen zunehmend gefährdet, und es können teure Prozesse wegen Vertragsverletzungen (z.B. Bruch der Vertraulichkeit von Kunden-/Lieferantenbeziehungen) folgen. Eine verteilte Rechteverwaltung im Dokumenten- oder Wissensmanagementsystem aufrecht zu erhalten, wird schwieriger.
    Auslöser:
    * soziale Netzwerke (Facebook, Xing etc), Blogs, Twitter auf denen zunehmend vertrauliche Projektinformationen (bin beim Kunden Xyz in Israel) und firmeninterne Dokumente auftauchen;
    * jugendliche Mitarbeiter, die mit den scheinbar frei verfügbaren Informationen aus dem Internet aufgewachsen sind, und nicht ahnen, dass der Zugriff auf die Mehrzahl aller Information beschränkt, kostenpflichtig (oder beides :) ist,
    * von WikiLeaks inspirierte Menschen, denen vertrauliche Informationen unheimlich sind, und die sich über die Folgen ihres Handelns keine Gedanken machen [wollen]
    * die bayrische Innenministerin B.Merz schrieb im Münchner Merkur, man könne keine Daten stehlen (z.B. Daten angeblicher Steuersünder) , weil die nichtkörperlich sind. Diebstahl und Hehlerei setze reale Gegenstände voraus.
    Wer so etwas liest, wiegt sich eventuell in großer Sicherheit, dass nicht passieren kann, wenn vertrauliche Daten kopiert und anderswo verbreitet werden.
    This post was changed on 13 Jan 2011 at 10:55 am by Boris Jäger .
  • Dr. Manfred Langen
    Dr. Manfred Langen    Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    Ein Trend im Wissensmanagement ist - wie man ja auch an dieser Aktion erkennt - die kollektive Intelligence dafür zu nutzen, Trends rechtzeitig zu erkennen und darauf reagieren zu können. Dazu gibt es viele Vorgehensweisen. Eine mit Forschungs- und Erfahrungsdefiziten, aber großem Potential ist m.E. der prediction market. (http://en.wikipedia.org/wiki/Prediction_market)
    This post was changed on 13 Jan 2011 at 10:55 am by Boris Jäger .
  • Dr. Reiner Fuest
    Dr. Reiner Fuest
    The company name is only visible to registered members.
    Wissensmanagement und E-Learning werden sich weiter annähern und da Lernen stark durch soziale Komponenten geprägt ist, werden Social Media Angebote an Bedeutung gewinnen.

    Dabei wird es darum gehen, echte soziale Interaktion für die Wissens- und Lernprozesse zu unterstützen und nicht nur (möglichst große) virtuelle soziale Netze abzubilden. Daher wird künftig folgende Frage vermehrt gestellt werden: "Wie kann ich - über die reine Abbildung eines virtuellen sozialen Netzes hinaus - Social Media für die reale soziale Interaktion in meiner Wissensarbeit und meinen Lernprozessen nutzen?".

    Die vermeintlich leichte Antwort "Kommunizier doch einfach" reicht vermutlich nicht, da wissensfördernde Dialogprozesse (mit mehreren Durchläufen, nicht nur Frage und Antwort) noch zu selten angestoßen werden.
    This post was changed on 13 Jan 2011 at 10:56 am by Boris Jäger .