kreuzberg handelt - wirtschaften im quartier

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  • Luna Christine Weineck
    Luna Christine Weineck    Premium Member   Group moderator
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    Karin Schmidl (05.03.2011)

    Es ist eine typisch Kreuzberger Geschichte: Als 1981 Investoren eine leerstehende Chemiefabrik an der Lausitzer Straße abreißen und dort Luxuswohnungen bauen wollen, wird das Haus besetzt. Eine Handvoll junger Leute hat andere Pläne. Sie streichen die grauen Fassaden bunt an, richten eine Holz- und eine Fahrradwerkstatt ein und laden die Nachbarn zum Mittun ein.

    Das war vor 30 Jahren. Die alte Chemiefabrik existiert noch immer. Als kunterbunte Regenbogenfabrik wirkt sie im Kiez wie eine Art gallisches Dorf, in dem vieles anders ist als in der umliegenden Stadt. In den ehemaligen Remisen auf dem Hof wird gemeinsam getischlert, getöpfert und gekocht. Im Café treffen sich die Nachbarn, im Hostel übernachten Jugendgruppen, es gibt PC-Kurse und Bildungsangebote, eine eigene Kita für 17 Kinder und ein Kino mit 60 Plätzen. Am 18. und 19. März feiert die Regenbogenfabrik ihr 30-jähriges Jubiläum.

    "Wir hätten nie geglaubt, dass wir eine so lange Zeit durchhalten", sagt Christine Ziegler. Die Politologin zählte damals zu den Besetzern und gehört noch heute zum Regenbogen-Kollektiv, das keine Chefs kennt, sich strikt selbst verwaltet und stolz auf seine Unabhängigkeit ist. Ein eigenes Baukollektiv erledigt sämtliche Instandsetzungsarbeiten, von den rund 100 dort Beschäftigten sind die meisten ehrenamtlich tätig. "Die Idee des solidarischen, nachbarschaftlichen Zusammenhalts ist gerade in Zeiten zunehmender sozialer Kälte wichtig", sagt Ziegler. Dieses Credo bestimmt auch die Jubiläumsfeiern: Am 18. März, 19 Uhr, wird im Kino der Film "Solidarische Ökonomie" gezeigt. Darin geht es um Fragen, wie die bei Linken so verpönte Marktwirtschaft kollektiv bewerkstelligt werden kann. Am 19. März wird dann ab 14 Uhr gefeiert - bei einem Hoffest und abends ab 20 Uhr mit großer Party.

    http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump...