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  • Holger Mügge
    Holger Mügge    Premium Member
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    Workshop für Mobiles Spielen - Beiträge aus Forschung und Innovation gesucht
    Hallo,

    ich möchte hier auf einen Workshop im Herbst in Lübeck hinweisen auf dem Forschungs- und Innovationsideen im Bereich Mobile Gaming diskutiert werden.

    Einreichungen von Artikeln, Demos oder anderen Beiträgen bitte bis zum 22. Mai 2009.

    Danke und beste Grüsse,

    Holger Mügge



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    *** 39. Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik ***
    *** 2. Workshop für Mobiles Spielen (Mobile Gaming ‘09) ***
    *** 29.09.2009, Lübeck ***
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    MOTIVATION

    Mobile Spiele basieren auf der physischen Bewegung von Spielern in einer Spielwelt, in der die reale Welt mit virtuellen Dimensionen verbunden ist. Sie verbinden zwei Spieltraditionen, die sich bislang ausgeschlossen haben: Klassische Spiele im Freien und Computerspiele. Gleichzeitig sind sie Spiele im ganz traditionellen Sinn. Der „Homo Sapiens“ ist immer schon auch ein „Homo Ludens“ gewesen. Spielen gehört zum Leben dazu wie Essen, Atmen oder Schlafen. Im Spiel erprobt man sich im sonst Unmöglichen. Mit Spielregeln setzt man sich freiwillig künstliche Grenzen, um darin die natürlichen Grenzen der Realität fantasievoll zu überschreiten. Über den Zeitvertreib hinaus spiegeln Spiele aber auch die reale Welt wieder, erprobt man spielerisch das Leben. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich das Spiel weiter mit den intellektuellen und technischen Möglichkeiten, die sich dem Menschen boten.

    Die Vorgeschichte mobiler Spiele begann in den 80ern mit der tragbaren Spielkonsole von Nintendo und der Spielserie „Game & Watch“. In den 90ern eroberte die Gameboy-Konsole mit auswechselbaren Cartridges den Markt. Gegen Ende der 90er öffnete das japanische I-Mode Netzwerk die Tür für Handyspiele, die das Internet nutzen. Damit endet die Vorgeschichte, die durch Miniatur-Computerspiele auf dem Handy gekennzeichnet ist und es beginnt die Geschichte der mobilen Spiele im heutigen Sinne. Am 1. Mai 2000 ließ die US-Regierung die GPS-Störsender des amerikanischen Militärs abschalten. Dies gab den Anlass, Geocaching zu initiieren, das erste ortsbasierte mobile Spiel. 2003 führte Nokia das N-Gage ein, ein Smart-Phone mit eingebauter Spielkonsole. Damit wurden Gruppenspiele möglich, die via GPRS über einen Gameserver verbunden sind. Gleichzeitig unterstützte die Bluetooth-Funktionalität auch Gruppenspiele im Nahbereich. Parallel zu dieser Entwicklung begannen weltweit Forschungsprojekte, die unter Nutzung von Positionierungstechnologien ortsbasierte und kontextsensitive Spiele entwickelten und untersuchten. Sie trieben die mobilen Spiele im heutigen Sinne voran, Spiele, die auf der physischen Bewegung in einer gemischten Spielwelt basieren.

    Mobile Spiele verbinden mobile Technologien mit pervasiven Technologien: kleine, tragbare und unterwegs nutzbare Rechner werden mit Modellen ihrer Umgebung und Sensoren ausgestattet und können auf den Kontext und auf Rechner in ihrer Nähe reagieren. Mobile Spiele gehören damit, technologisch gesehen, in den Bereich des Ubiquitous Computing.


    ZIELE UND FRAGEN

    Mobile Spiele stellen weit reichende Forschungs- und Entwicklungsfragen in konzeptioneller, ästhetischer und technischer Hinsicht. Sie erfordern Forschungen zu neuen Spieltypen, zum Spielerleben sowie zu Konzepten und Gestaltungsstrategien ebenso wie technische Forschungen im Bereich des Ubiquitous Computing.
    Weltweit nutzen Informatiker die Leidenschaft, Energie und den Erfindergeist von mobilen Spielern um Benutzerschnittstellen, Infrastrukturen und Designkonzepte zu testen und neue Technologien voranzutreiben. Da im Spiel „alles“ möglich ist, bietet sich hier der wissenschaftlichen Forschung ein im Wortsinn einmaliges Spielfeld zur Erprobung von Ideen und Technologien. Auch bietet der Kontext mobiler Spiele Raum für die Untersuchung individueller und sozialer Prozesse der Nutzung von Informationstechnologien.

    Das Spieldesign steht vor neuen Herausforderungen. Bisher werden nur in wenigen Spielen die Möglichkeiten ausgelotet, die Augment and Mixed Reality, globale Vernetzung, Lokalisierung und vielfältige Sensorik bieten. Theorie und Methode der Untersuchung des Spielerlebens in mobilen Spielen stecken noch in den Anfängen. Was heißt Mobilität, was körperliche Bewegung in gemischten Spielwelten? Wie lässt sich das Erleben von mobilen Spielern untersuchen, die sich im Feld verteilt bewegen? Welche Rolle spielen Spielergemeinschaften und Kulturen für mobile Spiele?

    Entwicklung und Design mobiler Spiele konfrontiert uns mit zentralen Herausforderungen des Ubiquitous Computing, der Komplexität mobiler, verteilter Systeme, der Dynamik und den sich verändernden Kontexten, der Diversität der Akteure und der Interaktion jenseits des Schreibtischs, die den ganzen Körper, vielfältige Sinne und Modalitäten umfasst. Die enorme Diversifikation der Hard- und Software muss überbrückt werden, damit Spieler mit verschiedenen Geräten gemeinsam agieren können. Die sich schnell entwickelnde Vielfalt an Sensoren und Benutzungsschnittstellen verlangt nach flexiblen Frameworks, die eine leichte Integration unterstützen.

    Dieser Workshop leistet einen Beitrag dazu, dass das Forschungs- und Entwicklungspotential mobiler Spiele auch im deutschen Wissenschafts- und Wirtschaftsraum stärker wahrgenommen wird. Forscher und Entwickler können auf diesem Gebiet ihre Erfahrungen austauschen, gemeinsam weitergehende Forschungsfragen und Innovationspotenziale identifizieren und nach Wegen suchen, wie sich auch im deutschsprachigen Raum die Rahmenbedingungen für Forschungen auf diesem Gebiet nutzen und verbessern lassen.


    ADRESSATENKREIS

    Der Workshop richtet sich zunächst an Anwender, Entwickler, Entscheidungsträger und Wissenschaftler im Bereich der Forschung und Entwicklung von mobilen Spielen sowie an Forscher, die an kreativen und innovativen Anwendungen für Pervasive und Ubiquitous Computing Interesse haben. Darüber hinaus sollen mit dem Workshop aber auch Personen außerhalb der Informatik angesprochen werden, die sich durch die technischen Möglichkeiten faszinieren und inspirieren lassen und so für Ihre Ideen einen neuen Entwicklungsraum entdecken.


    THEMEN DES WORKSHOPS

    Workshopbeiträge (Technical Papers oder Position Statements) können unter anderem folgende Schwerpunkte haben:

    - Mobile Spiele im Alltag
    - Kontext mobiler Spiele
    - Mobiles Spielerleben und Spieltätigkeit
    - Mobile Gamer as Producer
    - Alternate Reality Games
    - Pervasive Games
    - Traditionelle Spiele und mobile Spiele
    - Serious Games – im Kontext spielerisch Lernen, Testen, Werte schaffen
    - Interfaces und Interaktionsformate mobiler Spiele
    - Augmented und Mixed Reality für mobile Spiele
    - Entwicklungsprozesse und Architekturen für mobile Spiele
    - Autorensysteme für mobile Spiele
    - Komplexität von Hard- und Software – Probleme und Lösungen
    - Technische Grenzen kreativ nutzen


    WICHTIGE TERMINE

    Einreichung der Beiträge: 22.05.2009
    Mitteilung der Annahme: 12.06.2009
    Abgabe der Druckvorlage: 01.07.2009
    Workshop: 29.09.2009


    ORGANISATOREN

    Pascal Bihler, Universität Bonn
    Barbara Grüter, Hochschule Bremen
    Holger Mügge, Universität Bonn
    Leif Oppermann, Mixed Reality Lab, 
University of Nottingham


    PROGRAMMKOMITEE

    * Christian Bauckhage, Fraunhofer IAIS, St. Augustin
    * Linda Breitlauch, MediaDesign Hochschule Düsseldorf
    * Gregor Broll, LMU München
    * Wolfgang Broll, Fraunhofer FIT, St. Augustin
    * Armin B. Cremers, Universität Bonn
    * Julian Kücklich, University of the Arts London
    * Peter Möckel, Deutsche Telekom 
* Laboratories, Berlin
    * Alexander Markowetz, Universität Bonn
    * Horst Pohlmann, Fachhochschule Köln
    * Albrecht Schmidt, Universität Duisburg-Essen
    * Clemens Türck, Ravensburger Spieleverlag, Ravensburg
    * Steffen P. Walz, ETH Zürich
    * Andreas Weber, Universität Bonn


    BEITRAGSGESTALTUNG und -EINREICHUNG

    Ziel des Workshops ist es, ein Forum zur Präsentation und Diskussion neuer Forschungsergebnisse und praktischer Erfahrungen zu bieten. Thematischen Schwerpunkt bilden dabei mobile Spiele und andere (kooperative) Anwendungen mit spielähnlichem Charakter, die Ort und Kontext sowie die Mobilität der Anwender als wichtigen Designparameter beinhalten.

    Neben Vorträgen zu wissenschaftlichen Forschungsergebnissen sind Demonstrationen innovativer mobiler Spiele vorgesehen sowie Diskussionsrunden zu kontroversen Themen.

    Daher begrüßen wir die Einreichung folgender Beiträge:
    * Wissenschaftliche Artikel
    * Demonstrationen von Prototypen mobiler Spiele oder Autorensystemen für mobile Spiele
    * Thesenpapiere / Streitfragen (knapp, prägnant und informell)

    Beiträge können auf Deutsch oder Englisch eingereicht werden.

    Die Workshop-Beiträge sollen in elektronischer Form bis zum 22.05.2009 über das Konferenzsystem eingereicht werden. Einen Link dazu befindet sich auf der Workshop-Webseite.

    Die angenommen Artikel werden in einem gemeinsamen Tagungsband der GI-Reihe 'Lecture Notes in Informatics (LNI)' erscheinen. Sie müssen daher den LNI Richtlinien entsprechend formatiert sein. Diese Richtlinien sowie Formatvorlagen für Word und Latex sind auf der GI Homepage verfügbar. Da der Druck des Tagungsbandes in Schwarzweiß erfolgt, ist bei farbigen Grafiken darauf zu achten, dass diese auch bei Schwarzweiß-Ausgabe ausdrucksfähig bleiben.

    Organisationskontakt
    Pascal Bihler
 Universität Bonn
 Römerstr. 164
 53117 Bonn
    Tel.: +49 228 74 43 41
 E-Mail: bihler@cs.uni-bonn.de
    Web: sam.iai.uni-bonn.de/mobile-gaming