Leipziger Köpfe
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Katharina Novoselov Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Im Fokus einer Leipziger Konferenz: Zukunftsszenarien von Bioraffinerien
Am Dienstag, 7. September, beginnt in Leipzig eine Konferenz mit eindrucksvollen Namen "International Conference on Polygeneration Strategies (ICPS 2010)". Sie wird unter anderem vom Deutschen BiomasseForschungsZentrum mitveranstaltet und es geht um künftige Strategien bei der Nutzung von Biomasse.
Eine Forschungsgruppe von Instituten aus Oberhausen, Darmstadt und Wuppertal stellt auf der Konferenz zum Beispiel verschiedene Typen von Bioraffinerien vor, die als vielversprechende Zukunftstechnologien gelten.
Der weitere Ausbau der Bioenergienutzung ist hoch komplex. Es gibt verschiedene Nutzungspfade und Konversionstechniken, die eine effiziente Energieerzeugung aus Biomasse versprechen.
Ein Verbundvorhaben aus dem Förderprogramm „Energetische Biomassenutzung“ unterzieht erstmals bestehende und sich bereits in Entwicklung befindliche Bioraffineriekonzepte einer systematischen Analyse. Das Konzept „Bioraffinerie“ gilt in der Fachwelt als Fabrik der Zukunft. Vor dem Hintergrund immer knapper werdender fossiler Ressourcen verspricht man sich von ihr neben der Erzeugung von Strom und Wärme auch parallel die Produktion von Stoffen wie biobasierte Dämm-, Kunst- und Kraftstoffe sowie Futtermittel. Biomasse gilt aufgrund ihrer äußerst flexiblen Einsetzbarkeit als wichtige Quelle zukünftiger klimaschonender Produktherstellung sowie zur Sicherstellung der Energieversorgung.
In den kommenden Jahren, so sind sich die beteiligten Forscher vom Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik "Umsicht" in Oberhausen, des Öko-Instituts in Darmstadt und des Wuppertal Instituts einig, kann es einen starken Ausbau von Bioraffinerien geben, wenn die Technikentwicklung erfolgreich verläuft. Fünf Konzepte einer Bioraffinerie, die sowohl im Labormaßstab erforscht, als auch in der Praxis erprobt werden, unterziehen sie einer Bewertung hinsichtlich der Kopplung von energetischer und stofflicher Nutzung sowie hinsichtlich der Eingliederung in bestehende Stoffströme und Energiesysteme.
Zu diesen Konzepten zählen: 1. die stärke – und zuckerverarbeitende Bioraffinerie 2. die ölsaatenverarbeitende Bioraffinerie 3. die Bioraffinerie zur thermischen Konversion von Lignozellulose zu Synthesegas 4. die Bioraffinerie zur biochemischen Konversion von Lignozellulose zu Ethanol und 5. die „Grüne“ Bioraffinerie für feuchte Biomasse. Die Forscher gehen der Frage nach, inwieweit die Konzepte jeweils geeignet sind, die Versorgung mit Bioenergieträgern, Biomaterialien und chemischen Grundstoffen in gekoppelter Weise nachhaltig und hoch effizient sicherzustellen.
Dazu dienen ein Vergleich mit konventionellen Energie- und Stofflieferanten, die fossile Energieträger einsetzen, sowie ein Vergleich mit der getrennten Bereitstellung der Produkte aus Biomasse. Einen Blick in die laufenden Forschungen gewährt am 8. September der Dipl. Landschaftsökologe Daniel Maga, der auf der ICPS 2010 in Leipzig einen Vortrag über erste Ergebnisse im Bereich der Bioraffinerien halten wird.
Die Tagung „10. International Conference on Polygeneration Strategies“ (ICPS 2010) findet vom 7. bis 9. September 2010 in Leipzig statt.
Sie wird vom Deutschen BiomasseForschungsZentrum, der Technischen Universität Hamburg-Harburg und der Technischen Universität Wien ausgerichtet. Die Konferenzsprache ist Englisch.
Die Konferenz im Netz:
http://www.icps-conference.eu
Energetische Biomassenutzung:
http://www.energetische-biomassenutzung.de
Originalartikel finden Sie auf:
http://www.l-iz.de/Bildung/Forschung/2010/09/Leipziger-Konfe...
- 06 Sep 2010, 12:38 pm
