Lebensmittel (Nahrungs- und Genussmittel)

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  • Dr. Sylvia Pfaff
    Dr. Sylvia Pfaff    Premium Member   Group moderator
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    ILSI-Allergen-Symposium - ein Schritt weiter zu Aktionswerten?
    Das ILSI-Symposium zu Lebensmittelallergenen in Nizza brachte ca. 100 Experten aus allen Teilen der Welt zusammen. Insbesondere wurden die Verbreitungen von Lebensmittelallergien in der Welt und die Einigung auf Aktionswerte für das Managen von Allergenen im Produktionsunternehmen diskutiert. Während es bei der Verbreitung der Allergien weltweit Unterschiede gibt, wurde trotzdem deutlich, dass die Reaktion auf Ei und Milch überall vorhanden ist. Insbesondere bei Kindern wird dies überall festgestellt, während Erwachsene weit komplexere Allergien aufweisen.

    Nur Europa hat eine Liste von 14 kennzeichnungspflichtigen Allergengruppen. Kein anderes Land weist diese Vielzahl an Allergengruppen auf. Trotzdem besteht auch hier die Kenzeichnungspflicht für die wesentlichsten Allergene. Das bedeutet für die weltweite Beschaffung, den Lieferanten auf das besondere europäische Recht zu schulen, um die gewünschten, zusätzlichen Informationen zu bekommen. Obwohl viele Stimmen dafür plädierten, dass Soja nicht unbedingt auf der Liste sein müsste, wurde deutlich, dass keine Reduzierung dieser Kennzeichnungspflicht in Europa möglich sein wird. Erschwerend muss nämlich betont werden, dass die Diagnostik noch nicht die richtigen Allergene z.B. bei Sojaallergiker testet, weshalb die Zahl an Sojaallergiker vermutlich zu niedrig angesetzt wird.

    Die Experten waren sich einig, dass mittlerweile genügend Daten vorliegen, um für eine große Gruppe an Allergikern zu sagen, wie viel zu viel ist. Dennoch gibt es keine Stelle, die den Vorstoß wagt und einen Aktionswert definiert. Voraussichtlich werden die Daten erst noch diskutiert, zusammen gestellt und der EFSA zur Risikobewertung vorgelegt. Der politische Weg zu abgesicherten Schwellenwerten für die Lebensmittelproduktion wird wohl noch 5 Jahre dauern.

    Dennoch, die Industrie ist schon viel weiter. Es wurde auch deutlich, dass bei den hochpotenten Allergenen wie Erdnuss oder Schalenfrüchte eher ein Wert von 1 mg/kg anzusetzen ist. Allerdings liegt dieser an der Nachweisgrenze und dürfte damit den Unternehmen auch nicht richtig weiterhelfen. Interessanter sind dann schon Aktionswerte von 5 mg/kg, die für Milch, Ei und andere Allergene gelten können. Dieser Wert ist zwar nicht für alle Allergiker dieser Lebensmittel sicher, aber für sehr viele. Gerade diese "Sicherheitsdiskussion" macht es im Moment schwierig. Nach dem heutigen Erkenntnisstand würde wenige Allergiker - wenn überhaupt - mit leichteren Reaktionen auf diese Schwellenwerte reagieren. Zukünftige Forschungen (sog. Single-Shot-Test) sollen zeigen, ob verzögert (evt. nach Stunden der Aufnahme dieser geringen Konzentration an Allergen) eine schwerwiegende Reaktion erfolgt. Alle Experten hoffen nicht, aber wissen tut es noch keiner.

    Es muss noch ein Weg gefunden werden, wie die „Grenze“ an Betroffene kommuniziert wird. Bei Verzicht auf eine „Spurenkennzeichnung“ gilt nicht per se, dass das Lebensmittel für alle Allergiker - wie oben ausgeführt -sicher ist. Aber das lernen jetzt auch die Glutenallergiker, wo der Gesetzgeber einen Glutengehalt von unter 20 mg/kg als „glutenfrei“ einstuft. Für „frei von Ei“ oder „frei von Milch“ müssen aber die Werte sicherlich tiefer als 5 mg/kg angesetzt werden. Wohl eher auch bei der Detektionsgrenze …

    Gerne stehen wir Lebensmittelunternehmen für weitere Fragen rund um Allergen Management zur Verfügung.

    Dr. Sylvia Pfaff - FIS Europe
    Tel. +49 5922/904003 oder Mobil + 49 175 1632378
    E-Mail: sylvia.pfaff@web.de
    This post was modified on 24 Oct 2010 at 03:32 pm.