Lebensmittel (Nahrungs- und Genussmittel)
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Klaus Knippertz Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Markt-Tipps für Einkäufer von Agrarrohstoffen
Hallo Food-Community,
hier mal auszugsweise eine meiner Markteinschätzungen für Ackerbauprodukte, die ich regelmäßig unter
http://www.cereals-value.de anbiete. Unter anderem geht es darum, Preissignale der internationalen Warenterminbörsen als Grundlage für Handelsentscheidungen heranzuziehen. Leider kann ich hier keine Grafiken einstellen. Über Rückmeldungen würde ich mich freuen! Jetzt aber zur Sache:
Aufwärtstrend noch in Takt
An der Pariser Matif bewegt sich der Kontrakt für Mahlweizen mit Fälligkeit November 2010 zurzeit in einer Korrekturphase nach unten, nachdem er vor zwei Wochen an einem Widerstand bei 228 EUR/t abgeprallt ist. Der Schlusskurs von heute lag bei 211 EUR/t. Der übergeordnete Aufwärtstrend ist intakt – die Indikatorlinie des gleitenden Durchschnitts der letzten 50 Wochen zeigt nach oben. Allerdings scheint sich aus charttechnischer Sicht eine so genannte Schulter-Kopf-Schulter-Formation zu bilden, auf deren Vollendung ein Trendwechsel folgen könnte.
Test der "Nackenlinie"
Sollten die Kurse weiter abrutschen, dann steht ein erneuter Test der Unterstützung bei 197 EUR/t an. Diese Zone bei 197 EUR/t bildet die „Nackenlinie“ einer charttechnischen „Schulter-Kopf-Schulter-Formation“: Die linke Schulter bildet das Hoch Anfang August, den Kopf bildet das Hoch Mitte September und die rechte Schulter bildet das Hoch Anfang Oktober. Wenn die Nackenlinie einer solchen Formation nach unten durchbrochen wird, kann dies einen Trendwechsel einleiten.
Allerdings ist die Nackenlinie hier sehr kräftig, was einen Durchbruch erschweren dürfte: Sie liegt innerhalb einer weiteren charttechnischen Unterstützungszone zwischen der Kurslücke der letzten beiden Julikerzen. Die Bandbreite dieser Unterstützungszone reicht von 195 EUR/t bis 200 EUR/t. Wenn diese kräftige Widerstandszone nicht hält, dürften weitere und unter Umständen kräftige Abgaben folgen. Deshalb ist ein Tagesschlusskurs (!) unter 195 EUR/t von bullish engagierten Marktteilnehmern auch weiterhin als dringendes Verkaufssignal in Betracht zu ziehen.
Widerstände auf dem Weg nach oben
Sollten sich jedoch die Bullen am Weizenmarkt durchsetzten, dann steht auf dem Weg nach oben ein erneuter Test der Widerstände bei 228 EUR/t und dann bei 237 EUR/t an. Die Widerstandszone bei 228 EUR/t ist durch eine Kurslücke zwischen der siebt- und sechstletzten Septemberkerze entstanden. Eine Kurslücke bedeutet, dass in dieser Preiszone kein Handel zustande gekommen ist – es hat sich ein „Preisvakuum“ gebildet“. Entsteht eine solches „Preisvakuum“ wie hier in der Abwärtsbewe-gung vom September 2010, dann bildet es eine Widerstandsszone, die eine nachfolgende Aufwärtsbewegung bremsen oder stoppen kann. Die Bandbreite dieser Widerstandszone reicht von 225 EUR/t bis 228 EUR/t. In diesem Bereich ist die Erholungsbewegung von Anfang Oktober bereits einmal ausgebremst worden. Die Widerstandszone gilt als überwunden, wenn der Tagesschlusskurs über 228 EUR/t liegt. Dann könnte es weiter aufwärts gehen und bei äußerst bullishem Sentiment dürfte ein weiterer Test des Widerstandes bei 237 EUR/USD anstehen. Dort sind die Bullen allerdings schon zweimal gescheitert: Anfang August und Mitte September.
Absicherungsgeschäfte
Zurzeit dürften Landwirte Absicherungsgeschäfte zumindest für Teilmengen der Ernte 2011 erwägen: Der Novemberkontrakt 2011 an der Matif notiert derzeit beispielsweise bei 188 EUR/t. Bei Produktionskosten von etwa 120 EUR/t dürfte dies zumindest in Hafennähe ein interessantes Preisniveau sein.
- 20 Oct 2010, 6:19 pm
