Open Source E-Learning

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  • Stefan Ramaker
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    Gruppen-Newsletter: Open Source Software und Web 2.0. Dienste – Chancen für die Entwicklung von E-Learning

    Gruppen-Newsletter: Open Source Software und Web 2.0. Dienste – Chancen für die Entwicklung von E-Learning

    Das Internet hat nach dem Dotcom-Crash im Jahre 2000 einiges von seiner Dynamik verloren – es gab in den Jahren danach weniger Investitionen aus der „klassischen Wirtschaft“ und einen geschrumpften Markt an Anbietern. Dem Bildungs- und E-Learning-Sektor erging es nicht anders. Zwischenzeitlich kann man jedoch mit Recht behauten, das der Onlinemarkt und die Entwicklung der Internettechnologien wieder gewaltig an Fahrt aufgenommen haben. Die Wirtschaftslage ist derzeit insgesamt positiv und das Investitionsklima recht gut.

    Die heutige Dynamik des Internets (Schlagwort Web 2.0.), ist jedoch nicht nur auf die wirtschaftliche Veränderung zurückzuführen, sondern auch auf systemeigene Entwicklungen, insbesondere die der letzen fünf Jahre.

    Die technische Ausstattung und die Bandbreiten haben sich verbessert: Highspeed-Flatrates, Preisentwicklungen der Computertechnik und preiswerter Webspace haben dazu beigetragen. Siehe auch http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/index.php?id=27.

    Open Source Software verändert zunehmend den Markt: Software für Redaktionssysteme, Blogs, Wikis, E-Learning-Plattformen (LMS, LCMS), CRM-Systeme usw. sind überall im Netz kostenfrei erhältlich. Die Programmqualität steigt beständig.

    Zunehmende Standardisierung fördert die Entwicklung: XML-Standards wie RSS-Feeds sind aus dem Internet nicht mehr wegzudenken. Basis-Standards wie XHTML und CSS wurden weiterentwickelt, mit der Richtung Trennung von Inhalt und Gestaltung. Die meisten Programmierungen sind zunehmend modular und kompatibel ausgerichtet.

    Vielleicht kann man die Situation an einem Beispiel fest machen: Kleine und mittlere Unternehmen können heute auf hochwertige und kostenfreie Redaktionssysteme wie Typo3, Joomla oder Drupal zurückgreifen. Umfangreiche, redaktionell verwaltbare Webseiten oder Shop-Systeme sind für jedermann erschwinglich geworden. Selbst der kleinste Einzelunternehmer kann sich einen Blog einrichten und das Internet als Plattform nutzen. Eine Webpräsenz oder einen Shop zu betreiben ist einfacher und attraktiver geworden. Dazu kommt, dass seit dem Auftreten von Web 2.0. Angeboten das Internet interaktiver und kooperativer geworden ist.

    Open Source und Web 2.0. – Software-Freiheit und Paradigmenwechsel

    Betrachten wir den Bereich E-Learning. Zwar gibt es heute immer noch einen nicht unerheblichen Teil an proprietärer, kommerzieller Software auf dem Markt - und das zum Teil mit gutem Recht. Open Source Projekte haben aber dazu beigetragen, die Preise in den letzten Jahren stark zu senken, was letztlich positiv für die Nutzer ist.

    Neben der Tatsache, dass verschiedene Programme frei verfügbar sind, hat sich parallel ein Paradigmenwechsel ergeben, der hauptsächlich mit der Idee des Web 2.0. einhergeht. Das Internet regt immer mehr zum Mitmachen an und bezieht den Nutzer ein.

    Blogs, Wikis, Sozial Bookmark-Dienste, Bewertungssysteme, all diese Anwendungen sind Ausdruck sich verändernder Nutzergewohnheiten. Im E-Learning ist es nicht anders. Der Trend geht in Richtung Kollaboration, Kommunikation und lebenslanges Lernen – selbstgesteuert bzw. in der Gruppe. Lernsysteme und Web 2.0. Angebote berücksichtigen dies heute auch mehr denn je.

    E-Learning-Plattformen und Web 2.0. – Kollaboration, Kommunikation, Edutainment

    Die klassische, technische Basis für E-Learning sind Lernmanagement-Systeme (LMS) oder Learning Content Management Systeme (LCMS). Diese Systeme übernehmen in Lerngemeinschaften zentrale, institutionelle Aufgaben wie:

    • - die Nutzerverwaltung: Authentifizierung und Autorisierung

    • - Bereitstellung von Kursräumen oder Gruppen-Konstruktionen

    • - Verwaltung und Darstellung von Inhalten

    • - Nutzung von Aktivitäts-Werkzeugen


    Es gibt eine Reihe Open Source-Plattformen wie Moodle, Ilias, Sakai oder Docebo die diese Kriterien bestens erfüllen. Die Technik bietet heute zahlreiche Möglichkeiten.

    Mit der veränderten Einstellung zur Nutzung der Technik sind aber auch neue Konzepte gefragt – Konzepte die weniger von der Vermittlung von Wissen vom Lehrenden an die Lernenden ausgehen. Austausch und Kollaboration sind heute mehr gefragt. Das Web 2.0. kann in diesem Rahmen Anregungen liefern.

    Web 2.0. Dienste für das E-Learning – „professional and for free“

    Viele Web 2.0. Dienste bieten den Mitgliedern ganz erstaunliche Dienstleistungen an und das häufig zum Nulltarif. So bekomme ich meine Videos in bester Flash-Qualität über Dienste wie Youtube oder Teachertube und frei Haus „gestreamt“. Powerpoint Präsentationen lassen sich über Dienste wie Slideshare oder Authorstream in Flash-Präsentationen verwandeln. Andere Dienste, wie Wiziq, bieten kostenlose, virtuelle Meeting-Räume.

    Die Verknüpfung von freien Web 2.0. Diensten mit Lernplattformen wird immer interessanter und ist Bestandteil neuer Konzepte für alle möglichen Lernzwecke. Attraktiv dabei: Die Inhalte lassen sich sehr leicht einbinden (Embedded über HTML-Code).

    Strategien für die Verwendung neuer Technologien im E-Learning

    Heute sind Strategien für „webbased trainings“ gefragt, die mehr denn je Open Source Software und Web 2.0. Dienste berücksichtigen. Einen guten, ersten Überblick über die Möglichkeiten verschaffen Plattformen wie eduforge oder das Verzeichnis bei DrWeb bzgl. Web 2.0..

    Der Vertrieb kommerzieller Lizenzen ist salopp gesagt heute eher „out“. Webagenturen, IT-Unternehmen und Dienstleister müssen sich auf den geänderten Markt und die geänderten Gewohnheiten einstellen. Insgesamt erscheinen bei der heutige Situationen folgende Fragen bei der Planung von E-Learning Projekten von Bedeutung zu sein:

    • - Welche Kooperations- und Kommunikationsformen sollen eingesetzt werden?

    • - Wie können Community-Effekte genutzt werden?

    • - Welche Optionen gibt es zur attraktiven und effizienten Aufbereitung der Lerninhalte?

    • - Welche Open Source Programme passen in das didaktische Schema?

    • - Welche Web 2.0. Dienste sind didaktisch und thematisch interessant?

    Es scheint, dass der Fokus heute mehr auf der Konzeption von dynamischen Gruppenstrukturen und Rahmenbedingungen für das selbstbestimmte Lernen liegt.

    Fazit: Schöne neue E-Learning Welt – und was nun?

    Heute geht es weniger darum, fertige Software zu kaufen, die alle Bedürfnisse befriedigt. Vielmehr besteht die Aufgabe darin, Software zu sichten und diese auf die Bedürfnisse und das jeweilige Konzept anzupassen – Synergien und Standards zu beachten und Lösungen individuell zu entwickeln, basierend auf bestehender Software.

    Diese Aufgaben können, je nach Erfahrungshorizont, durch engagierte Vorreiter in Unternehmen, KMU-Firmen oder Institutionen angestoßen oder übernommen werden. Wir sprechen von freier und offener Software, für jeden frei zugänglich. Wer das Interesse hat, die Möglichkeiten und das Know How – dem kann man nur raten, interessante Software immer mal wieder zu testen und Erfahrungen zu sammeln.

    Wo die Anforderungen, die Komplexität oder die Nutzerzahlen jedoch steigen, sind spezielle Dienstleister gefragt. Dienstleistungen im Bereich Open Source sind heute Leistungen, die in Richtung Analyse und Inkubation bzw. Integration von Softwarelösungen gehen. Die reine Distribution von kommerzieller Software ist keine umfassende Antwort auf die neuen Gegebenheiten. Speziell im E-Learning Bereich werden Open Source Entwicklungen in Zukunft ein fester Bestandteil der Planung sein. Das kann man insgesamt nur begrüßen.

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    Dieser Newsletter wurde von Moderator Stefan Ramaker für die Gruppe "Open Source E-Learning" verfasst.

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