LOHAS GROUP GERMANY

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  • Gabriele Lässer
    Gabriele Lässer    Group moderator
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    Beginn der Säugetierära der Wirtschaft
    Hallo zusammen,

    Geld kann kein Ziel sein, denn es erfüllt - nichts (die Voraussetzung damit was anzufangen ist immer, dass es etwas zu kaufen gibt). Für mich ist es daher das falsche Motiv, überhaupt etwas zu tun. Das ist, wie wenn ich mir Drogen reinschmeiße, um meine Ausschüttung zu bekommen, statt aktiv das Richtige dafür zu tun damit es mir gut geht. Wir arbeiten für Geld statt füreinander, und das negiert eigentlich seinen Zweck, bzw. es wurde zum Selbstzweck. Mit erschreckenden Konsequenzen.

    Das heißt nicht, dass ich kein Interesse daran habe, welches zu verdienen - im wahren Sinne jedoch. Geld als Effekt für geschaffenen Nutzen (Steigerung des Wohlbefindens, Erhöhung der Lebensqualität), damit kann ich durchaus leben, zumal mir nachhaltige Entwicklung ein großes Anliegen ist. Außerdem liebe und lebe ich meine Arbeit. Es kann gar nicht falsch sein, den Nutzen für den Menschen und seine Entwicklung in den Vordergrund zu stellen und erstrebensWERT zu gestalten, denn Erfolg ist, wenn wir Zukunft machen.

    Bezogen auf die Ressourcen ist unser Vorgehen alles andere als wirtschaftlich. Menschen beurteilen aber sowieso nicht nach Wahrheitsgehalt, sondern nach Empfinden, doch das orientiert sich, da in früher Kindheit so geprägt, heute an Geld und Konsum. Ein objektives Bewertungsschema für Leistungen gibt es leider nicht. Außerdem wird eine neue Idee erstmal am Status des Urhebers bemessen, und da kommen unsere Hierarchien zum Tragen, die größer nie waren wie heute. Dieser biologisch motivierte Maßstab für die Einschätzung von Überdauerungsfähigkeit ist auf den Menschen übertragen nicht mehr zuverlässig. Bevor es um Inhalte geht, müssen sehr viele Kritierien erfüllt sein, die nichts damit zu tun haben. Das beschleunigt - vielleicht - die Abwicklung, reduziert - scheinbar - den Aufwand, erzeugt durch die Reduktion auf wenige Aspekte jedoch am laufenden Band Innovationsflops, ist pre-selektiv, und beschneidet mit steigender Systematisierung (gerne auch "Optimierung" genannt) die Variationsvielfalt. Die Menschheitsentwicklung wurde zunehmend kantiger, statt fließend und weich. Die damit einhergehende Regelprogression erschwert die Orientierung und kostet Kapazitäten, die ansonsten den eigentlichen Aufgaben zukommen würden.

    Differenzierungsfähigkeit und Spezialisierung des Menschen gingen Hand in Hand. Die Steigerung der Effizienz unseres Wirkens war von (Selbst)Reduktion (Abstraktion) begleitet, da der Datendurchsatz des Verstandes ja nicht mit der Informationsflut stieg. Wir spezialisierten uns immer stärker auf das, was uns gesellschaftlich weiterbrachte, das verbalisierbare Wissen, an dessen Konkretisierung uns lag, weil damit die Erfüllung noch gezielter zu steigern war. Wir bekamen Selbstbewusstsein statt Selbstverständnis. Unsere eigentlichen Potentiale, unsere Inspiration, unser Wille, unsere Kreativität liegen genau in dieser künstlich und wohl eher unfällig (aus Unwissen- bzw. Unbedachtheit) vergrößerten Differenz.

    Da wir Emotionen/Gefühle/ aus den Jobs raushalten und die Intuition damit nicht oder nur noch eingeschränkt zur Anwendung kommt, bilden wir die extremen Hierarchien des einseitig genutzten Trieberfüllungswerkzeugs "Verstand" heute global ab. Das Nichtberücksichtigte (emotionale/soziale Lücken da ein Einzelner nur begrenzt viele Menschen sozial verwalten kann - jedenfalls weit weniger, als die Anzahl derer beträgt, auf die er Einfluss nimmt) formte tiefe Kluften zwischen Arm und Reich, Gebildet und Ungebildet etc. etc. Wir verstehen uns gegenseitig immer schlechter, während wir aber gleichzeitig immer mehr über uns wissen - dieses Wissen fließt jedoch überwiegend in die Produktentwicklung und Werbung ein. Zusätzlich fehlt uns die realitätsbezogene Einschätzung für Konsumgüter, Produzenten etc, da wir im Passivmode nur sehen, was man uns sehen machen will.

    Dank der Vielzahl, Länge und Verflochtenheit der globalen Beziehungsketten sind wir außerstande, uns zu allem ein detailliertes Urteil zu bilden. Wir wissen nicht mehr, was wir tun, wenn wir uns für ein Produkt entscheiden, denn es ist in erster Linie gut für den, der es/sich verkauft, und das sogar in mehrfacher Hinsicht. Denn Schein macht niemals satt, und damit süchtig nach mehr und vielfach einseitigem Konsum (extreme Zunahme von übertriebener Nahrungsaufnahme und anderem Kompensationsverhalten).

    Der Mensch überschreitet OHNE NOT die Grenzen der Verfügbarkeit regenerativer Ressourcen, um die Wirtschaft zu füttern. Da haben wir uns eine evolutionäre Konkurrenz hingestellt, denn sie arbeitet auf diese Weise gegen statt für das Leben. So lange emotionale und soziale Aspekte aus wirtschaftlichen Entscheidungen ausgegrenzt werden, wendet sie nicht mehr Intelligenz an als ein Reptil, das sich einzig an seinen individuellen Erfüllungsparametern orientiert (Triebverhalten). Kulturell Kreative, Lohas, Social Entrepreneurs etc. läuten hier gewissermaßen das Säugetierzeitalter ein und setzen eine mit dem Tausch (von Mensch zu Mensch, biologische Entsprechung: Austausch von Zellmaterial) begonnene Wirtschaftsevolution logisch und folgerichtig fort.

    "Geht's dem Einzelnen gut, geht's allen gut."

    Freundlicher Gruß
    Gabriele Lässer
    "Intelligenz ist Anwendungssache"
    Motiv-, Emotions- und Kognitionsforschung
    This post was modified on 18 Oct 2007 at 09:39 am.
  • Thomas Weber
    Thomas Weber    Premium Member   Group moderator
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    Re: Beginn der Säugetierära der Wirtschaft
    Hallo Gabriele,

    schöner hätte ich LOHAS und die kulturell kreative Entwicklung nicht beschreiben können.

    Punkt ist:
    Individualität und Gemeinschaftssinn sind gefragt.

    Und:
    Zum Konsum möchte ich als alter Betriebswirt mit dem Schwerpunkt Marketing nur sagen...
    Jeder sollte sich genaustens Fragen ...

    was brauche ich als Mensch?
    was bringt mich als Mensch weiter?
    was will ich wirklich wirklich wirklich?
    und warum ist es gut für mich?

    In dem Sinne freue ich mich liebe Gabriele, dass Du hier dabei bist.
    LG
    Thomas Weber
    "Neuer Unternehmer"
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  • Gabriele Lässer
    Gabriele Lässer    Group moderator
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    Re^3: Beginn der Säugetierära der Wirtschaft
    Hallo Tobias,

    ich schließe mich sehr gerne an die Worte von Thomas an. Deine Analyse ist zutreffend und hervorragend punktgenau. Danke. Dass Du das sagst, bedeutet mir was :-).

    Mit der Zeit, und dafür war mir insbesondere XING ein sehr guter Spiegel, Ja, das ist ein aufschlussreicher Querschnitt.

    konnte ich anhand unzähliger Foren und Tausender Beiträge, die ich gelesen (und Hunderte, die ich geschrieben habe) reflektieren, wo genau der derzeitige Bewusstseinsstand liegt und vor allem: *warum* er so ist, d.h. dieses Design hat und warum sich daraus regelrecht zwangsläufig eine Realität (aus einer mentalen Matrix) ergeben muss.
    Interessant daran ist, dass sie nicht auffällt und nicht aufzudecken, d.h. zu identifizieren ist, solange man sich geistig darin aufhält. Der Film Matrix ist insofern kein Film, sondern eine wissenschaftliche Dokumentation auf Spitzenniveau, Wenige Filme habe ich mir so oft angesehen wie diesen.

    verpackt in die Action, welche kein Action ist - sondern Code, eben Matrix. Unsere Wahrnehmung, also unsere Realität, basiert auf Codes und Schlüsseln. Oder anders gesagt: Verschränkungen, Prozessen und dynamischen Zuständen. Kann man umprogrammieren. Statt reiner Umgebungsreflexion - Selbstbestimmung erlangen, freien Willen.

    John Wheeler sagte einmal: "Kein elementares Phämomen ist ein reales Phänomen, bis es ein beobachtbares Phänomen wird." Damit meint er nichts anderes, als dass unsere Aufmerksamkeit darüber entscheidet, ob etwas (für uns) existiert oder nicht. Diese Aufmerksamkeit ist überdies nicht rein kognitiv anzusehen, sondern auch sensitiv - da Da unterscheide ich nicht mehr, das Verständnis, das Erkennen der Zusammenhänge kann ich am ehesten mit "emotionaler Kognition" beschreiben. Es gibt Menschen, die "fühlen" mathematische Ergebnisse und kommen damit auf exakte Werte. So ähnlich erlebe ich verstehen und nachdenken auch. Das muss ich dann "nur" noch übersetzen. Eigentlich ist das der eigentliche Aufwand.

    kognitive Wahrnehmung als Ergebnis elektromagnetischer Impulse auf Quantenprozessen basiert, aus denen der Zustand "Elektrizität" überhaupt erst einmal herleitbar ist. Hieran schließt sich die überaus spannende Frage von Logik an. Und so weiter, und so weiter, und so weiter.
    Bedauerlicherweise haben sich sehr viele Menschen in einem Denksystem verhakt, ja regelrecht verbissen, dass sie es keinesfalls aufgeben würden, selbst wenn es ihre Befreiung wäre. Das muss man erstmal erfahren oder zumindest eine erstrebenswerte Vorstellung damit verbinden.

    Unter Zugrundelegung der "Annahme" gewinnt unser gesamtes Menschsein fast unglaubliche Dimensionen. "Gott" bekommt eine "neue" Bedeutung. Was hat nun Gott mit der Wirtschaft zu tun? Das wird sich mancher sicher fragen. Und obwohl wir ein christliches Land sind, bringt es meist ein müdes Lächeln ein, Gott in einer Vorstands- oder Aufsichtsratssitzung anzuführen. Meist wird auf die Anführung gleichwohl gänzlich verzichtet, da "Philosophieren hier fehl am Platze ist". "Ich will Umsatz machen und keine Märchen erzählen, Herr Jobst", so lautete eine Antwort auf einen Artikel. Wie langweilig.

    Gott existiert - aber bloß nicht bei uns. Gott ist "da draußen", ist unergründlich, lenkt vermutlich alle Dinge... um uns am Ende wissen zu lassen, woran wir Zeit unseres Lebens vorbei geschlittert sind. So kann man das natürlich auch sehen. Die Grenzen seines Denkens setzt sich jeder selbst. Das zweite Gebot und der Hinweis, nicht träge im Herzen und Geiste zu sein sind meines Erachtens Zeugnis dafür, dass wir das schon lange wissen.

    Die meist endlosen Diskussionen auf XING und die ewigen Wiederholungen im tagtäglichen Leben sehr vieler Menschen haben sie stumm, blind und taub werden lassen. Dieses Bild greift schon die Bibel auf, Beispiel Turmbau zu Babel. Interessant. Ich halte das nämlich auch nicht für eine Geschichte, die beklagt, dass wir unterschiedliche Sprachen sprechen. Wir verstehen einander selbst im gleichen Sprachraum nicht mehr, weil jeder in seiner eigenen Welt lebt. Das ist jedoch ein falsches Verständnis von Individualität. Ohne Anbindung können wir uns gegenseitig nichts mehr geben, ergo auch nicht mehr aneinander wachsen. Intelligenz braucht aber das Wir.

    Doch die Menschen haben noch nicht begriffen, dass es dabei um die Beschreibung ihrer eignen Matrix geht, der Schöpfermatrix. Darin ist alles enthalten, sie ist reines Potential. Oder auch Liebe, wenn man so will. Denn nur aus der Zuwendung und Hingabe entsteht etwas, nicht aus der Abwendung und Wegnahme. Die Liebe als mental anspruchsvollstes Gefühl ist die Meisterin der Differenzierung, denn sie grenzt nichts aus. Die Kooperation zwischen ihr und dem Verstand ist eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Ja, dafür lässt das Gehirn dann richtig was springen, und das bedeutet auf biochemisch, richtiger ging es bisher nicht :-).

    Genau letzteres Modell wird jedoch oft praktiziert, sehr oft aus Angst und Furcht vor dem Mangel, vor dem ewigen Nichts und der kurzen Lebensspanne von durchschnittlich 80 Jahren, in der man sich bestmöglich durchschlagen und behaupten muss. Darwinismus pur - und wahrhaft begrenzt. Und traurig, worauf man dann nur zurückblicken kann, wenn es vorbei ist. Niemanden bewegt? Nur eigene Bedürfnisse und Triebe erfüllt? Nur Vermögen hinterlassen, sonst nichts? Keine nachhaltige ZUKUNFT gestaltet, echte Relevanz generiert?

    Fakt ist: In dem Augenblick, in dem wir erkennen, dass wir aus unseren eigenen Mustern aussteigen und sie beenden können, gewinnen wir die Macht und Möglichkeit, wahrhaftig kreativ und schöpferisch zu sein. In diesem Moment nämlich erfolgt ein Quantensprung, da selbst unser Gehirn keine feste Materie ist, die nach den Regeln der Psychologen oder Neurologen arbeitet und funktioniert. SONDERN: Die Psychologen und Neurologen erkennen genau das, was wir uns vorstellen können, dass es so sei. Es steht und fällt offenbar alles mit unserer Vorstellungskraft.

    Achtung, Parallele: Gott sprach "So sei es!" Da gibt es noch viel mehr, die mir aufgefallen sind. Ich hoffe, dass ich das noch mal alles zusammengekratzt bekomme.

    Diese Überlegung macht vielen (noch) Angst, sofern sie denn überhaupt willens sind, sich darauf einzulassen. Ohne emotional verlockende Zielvorstellung oder Leidensdruck ist es schwierig, jemanden davon zu überzeugen, dass er sich nicht wirklich verliert, wenn er loslässt, bzw. sich darauf einlässt, sondern sich dann erst findet.

    Es setzt nämlich voraus, ALLE Annahmen und Glaubenssätze über die Realität, wie sie uns gegenwärtig vermittelt wird, in Frage zu stellen und damit einen Kreislauf zu durchbrechen und Modelle zu transformieren. Genau das ist es, was Buddha Erleuchtung nennt. Lebendig sein.

    Und jetzt kommt etwas ganz Wesentliches: Wir erreichen diese Ebene(n) nur, wenn wir geistig und gedanklich loslassen, weil wir uns damit selbst einem Transformator gleich "umspannen". Wir leben in Energiefeldern, weil wir selbst Felder sind. Ich erinnere an die entsprechenden Matrix-Szenen.
    Aus diesem Grunde scheitern auch bislang Reformen, weil Reformen etwas Bestehendes variieren bzw. wieder in den formalen Ausgangszustand versetzen, OHNE jedoch strukturelle den Prozess zu verändern, nicht jedoch trans-form-ieren! Die "Strafe" ist Regelprogression, die immer mehr Kapazitäten kostet, anstatt dass wir uns um wichtige Dinge kümmern. Sie wird immer dann eintreten, wenn die Richtung nicht mehr stimmt.

    Die neue Energie, von der öfter die Rede ist, hat eine andere Frequenz, ist also ein anderer Stimulator als Trägerwelle. Vergleichbar ist das mit der Supraleitfähigkeit. Oder so. Mein Bild dazu ist, dass Gedanken mit jeder Betonsäule die man auflassen kann, freier fließen. Das ist, wie wenn man mit einem Vektorprogramm eine Kurve aus vielen Punkten bastelt, und am Ende feststellt, dass man nur einen Punkt an jedem Ende braucht, und die Form dann einfach hinbiegt.

    Die allgemeinen Diskussionen, die noch laufen, und in denen es ausschließlich um die Qualität der Überzeugung geht, können daher nur innerhalb ihres eigenen Denkrahmens wirksam sein. Wir nennen das Realität. Und manche Menschen sind derzeit dabei, diese Realität abzuändern bzw. zu erweitern und damit eine neue Wirklichkeit zu ER-SCHAFFEN. Ja, wir erstehen nach unserem gedachten Ebenbild neu - - - ähm - - - passt doch...
    Auf die eine oder andere Weise ist immer wahr, was wir uns erdachten.

    Die gute Botschaft: Es ist nicht aufzuhalten. Dann sehe ich es nicht nur, weil ich es sehen will. Da sind so viele Indikatoren, alleine in den letzten zwei Jahren, was sich auch in den Xing-Gruppen widerspiegelt. Endlich. Was für eine spannende Zeit, in der wir leben.
    Vernetzung. Relativierung. Variationsvielfalt. Fließende Entwicklung. Leben.

    Liebe Grüße
     
    Tobias Jobst
    Spirit Coaching | Der neue Geist in der Wirtschaft
    Bin gespannt auf Deine neue Website :-).

    Liebe Grüße
    Gabriele
    This post was modified on 23 Oct 2007 at 09:14 am.